Zum Jahreswechsel fassen wieder Millionen von Menschen gute Vorsätze. Viele beziehen sich auf die #Gesundheit, z.B. die Klassiker Stressabbau, Gewichtsabnahme, weniger Alkohol oder mit dem Rauchen aufhören. Andere machen sich Vorsätze in Sachen #Finanzen, familiäres oder ehrenamtliches Engagement usw. Doch leider ist es auch schon fast sprichwörtlich, dass die Gültigkeit von guten Vorsätzen, die man in der Silvesternacht gefasst hat, oft kaum die erste Januarwoche überdauert. Die meisten quittieren das nur noch mit einem verlegenen Lächeln und einem Schulterzucken. So what? „Gute Vorsätze funktionieren halt nicht, das wird doch jedes Jahr millionenfach bewiesen."

Die Gewohnheit des Misslingens

Doch mit „Beweisen“ in Sachen Gewohnheiten bzw. Änderung von Gewohnheiten ist das so eine Sache. Ein älterer Freund sagte mir dazu immer: „Ich kann dir da alles beweisen“. Und nach einer Pause: „Und das Gegenteil auch.“ Und weil die meisten Menschen mit ihren Annahmen vor allem Recht behalten wollen, „beweisen“ sie sich eben Jahr für Jahr aufs Neue, dass „Gute Vorsätze“ nicht funktionieren.Und ohne die Überzeugung, dass man damit zum Erfolg kommen kann, entfalten natürlich auch „gute Vorsätze“ keine Wirksamkeit. So entsteht eine Gewohnheit des Misslingens, womit sich eine immer stärker werdende Überzeugung über die Unwirksamkeit eigener Entscheidungen verankert.

Es geht nicht nur um Neujahrsvorsätze

Damit bringen Neujahrsvorsätze, die ohne Überzeugungskraft gefasst werden, nicht nur keinen Nutzen, sie schaden uns sogar. Wir vergiften damit unser Selbstbewusstsein und erschweren all unsere Vorhaben massiv, nicht nur die, die wir zu Beginn eines Jahres in Angriff nehmen. Wir erzeugen damit sozusagen einen kleinen Teufel, der uns immer wieder ins Ohr flüstert „Du hast ja nicht einmal deinen Vorsatz … geschafft, wie kannst du glauben, dass du nun dieses große Projekt auf die Reihe kriegst?“

Gegengift 1: Vision erschaffen

Es gibt allerdings auch zwei äußerst wirksames „Gegengifte“. Das erste ist eine wirksame Vision, also eine möglichst präzise Vorstellung, was man mit dem Vorsatz konkret(!) für ein Resultat erreichen will. Ohne solch eine Vision können Sie Ihre Vorsätze in der Regel gleich vergessen. Mit der Vision beantworten Sie sich selbst die „Wozu?“-Frage und je stärker diese visionäre Antwort ist, desto weniger Schwierigkeiten werden Sie haben, an Ihren Vorsätzen dranzubleiben. Mit Ihrer Vision erschaffen Sie sich selbst eine Begeisterung, die Ihnen auch dann noch Energie liefert, wenn Ihnen die Einhaltung Ihrer Vorsätze zwischenzeitlich etwas mehr Schwierigkeiten bereitet, als vielleicht in den ersten Tagen. Es entsteht ein innerer Drang, ein unbedingtes Wollen.

Gegengift 2: Ansprüche erhöhen

Dieser innere Drang führt direkt zum zweiten Gegengift, der Erhöhung der persönlichen Ansprüche. Machen Sie aus unklaren Vorsätzen präzise Ziele, setzen Sie einen Vertrag mit sich selbst auf und halten Sie sich diesen jeden Tag vor Augen, bitten Sie eine Freundin oder einen Freund, Sie immer wieder an Ihre Vorsatzverpflichtung zu erinnern; sorgen Sie einfach auf verschiedene Weisen dafür, dass Ihr Drang, Ihren Vorsatz durchzuziehen nicht nachlässt. Das wird Sie zwar ein Stück weit unter Stress setzen. Es ist aber ein zielgerichteter Stress, ein Stress, der Sie am Ende des Tages stärker und nicht schwächer macht. Es ist auch ein Stress, der Sie glücklicher macht, denn nichts macht laut Glücksforschern glücklicher, als wenn man im eigenen Leben Fortschritte erkennen kann.

Markus Frey