Da war ja letzte Woche Montag mal wieder die Welt über die Dampfergemeinde zusammengebrochen. Und selbst die, die sonst sehr gut informiert sind, standen zuerst vor dem Rätsel, welche Sau nun schon wieder durch das Dampferdorf getrieben wurde. Auslöser dieser leichten "Dampferpanik" war ein bereits am 23.12.2015 gefälltes Urteil, dessen Rechtsstreit bis ins Jahr 2013 zurückreicht und das erst am 06.02.2016 in den Schlagzeilen vieler Medien unreflektiert mit der Überschrift "BGH Urteil, Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten ist strafbar" auftauchte.

Über den späten Zeitpunkt der Veröffentlichung kann man nur spekulieren, denn es steht ja dieser Tage die Verabschiedung der TPD2 im Deutschen Bundestag aus. Und auch sonst ist der Zeitpunkt nicht ohne Brisanz. Denn wäre dieses Urteil früher öffentlich in den Medien behandelt worden, hätte es wohl möglich noch mehr Unterzeichner der Bundestagspetition gegeben. Ätsch, umsonst so lange damit gewartet kann man dazu nur sagen.

Gegenstand dieses Rechtsstreits war übrigens die Beschlagnahme und Untersagung zum Verkauf von nikotinhaltigen Liquiden der Stadt Frankfurt gegen einen E-Zigaretten-Händler, der seine zum Teil nikotinhaltigen Produkte on- und offline von einem Ladengeschäft aus vertrieb.

Dass bei den Konsumenten und erst recht bei den Herstellern sowie Händlern kurzzeitig eine leichte Panik ausgelöst wurde, ist verständlich. Und keiner weiß wirklich, ob man als Händler die Zeit bis Ende Mai gefahrlos überstehen kann. Eines ist aber dennoch gewiss: Dieses Urteil wird mit Sicherheit so manch umsteigewilligen Raucher abgeschreckt haben, um zur harmloseren Variante des Nikotinkonsums zu wechseln.

Deutsche rauchen wieder mehr 

Sicherlich auch Dank durch die wohl unfreiwillige Unterstützung des DKFZ, das so tatkräftig die E-Zigarette und das Dampfen verunglimpft, wurden und werden viele vom Dampfen abgeschreckt.

Seit 2011, als das Dampfen so richtig Fahrt aufgenommen hatte und die Raucherzahlen stark rückläufig wahren, sind die Raucherzahlen seit 2015 Jahr wieder deutlich gestiegen. Laut eines Artikels im "Handelsblatt", konnte die Tabakindustrie die Menge der zu versteuerten Zigaretten um 2,2 Prozent bzw. 1,7 Milliarden Stück deutlich erhöhen. Ich wage mal an dieser Stelle zu behaupten, nicht zuletzt dank der unerschütterlichen Bemühungen im Kampf gegen das Dampfen. Denn seit nun mehr als drei Jahren hat unter anderem die "Rote Reihe" Tabakprävention aus dem Haus des DKFZ nichts Besseres zu tun, als das Dampfen und nicht wie man annehmen könnte das Rauchen, zu bekämpfen. Danke also für gar nichts.

6 Millionen Krebs-Tote durchs Rauchen

Dass Rauchen schädlich ist und verschiedenste Krebsarten auslösen kann, ist allgemein hin bekannt. Fragen Sie ruhig Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, die müsste das wissen, falls sie das nicht vor lauter Kampf um den Dampf schon vergessen haben sollte. Das könnte man nämlich annehmen, wenn man bedenkt, dass diese Zahlen auf das Rauchen zurückzuführen sind, aber nicht auf das Dampfen zutreffen.

Das einmal im Vergleich zum Dampfen: 6.000.000 Krebs-Tote im Jahr 2014 weltweit durch Rauchen. 0 Todesopfer durch den Konsum der E-Zigarette. Professor Bernd Mayer von der "Karl-Franzen-Universität Graz, Institut für Pharmazeutische Wissenschaften" hat dies bei seiner öffentlichen Stellungsnahme für den Deutschen Bundestag, einmal in Nutzungszeit umgerechnet.

Die errechneten Daten sind recht beeindruckend. So kommt Prof. Mayer auf geschätzte 50-100 Millionen Jahre weltweit, wo niemand durch den Konsum von E-Zigarettenliquids, ernsthaft zu Schaden gekommen ist

Führen wir uns also nochmals die 6 Millionen Todesopfer der Tabakzigarette vor Augen, die jährlich sterben und halten uns in Erinnerung, wer wie und wie stark gegen die E-Zigarette vorgeht.

Danken wir ihnen also für gar nichts.

Foto: Jessy Morris / Jugendfoto.de #Gesundheit