Der polnische König Siegmund III., der König von Schweden Karl von Wittelsbach, Napoleon und Hitler: Sie haben alle denselben Fehler begangen. Nämlich den russischen Patriotismus und seine religiös-mystische Seite zu unterschätzen. Dieser mystische Patriotismus ist wieder erstarkt. Er war nur einmal schwach. Zur Zeit des ersten Weltkrieges, als das Zarenreich zusammen brach und zunächst durch Feind bezahlte Bolschewisten nach ihrer Machtübernahme viele Millionen Menschen, aus allen Völker Russlands, ins jenseits befördert haben. Putin erinnert regelmäßig an diese durchaus tragische Ereignisse um vor den Verrätern zu warnen, die ihre Schadenfreude über seine Misserfolge kaum verheimlichen können. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die harte Opposition von Putin bei dem russischen Volk keinerlei Ansehen genießt. Außer in Moskau und zum Teil auch in anderen Großstädten, hat diese keinen Einfluss im Land.

Das Dritte Rom

Russland wird höchstwahrscheinlich auch nie mehr ein kommunistisches Land sein. Anstattdessen wird der Gedanke von Moskau als das Dritte Rom, dass die Weltkultur gegen die Barbaren retten soll, immer wieder betont. Die historische Versöhnung der Russisch-Orthodoxen Kirche mit der Römisch-Katholischen Kirche kann man auch damit erklären.

Der Krieg in Syrien ist für die Russen zum Kreuzzug geworden

In Syrien treten sie in die Fußstapfen der römischen Legionen, der ersten christlichen Heiligen und der Kreuzritter. Sie sind bereit jeden, der ihnen in die Quere kommt, als einen gefährlichen Irrsinnigen zu betrachten. Dies bleibt im Westen weitgehend unbekannt und diese Unwissenheit kann sich als ein verhängnisvoller Fehler erweisen. Genauso wie unbegründete Einschätzungen, dass Sanktionen gegen Russland die Unterstützung für Putin in der Heimat vermindern könnten. Trotzdem sind die Russen ein berechenbarer Faktor in diesem Trauerspiel. Schließlich wollen sie keinen Vernichtungskrieg gegen das Abendland führen.

Die Russen wollen dem IS und den Salafisten, die christliche Stadtviertel in Aleppo Tag für Tag unter Beschuß der Artilleriewaffen nahmen, einen Vernichtungsschlag versetzen.

Denn durch ihre erbarmungslose und mit Wahnsinn gezeichnete Terroranschläge in den russischen Städten wurden die sog. Heiligen Krieger zum Todesfeind Russlands erklärt.

Können Sie nicht helfen da stören Sie zumindest nicht!

Dies ist die Haltung von Putin und Russland gegenüber Versuchen der Westmächte und der EU ein demokratisches Syrien zu schaffen. Und es hat so recht damit! Man versuchte doch schon dem Irak auf dem Weg zur Demokratie zu helfen... Was ist damit erreicht worden? Bestenfalls ein Islamist hätte die Macht in Damaskus demokratisch übernommen und dann alle dort ansässige moderaten Mosleme und Christen friedlich ausgerottet oder aus dem Land gejagt. Man muss schon ausgesprochen dumm oder verlogen sein, um zu behaupten, die sunnitische Mehrheit in Syrien hätte eine andere Wahl gemacht als es in Ägypten der Fall war.

Wozu also die Waffenruhe?

Warum also erklärten sich die Russen und ihre Verbündeten am Ende bereit, eine Waffenruhe einzuführen? Erstens wollen sie zeigen, dass nicht irgendwelche Barbaren sondern das Heilige Russland diesen Bombenkrieg führt. Die hilflosen Zivilisten, die zwischen die Fronten geraten sind, sollen nicht mit ihrem Leben für die Fehler und Verbrechen anderer Leute bezahlen müssen.

Zweitens haben jetzt die Türkei und Saudi-Arabien Gelegenheit ihre Söldner und Freiwilligen ungefährdet aus Syrien zurückzuziehen. Drittens werden die Russen nach den politischen Zugeständnissen für alle irgendwie moderaten, sunnitisch bewaffneten einheimischen Gruppierungen, diese auf der Seite Assads und gegen den IS sowie Al-Nussra haben. Und dies bedeutet einen großen Schritt nach vorn. Einen Schritt in der Richtung des endgültigen Siegs Russlands. So wie es fast niemand für möglich gehalten hat. Was immer dies bedeuten kann... #ISIS #Naher Osten #Wladimir Putin