Was macht es so interessant in andere Welten zu fliehen? Einzutauchen in fremde, konstruierte Leben. Andere Geschichten, vielleicht auch ähnliche Geschichten? In welches Genre auch immer wir eintauchen, es ist eine Faszination. Wir werden mit Neuem konfrontiert, erleben neue Welten oder können uns mit den Charakteren identifizieren. Manchmal ist es auch der Wunsch ein anderes Leben zu führen oder gar Neid. Ist die Faszination dessen so groß, dass wir es schaffen, die Serien in unseren Alltag zu integrieren und es regelrecht zu zelebrieren, immer auf dem Stand der neusten Episode zu sein?

Durch das #Internet und verschiedene Online-Streamingportale ist es uns möglich, immer und überall am Ball zu bleiben. Mal eben zum Frühstück, zwischendurch, zum Wäsche aufhängen oder im Kollektiv.

Vor allem amerikanische Serien, wie der ewige Hype um How I Met Your Mother, Game of Thrones, Breaking Bad und ähnliche, haben es uns angetan. Aber auch britische Serien, wie Sherlock und Downton Abbey stehen dem in nichts nach. Die deutschsprachige TV-Landschaft hat so etwas eher nicht zu bieten, so hängen wir doch eher dem jährlichen Heidi Modelwahn nach oder feiern die Rosenvergabe des Bachelors. Auch hierbei kommen die Originale aus den USA.

Inwiefern kann bei dem Konsum eine Abhängigkeit entstehen? Der Zwang in andere Welten einzutauchen? Bei allen Serien up to date sein zu müssen - nichts verpassen wollen und dabei gar nicht merken, dass man eventuell sein eigenes Leben verpasst, weil man an zu vielen fiktiven Leben teilnimmt. Was ist gesund, was ungesund? Ein Übermaß in jeglicher Hinsicht ist immer ungesund. Auf der Internetseite tiii.me kann man seinen Konsum berechnen, zumindest die Stundenanzahl einer jeweiligen Serie. Dies lässt einen zumindest schon einmal das Ausmaß erahnen, welches man aufgebracht hat.

Was haben wir in der Zeit getan, als es dies noch nicht gab? An dieser Stelle könnte wieder die Diskussion beginnen "Wir Kinder der 90er - wir haben draußen gespielt und gingen in die Telefonzelle, um unseren Eltern Bescheid zu geben, dass wir später kämen." Aber ernsthaft, was war davor? Oder hat der Serienkonsum nur den Fernsehkonsum abgelöst? Hobbys, Sport, soziale Kontakte sind immer ein möglicher Teil eines durchschnittlichen Alltags. Aber ist der Serienkonsum ein ernstzunehmendes #Hobby? Sind Lernprozesse involviert? Es macht Spaß, es ist ganz klar unterhaltsam. Wir trainieren unser Englisch, vorausgesetzt wir schauen im Original. Es ist eine Form der Entspannung und Ablenkung. Doch im negativen Sinne ist von Eskapismus, also der Realiäts-, Wirklichkeits- bzw. Weltflucht die Rede.

Bei Konsum ist immer ein gewisses Maß die Regel. So lange wir im Stande sind unser Leben außerhalb dieser Traumwelt zu leben, ist gegen eine kleine Flucht aus dem Alltag nichts einzuwenden. Welche Folgen allerdings der übermäßige Konsum mit sich bringen wird, wird unumgänglich Diskussionsmaterial der Zukunft bleiben. #Fernsehserien