Man mag es kaum glauben. Dutzende Wetterportale bestätigen: Zum Wochenende steigen die Temperaturen. Es ist gerade einmal April und es werden Werte angekündigt, die mit Frühling nichts mehr zu tun haben. In gemeinschaftliche Euphorie hat man sich nun über Sommer, Sonne, Sonnenschein zu freuen. Wer nicht mitmacht, ist ein Miesmacher. Es ist für Menschen, die mit warmem Wetter nichts anfangen können, ein Albtraum. Und das sind nicht wenige! Sie sind es satt wochenlang nur ein Thema ertragen zu müssen - schönes Wetter hier, tolles Wetter da. Fünf bis sechs Monate wird das jetzt so gehen. Wie soll man das überstehen?

10 Gründe, warum die vermeintlich schönste Zeit des Jahres nicht schön ist


1. Anziehend ist das nicht: Bei Kälte kann man sich warm anziehen. Aber was kann man gegen die Hitze tun? Eben. Selbst nackig rumlaufen bringt bei 32 Grad auch nicht viel. Es ist nur noch erdrückend. Und in vielen Berufsbranchen kann man nicht mal einfach in kurzer Hose oder Shirt kommen. Da trieft der Schweiß den ganzen Tag. Was ist daran toll?

2. Unerträglicher Weg zur Arbeit: Die Leute drängen sich in die S-Bahn, viele scheinbar ohne funktionierendes Deo. Schweißtropfen perlen vielen vom Gesicht und landen einem nicht selten im Nacken. Die Luft in den Zügen ist nahezu unerträglich. Und wenn man das Fenster aufmacht, ruft immer jemand: "Können Sie das bitte zumachen. Es zieht." Die machen das Fenster meist sogar wieder zu. Unfassbar!

3. Grillsaison gnadenlos: Nicht mal lüften ist möglich, weil mindestens alle zwei Tage der Nachbar seinen Grill anschmeißt. Natürlich mit Holzkohle, weil es besser schmeckt. Und stinken tut's auch. Wenn Vati dann in seinen Turnhosen mit Uwe von nebenan darüber philosophiert, ob Holzkohle oder Gas denn besser ist, weiß man: Hier geht's nicht mehr nur um die Wurst.

4. PET-Flaschen werden zum Ballast: Mediziner empfehlen ausreichend zu trinken. So schleppt man stets unhandliche Getränkeflaschen mit sich rum, obwohl der Inhalt schon nach 30 Minuten kocht und fade schmeckt. Da lobe ich mir doch meinen frischen Kaffee im Thermobecher, den ich im Winter immer bei mir trage.

5. Heiße Nächte: Aber im anderen Sinne. Die Decke klebt, die Luft ist tropisch. Wie schön waren doch die Nächte im Winter, bei kühlen 16 Grad im Zimmer. Bei sommerlichen Temperaturen soll ja angeblich das Liebesleben auf volle Touren kommen. Bei 28 Grad im Schlafzimmer? Wer's glaubt.

6. Radiosender unerhört: Jeder Mainstreamsender leistet sich seine Wetterfee. Das sind meist optisch ansprechende Hobbymoderatorinnen, die vom Wetter zwar nicht viel Ahnung haben, aber dafür in Dauereuphorie dem Hörer Freude über steigende Temperaturen verordnen. "Die Vögel zwitschern, die Sonne lacht, juchuuu!" Diese Wetterfeen haben doch einen gezwitschert.

7. Nicht mit anzusehen: Auch TV-Sender ziehen mit. RTL leistet sich sogar seinen eigenen Wetter-Entertainer, der YouTube-Videos mit dem Namen "Supergeil" auf das schöne Wetter dreht. Da fehlen einem einfach nur noch die Worte.

8. Bauchfrei steht nicht jedem: Stil und Etikette scheinen in der warmen Jahreszeit kaum mehr eine Rolle zu spielen. Mit steigenden Temperaturen holen viele ihre Flip Flops raus und bratwurstdarmenge Shirts. Dass man bei warmen Temperaturen schlanke Damen und Hotpants und knackige Männer in Muskelshirts sieht, ist nur eine Erfindung der Werbung.

9. Mückenplage: Sommerzeit ist Insektenzeit. Wer einmal beim Einschlafen von einer Mücke belästigt wurde, sehnt den Winter herbei.

10. Pollen in der Nase: Allergiker haben im Frühling nicht den Duft blühender Blumen in der Nase, sondern einen Haufen Pollen. Müdemachende Medikamente und schleimhautreizende Nasensprays sowie regelmäßige Augentropfen sind fortan Grundausstattung für den Sparziergang im Freien - wer es denn da draußen aushält.

Aber, liebe Sommerhasser, es gibt noch Hoffnung: In 169 Tagen, am 23. September, ist Herbstanfang. Das Wetter soll dann endlich wieder schlechter werden... #Gesundheit #Fernsehen