Einst galt die Themse als "Great Stink"

In der Themse (englisch: Thames), die vor langer Zeit als "Great Stink" berüchtigt war, ist das Baden wegen des Schiffsverkehrs und mangelnder Wasserqualität verboten. 1858 nannten die Briten den Fluss "Great Stink", weil ungeklärte Abwasser direkt in den Fluss geleitet wurden. Doch schon 1875 nach dem Bau der Kanalisation badeten die Bürger Londons in dem breiten Wasserlauf - allerdings in speziellen Pools, die auf der Wasseroberfläche schwammen. 1957 galt die Themse sogar als biologisch tot. Die Wasserqualität des Flusses hat sich in den vergangenen Jahren aber verbessert.

Outdoor Swimming Society ist Lobby für Freiluftschwimmer

Nicht nur wegen der schmutzigen Themse hat London unter Freiluftschwimmern keinen besonders guten Ruf. Auch die Gewässer innerhalb der Stadt werden ungern zum Baden genutzt. So wagen sich auch nur ganz Hartgesottene in die kalten Teiche in Hampstead Heath im Norden oder den Serpentine-See im Hyde Park. Inzwischen hat sich soetwas wie eine Lobby fürs Freiluftschwimmen gegründet- die Outdoor Swimming Society. Die Vereinigung gibt es seit 2006, zählt mittlerweile 25.000 Mitglieder. Gründerin Kate Rew spricht von der größten Freiluftschwimmer-Organisation weltweit.

 

Das Becken in der Themse soll mit Flusswasser gespeist werden

 

Thames Baths (Themse-Bad) nennt sich das von mehr als 1200 Menschen unterstützte Projekt. Die Planung sieht vor, in der Nähe der Houses of Parliament und des Riesenrads London Eye ein schwimmendes, von gefiltertem Flusswasser gespeistes Becken in die Themse zu bauen. Mit Hilfe einer Online-Kampagne konnten für den erforderlichen Bauantrag des Projekts bereits mehr als 174.000 Euro gesammelt werden- bis Ende des Jahres will Initiator Chris Romer-Lee das geheizte Themse-Bad mit geschätzten Kosten von insgesamt rund 15,4 Millionen Euro auf den Weg bringen.

Flussbad Berlin: Baden in der Spree entlang der Museumsinsel

In der Bundeshauptstadt gibt es ein ähnliches Vorhaben wie in London. Die Idee zum "Flussbad Berlin" war 1998 von der Berliner Künstler- und Architektengruppe realities : united geboren worden. 2012 wurde der gleichnamige Verein mit mehr als 150 Mitgliedern gegründet. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erhält vom Bund 2,6 Millionen Euro, um gemeinsam mit dem Verein den Spreekanal auf einer Länge von 750 Metern „zu einem der größten, schönsten und frei zugänglichen Schwimmbecken zu entwickeln“, wie die Behörde mitteilte. Im oberen Teil des etwa 1,6 Kilometer langen Kanals sollen zusätzlich „eine Biotoplandschaft und ein Schilfbecken zur natürlichen Reinigung des Flusswassers“ entstehen.

Vielleicht planscht James Bond ja in einigen Jahren zusammen mit der Queen im Themse-Bad. Da kann Berlin nicht mithalten. We will be amused!

Foto: Von Tony Hisgett from Birmingham, UK - Tower Bridge OpenUploaded by tm, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27908803

 

jh

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