Töchter und Söhne - und vor allem viele Mütter - hätten an diesem Tag eigentlich etwas anderes vor. Wir sprechen vom 10. Mai 2015, Sonntag versteht sich. In deutschen Landen bricht wieder der Muttertagsstress aus. Keiner weiß eigentlich warum, Tradition eben. Natürlich sind auch Männer, Väter, Omas, Opas und Enkel darin verwickelt. Sich zu wehren ist zwecklos - das Diktat von Tradition und Werbewirtschaft kann man nur mit ordentlichen Schrammen durchbrechen, oder? Es gibt aber einen Ausweg: Alle, vor allem aber Mutti, gehen mit ihren Wünschen offen und ehrlich um.

Nicht nur am Muttertag!

Wir kennen alle den theoretischen Ansatz: Mutti braucht an 365 Tagen im Jahr Hilfe, Zuwendung und Dankbarkeit. Vor allem will sie aber zwischendurch einmal ihre Ruhe! Die Praxis kennen wir alle. Beim Kampf durch den Alltag spielen diese Vorsätze eigentlich keine Rolle mehr. Aber es gibt einen Tag, an dem sich alle zusammenreißen und ihre Wünsche in den Hintergrund drängen - den Muttertag. Das wirklich Tragische daran: Auch die Mütter selbst wagen es meist nicht, gegen den Familienaufmarsch offen aufzutreten und ganz klar zu sagen, wie sie diesen Tag verbringen möchten.

Wirtschaftsfaktor

Normale Menschen würden niemals an einem Tag in Lokale essen gehen, an dem man nur 34 Minuten Zeit hat das Essen zu genießen. Mütter müssen auch diese Hölle durchmachen - der nächste Familienclan wartet schon auf den Tisch. Die Konsumindustrie hat nach, dem meist traurigen und tristen Winter, das erste große Highlight zu bestreiten. Mutti muss etwas geschenkt werden. Nach dem Valentinstag sicher der wichtigste Event im neuen Jahr - aber auch der Osterhase holt schon auf und macht dem Christkind Konkurrenz.

Eigentlich möchte ich lieber …

Absolut sinnlos jemanden zu fragen, ob er am Muttertag Zeit hat, etwas zu übernehmen. Über irgendeine Verstrickung ist jeder in eine Muttertagsfeier involviert. Die wichtigste Frage wäre aber: was will Mutti unternehmen? Mit Freundinnen ausgehen? Einfach mal einen Tag schlafen und Fernsehen ohne irgendjemanden zu sehen? Mit dem Lover in die Sauna? Undenkbar derartige Wünsche zu äußern, oder? Das würde das Familiengefüge absolut erschüttern und für massive Kränkungen sorgen. Zumindest gehen alle davon aus. Es gehört viel Mut dazu Traditionen zu brechen, meist sind aber alle Beteiligten nachher wesentlich glücklicher. Deswegen liebe Mütter: Wenn euch die Muttertagsagenda, wie derzeit gehandhabt, Freude bereitet, lasst alles beim Alten. Ansonsten traut euch einfach eure Wünsche zu äußern. Es könnte durchaus sein, dass ein Aufatmen durch eure Familie geht. Endlich wissen alle, was euch am Muttertag wirklich Freude machen würde. Es gibt ja noch weitere 364 Tage, an denen ihr sowieso Dinge machen müsst, die anstrengend und nervig genug sind.

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