Brian David Bruns hat monatelang auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Seine Erlebnisse schrieb er anschließend in einer Buchserie nieder, die Bestseller wurden. Sein Fazit: Alle Gerüchte, die man so über Kreuzfahrten hört, sind wahr!

Monatelang über Weltmeere schippern, ist für Mitarbeiter auf Kreuzfahrtschiffen weniger romantisch, als sich das Außenstehende ausmalen können. Die meisten von uns halten die Tätigkeit auf Luxuslinern für den absoluten Traumjob. Diese Vorstellung hatte auch Brian David Bruns, als er sein bisheriges Leben mit 30 Jahren aufgab und als Kellner bei einer US-Reederei anheuerte. Die ganze Aktion unternahm er wegen einer Frau, die er auf dem Festland kennengelernt hatte. Er blieb acht Monate auf dem Schiff, mit der Frau wurde es allerdings nichts. Stattdessen gehörte Bruns zu den wenigen, die ihren Vertrag mit der Reederei erfüllten, ohne vorher das Handtuch zu schmeißen. Und das will etwas heißen.

Bruns erfüllte als erster seinen Reederei-Vertrag ohne vorher abzuhauen

Bruns beschreibt nicht nur die harten Arbeitsbedingungen an Bord, sondern auch, über welche Gäste besonders gerne (natürlich hinter verschlossener Tür) gelästert wird und was die Crew nach Feierabend so treibt. In seinem Bestseller „Cruise Confidential“ lüftet Bruns etliche Geheimnisse über das Kreuzfahrtleben, gespickt mit pikanten Details. Zwanglose Sexkontakte gibt es nach Feierabend, wenn entsprechend viel Alkohol geflossen ist. Laut Bruns "treibt es jeder mit jedem". Sex an Bord und Alkoholexzesse sind völlig normal, allerdings ist Sex zwischen Crew und Gästen absolut tabu. Wer sich nicht daran hält, fliegt und muss das Schiff im nächsten Hafen verlassen. Einen neuen Job auf einem anderen Kreuzfahrtschiff zu bekommen, ist verdammt schwer, darum hält sich jeder an die Regel. Mit einem Crewmitglied anzubändeln, ist dagegen deutlich leichter. Und manch eine junge Dame möchte in der Hoffnung auf bessere Konditionen mit einem höher gestellten Offizier im Bett zlanden.

Das #Buch macht deutlich, dass der Job auf einem Kreuzfahrtschiff kein Honigschlecken ist. An sieben Tagen in der Woche ohne einen einzigen freien Tag zu arbeiten und das zehn Monate lang, bringt jeden an seine Belastungsgrenze. Fast immer werden 100 Stunden pro Woche, oft sogar mehr, abgeleistet. Auch die Bezahlung war alles andere als üppig, nur durch die Trinkgelder kommt man auf ein einigermaßen akzeptables Gehalt. Bruns bekam nur 50 $ im Monat, umgerechnet 44 €. Die Kabine, die er häufig mit anderen teilen musste, war so eng, dass er das Gepäck sogar mit ins Bett nehmen musste.

Crew-Partys waren noch wilder als man sich vorstellt

Die legendären Partys fangen um Mitternacht an und gehen bis in den frühen Morgen. Da kostenlos Alkohol ausgeschenkt wird, greifen natürlich alle gerne zu. Der Trunkenheitsstatus war also schnell erreicht - mit all seinen unangenehmen Folgen. Denn wo viel Alkohol fließt, kommt auch immer viel Sex ins Spiel. Trotz der langen Arbeitszeiten trafen sich die Angestellten in den Personalkabinen regelmäßig zum Sex und es ergaben sich permanent neue Gelegenheiten. Aufgrund der fehlenden Intimsphäre in den 2- und 4-Bett-Kabinen waren die Kontakte natürlich nicht so romantisch, wie mancher es gerne gehabt hätte.

Was denken die Crews so über die Gäste?

Die Meinung der Crew über Passagiere ist alles andere als positiv. Fettleibige Gäste nimmt man sich besonders gerne vor, berichtet Bruns in seinem Interview mit der "Daily Mail". Die Gäste, die sich unentwegt am Büfett bedienten, riefen entsprechend heftige Lästerattacken hervor. Auch die Passagiere sprachen dem Alkohol oft so zu, dass sie sich gewaltig daneben benahmen. Zu den alkoholbedingten Auffälligkeiten kam es auch zu Problemen mit Gästen, die einen sozialen Dünkel hatten und sich als auserwählte First-Class-Passagiere betrachteten.

Ein Trost: Bruns betonte, dass der überwiegende Teil der Gäste „großartig“ gewesen sei. Dann können wir uns ja sorglos für die nächste Kreuzfahrt anmelden.

Buchcover: © Brian David Bruns #Hobby #Testbericht