Kennen Sie dieses Gefühl, wenn es Sie gleich nach dem Aufstehen so richtig in den Zehen kitzelt, gefolgt von dem Gedanken: Nichts wie raus hier, endlich was unternehmen!?

Gerade der Frühling bringt oft so viele verlorene Lebensfreuden wieder an den Tag und die Sonne als bestes Antidepressiva gegen den Winterblues hat wohl schon so manchen von uns aus dem Alltagstrott gejagt: Die Sehnsucht nach Freiheit, das tagtägliche Leben kurz hinter sich zu lassen, begleitet von einer kräftigen Priese Fernweh. Doch warum in der Ferne suchen, wenn das Gute doch sprich- aber auch wortwörtlich so nah' liegt:

Wien im Frühling ist etwas so unglaublich Schönes und die Auszeichnung "lebenswerteste Stadt der Welt" kommt ja nicht von irgendwo her. Springen Sie also über ihren eigenen Schatten und lassen Sie uns gemeinsam "um die Häuser ziehen" und versuchen mit den Augen eines Touristen oder dem verklärten Blick eines Kindes, die Schönheit Wiens aufs Neue zu entdecken.

Gut, nachdem die dicke Winterjacke im Kleiderkasten hängen bleiben kann und die Frühlingsjacke hoffentlich ebenso leicht, wie Ihr Gemüt ist, machen wir uns doch auf die Suche nach einer City Bike Station in Ihrer Nähe. Die Citybikes sind wirklich ein geniale Erfindung und noch dazu so gut wie gratis - also höchste Zeit sich anzumelden!

Sie sind bereits registriert? Glückwunsch! Sie zählen somit zu all jenen (Wahl-) WienerInnen, die auf ihre Gesundheit bedacht, oftmals die flexible und vor allem sportliche Alternative zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen. Oder haben Sie sogar ein eigenes Rad im Keller? Na dann, befreien Sie dieses vom Rost, überprüfen Sie die Bremsen und los geht's! Wo auch immer Sie starten - Wiens Radwege sind mittlerweile eigentlich fast überall top ausgebaut - und selbst wenn nicht, lassen Sie sich vom wütenden Hupen des grantigen Taxifahrers nicht aus der Ruhe bringen, sondern denken Sie viel mehr daran: Negativer Stress verkürzt das Leben um wertvolle Momente, während Sport - wissenschaftlich bestätigt - zu einer Verlängerung der Lebenszeit beiträgt. Sie befinden sich also nachweislich im doppelten Vorteil - "Win-Win-Situation" sozusagen.

Unser erster Stopp liegt nun - klassisch touristisch - im Burggarten, wo das Rad auch ganz praktisch beim nahegelegenen Citybike Ständer wieder abgestellt werden kann. Gönnen Sie Sich hier doch ein zweites Frühstück oder zumindest einen Kaffee im Palmenhaus und genießen Sie windgeschützt die ersten Sonnenstrahlen, das Vitamin D auf ihrer Haut und das einmalige Ambiente.

Danach geht's weiter, über Albertina und Oper Richtung Kärntnerstraße, lassen Sie sich treiben im Strom der "Selfie-knipsenden" Touristen aus aller Welt und widmen Sie sich ganz diesem "Nichtstun" und der Pracht der Gebäude. Am Graben angelangt, kann ein kleiner Shopping-Stop eingelegt werden, falls Sie sich das aber nicht antun wollen, schlagen Sie doch den Weg Richtung Tuchlauben ein, entweder über ein paar kleinere Seitengassen, oder weiter im Strom die Rotenturmstraße hinunter und dann beim Hohen Markt abbiegen.

In der Tuchlauben haben Sie dann nämlich die Qual der Wahl, ob Sie ganz auf die Figur bedacht, den Frühling mit einem köstlichen Smoothie bei "Lilette's" begrüßen, den amerikanischen Lifestyle pflegen und sich bei "Kurt" einen Frozen Yogurt gönnen, oder dem "Eissalon Tuchlauben" einen Besuch abstatten - sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei!

Gestärkt, geht's weiter Richtung Donaukanal: In die Sonne setzen, zumindest versuchen, sich vorzustellen, dass die Donau das Meer wäre und sich vor allem an den sich ständig verändernden Graffitis entlang des Kanals erfreuen. Auf Höhe der Rossauer Kaserne können Sie dann einen Weg Richtung 9. Bezirk einschlagen und sich von ihrem Magenknurren leiten lassen, denn in der wunderbaren Servitengasse gibt es garantiert alles, was das Herz, oder der hungrige Magen begehrt.

Mein persönlicher Favorit: Die Suppenwirtschaft - ein köstliches Curry to take away und dieses dann am besten auf der unweiten Strudelhof Stiege verspeisen. Heimito von Doderer hätte seine Freude an Ihnen! Dort sind Sie dann auch an die öffentlichen Verkehrsmittel wieder wunderbar angebunden (eine City-Bike Station befindet sich ebenso unweit) und einem entspannten Nachmittag steht nichts mehr im Wege.

Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf und gönnen Sie sich doch wirklich mal einen "Off-Day", fernab von jeglicher Routine, Hektik und sehen Sie Wien wieder mal durch ganz andere Augen. Und wem das nicht genug ist der kann sich ja zur Einstimmung dann noch Rudolf Sieczynski und seinem "Wien, du Stadt meiner Träume" widmen.

Und falls das Wetter nicht ganz so mitspielt: Wann waren Sie denn eigentlich zuletzt in der Albertina? Oder im kunsthistorischen Museum? Oder haben Sie dem MAK überhaupt jemals einen Besuch abgestattet? #Hobby