Dutzende Zivilisten starben am vergangenen Montag bei Luftangriffen gegen Schulen und Kliniken im Norden Syriens. Dieses tragische Ereignis wurde sofort den Russen in Schuhe geschoben, obgleich jeder weiß, dass auch die Kampfflugzeuge anderer Staaten an dem Bombenkrieg gegen den IS und Al-Nusra beteiligt sind. Anderseits sind beide angegriffenen Städte im Bereich der türkischen Artilleriewaffen. In Damaskus wurde die Verantwortung der US-amerikanischen Luftwaffe zugeschrieben. Es ist ein Trauerspiel, wie man mit dem Leben und Leiden der Unschuldigen spielt.

Das Ende des Alptraums?

"Die syrische Armee ist mit Unterstützung der Russen auf dem Vormarsch und in den befreiten Teilen der Stadt gibt es wieder Wasser und Strom. Die Schulen werden wieder geöffnet. An vielen Orten finden Initiativen der Aussöhnung mit den Syrern statt, die sich den Rebellen angeschlossen hatten." So sagte es der Apostolische Vikar für die Katholiken des lateinischen Ritus in Aleppo, Bischof Georges Abou Khazen. Die Armee Assads scheint der Retter der verzweifelten Leute zu sein, die bisher in ständiger Angst vor den anfliegenden Granaten aus dem durch Rebellen besetzten Teil der Stadt in Dunkelheit warten mussten.

Russland und Assad zeigen Erbarmung

Die russische Luftwaffe wird nun UN-Hilfsgüter in die belagerte Deir-ez-Zor fliegen. Das bedeutet die Verstärkung der syrischen Luftbrücke in dieser Stadt, wo im Januar mit Hilfsgütern aus Russland begonnen wurde. Die Stadt Deir ez-Zor liegt weitgehend in Trümmern. Die östlichen Stadtviertel sind in den Händen des IS. In den westlichen, samt dem Militärflugplatz, Vororten und einigen Dörfern stehen die Republikanische Garde und tausende Freiwillige der Armee der in Verteidigungsstellungen.

Die Terror-Kämpfer hatten am 16. Januar 2016 am Euphrat-Ufer, westlich der Stadt Deir ez-Zor, dort liegenden Vororte überfallen und ein Blutbad angerichtet. Ein dortiger Menschenrechtler hat der Presseagentur ARA News berichtet: "Dutzende Frauen und Kinder wurden bestialisch enthauptet." Der IS habe sich für die verlorene Schlacht um den Luftwaffenstützpunkt in Deir ez-Zor an die Familienmitglieder der Soldaten der Armee der Volksverteidigung gerächt, so der Menschenrechtler.

Seit Mitte Januar werden die Flüge der Luftbrücke der russischen und syrischen Luftwaffe in die Gebiete, die noch immer von Terroristen belagert werden, geflogen. Etwa 100.000 Soldaten des regulären Heeres und der Volksmiliz werden ebenso belagert und kämpfen zusammen mit etwa 150.000 Zivilisten ums Überleben.

Eine der neuesten Nachrichten ist, Assad habe die Fahnenflüchtigen amnestiert. Unter die Amnestie kommen die ehemalige Soldaten der regulären syrischen Armee, gegen die nicht einmal wegen des Verdachts der schweren Kriegsverbrechen ermittelt wird und die sich binnen 30 Tagen freiwillig stellen. Für Fahnenflüchtige, die jetzt im Ausland leben, sei die Frist doppelt so lang.

Der russische Sieg ist in Sicht

Derzeit ist der Großangriff der syrischen Armee im vollen Gange. Zahlreiche Panzer, darunter die in der ganzen Welt gefürchtete T-90 Tagil (durch den Syrer Wladymir benannt) rollen nach Deir-ez-Zor und die Terroristenhochburg Rakka. Die fast unglaubliche Wendigkeit und die ausgezeichneten Schutzsysteme dieser ungeheuren Kriegsmaschine machen sie zu einer praktisch unbesiegbaren Angriffswaffe.

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