Jeden Donnerstag sucht Heidi Klum auf ProSieben Deutschlands nächstes Topmodel. Bei unzähligen Castingshows versprachen Musikproduzenten, den kometenhaften Aufstieg in den Pop-Olymp, der zur Bruchlandung für fast jeden wurde. Selbsternannte It-Girls waren auf einmal prominent, weil sie im Dschungelcamp andere am besten beleidigen konnten. Wird man so berühmt? Blasting News hatte letzte Woche begonnen, den Weg einer jungen Frau, die wir über viele Monate beobachteten, zu erzählen. Sunny S. Woodpecker, die ganz nach oben wollte - und alles richtig gemacht hat. Die Geschichte der 25-Jährigen begann dabei ganz klein, im Schaufenster des örtlichen Friseurs in Düsseldorf, ging weiter über Fotoshootings, einem Plakat für Douglas, dem Gesicht vom Versandhaus Otto und führt uns heute ins das knallharte TV-Business.

Obwohl ja - denkt man - heute der Weg ins #Fernsehen denkbar einfach scheint. Es gibt doch unzählige Castingshows, immer noch. Und erst gestern hat uns Heidi Klum auf Pro7 wieder gezeigt, dass man das Zeug zum Modeln dann hat, wenn man immer schön lächelt im Bikini und auf keinen Fall einem Kunden sagt, was man fühlt. Schwups, und schon flog die Laura aus Ingolstadt raus. Hätte sie einfach nur funktioniert. Dabei vergisst Frau Klum zu gern, dass sie eigentlich eine Entdeckung vom Thomas Gottschalk in seiner Late Night Show Anfang der 90er auf RTL war und nicht, weil sie professionellen Agenturen auffiel. Da war ja Sunny schon weiter, Frau Klum!

Und Sunny stellte sich derweil die Frage: Wo erreicht man die meisten Zuschauer? Genau, im Fernsehen. Nur wo anfangen? Vorsingen vor Dieter Bohlen, kam überhaupt nicht in Frage. Der Zufall wollte es 2012, dass in der Schweiz ein gewisser Lorenzo Leutenegger, der Bachelor, eine Frau im TV suchte. "Ich bin sowieso Single gewesen, das war doch sehr passend." Regel Nummer 1: Besser im Ausland anfangen, hat dann keiner gesehen, falls es schief läuft.

Der Lorenzo hatte dann irgendwann keine Rose mehr übrig und Sunny noch ein Image vom Schweizer Fernsehen verpasst bekommen. "Das Lipgloss-Girl". So funktioniert also TV. Und nur, weil sie 200 Lipgloss-Stifte mit genommen hatte und eines im Bikini-Höschen. Klingt nach Trash. Aber letztlich ist es bodenständiger, mit Lipgloss rumzulaufen, als mit einem Strauß Rosen Frauen vorzuheucheln, man sei so toll. Sunny ist Rheinländerin und nicht blöde. "Der war auch gar nicht mein Typ", reflektiert Sunny heute. Weil wir grad beim Thema sind? Schon was gefunden? "Nein, ich bin sehr anspruchsvoll was Männer betrifft und viele schreckt meine Unabhängigkeit und das Selbstbewußtsein ab." Regel Nummer 2 mit einer wichtigen Insiderinfo: Schweizer Männer sind keine vermeintlichen Rosenkavaliere und Frau Woodpecker noch zu haben.

Irgendwie haben ein paar Leute von Pro7 durch Zufall Schweizer Fernsehen gesehen. Und man machte Sunny ein Angebot, bei ihrer Sommer-Soap "Reality Queens auf Safari". Das war 2013. Während Pro7 seine Auslandsentdeckung feierte, hatte Sunny endlich den Zugang zum großen TV-Geschäft in Deutschland. Der Sendung muss man tatsächlich auch ein gewisses Niveau - und das ehrlich jetzt - nachsagen, denn die Soap zu späterer Stunde zeigte nicht etwa Busen, der reichlich vorhanden war, sondern das Leben verwöhnter Großstadtgören in einfachen Wüstenstämmen von Afrika. Das ist vernünftig und besinnt auf einfache Dinge. Sunny schlug sich gut. Sie lief manchmal einfach nur im Schlabberlook herum. Sie blieb natürlich. Auch wenn ihr von Pro7 der Name "Barbie-Queen", wegen der blonden Haare, aufgedrückt wurde. Regel Nummer 3: Du musst nicht trashig sein, nur weil es das Format verlangt. Bleib du selbst, sei keine Barbie.

Auch wenn Pro7 das Format mangels Quoten kürzte, für Sunny waren es mal eben auf einen Schlag, fast zwei Millionen Menschen mehr, die sie sehen konnten. Sie postete über ihr Leben, über das Erlebte. Wichtig: "Man muss sich ein Netzwerk schaffen, Kontakte pflegen und Visitenkarten nicht wegwerfen." Und immer wieder Fans, Fans, Fans pflegen. Spätestens jetzt hätten sich viele Reality Queens wie eine gefühlt. Sunny nicht. Und so wurde sie für "Das perfekte Date" auf Sixx angefragt. Denn das Singleproblem ist ein Dauermanko. Scheinbar. Und so zeigte Sixx Sunny zwar mit ihren 200 Lipgloss-Stiften zu Hause, aber auch beim flirten, wie sie einen Wellnesstag vorbereitete, wie sie für ein Date einkaufte und einfach nur auf einen Mann in ihrer Heimat Düsseldorf hofft. Sie war für eine Woche das witzige Mädchen von nebenan, was sich verlieben wollte und eroberte im Sturm das Herz vieler Zuschauer - wenn auch wieder nicht das Herz eines Mannes. Regel Nummer 4: Wenn schon kein Mann, habe immer Lipgloss im Haus.

Lesen Sie am 24. April 2015 im dritten Teil unserer Serie über Sunny Woodpecker, ihren Job als Moderatorin und warum sie in das RTL Dschungelcamp 2016 einziehen will.