Vor 100 Jahren wurde ein kleiner Autohersteller gegründet, der heute einer der größten deutschen Autohersteller ist: BMW. Der Konzern produziert seit seiner Gründung konstant Autos auf höchstem Niveau und verkauft sie mittlerweile in die ganze Welt. Dafür lässt man sich bei BMW im Moment im Rahmen des Firmenjubiläums gebührend feiern - dank 80 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr ist das finanziell auch kein Problem. Skandale wie bei VW, deren Abgasskandal sogar den Vorstand zum Rücktritt zwang, blieben in den letzten Jahren weitgehend aus.

Doch schon bei der Geburtstagsparty standen die ersten Miesmacher auf der Matte und jammerten über die schlechten Elektroautos, die BMW produziert. Über die großen, umweltschädlichen Limousinen und SUVs, die keine Zukunft hätten, wenn das Erdöl knapp wird. Über #Google, die ein intelligentes Auto entwickeln. Über Chinas schlechte Konjunktur...

Erst einmal könnte man einfach mal BMW für seine großartigen, erfolgreichen letzten 100 Jahre feiern, in denen die Münchener den Geschäftsleuten ein stilvolles Auto, den Autofreaks einen guten Hinterradantrieb und den Biomarktbesuchern einen gigantischen SUV verkauft haben. BMWs zeichnen sich durch hohe Qualität, Komfort und großen Fahrspaß aus, und das ist eine seltene Kombination, die man sonst nur selten findet. Und das wissen Kunden in aller Welt zu schätzen, vor allem mittlerweile auch in Fernost. Und die Marktposition im Oberklassesegment wird BMW auch so schnell niemand abnehmen. Der Markt ist groß genug für BMW, Audi und Mercedes, und um ehrlich zu sein, die Versuche anderer Autohersteller, dort einzudringen, sind nicht von Erfolg gekrönt.

Natürlich hat man recht, wenn man sagt, dass BMW sich mehr für Elektromobilität engagieren muss. Und das tun sie ja auch. Der i8 ist ein gutes Auto, er leidet nur unter den Symptomen, die allen Elektroautos zu schaffen machen: Kurze Reichweite, hoher Preis, schlechtes Aussehen und Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, weil sie leise sind. Um es kurz zu sagen: Man müsste mehrere schwere mentale Krankheiten haben, um ein Elektroauto heute schon kaufen zu wollen. Dass BMW schon 1% des Konzernergebnisses mit dem i8 erzielt, ist unter den Umständen sogar recht gut. Die hochgelobte Firma Tesla hat im letzten Jahr in Deutschland weniger Elektroautos verkauft als BMW. Auch Porsches neuer elektrischer Sportwagen ist zwar beeindruckend, aber kaum ein Auto für die Massen. Es wird noch viele Jahre dauern, bis Elektroautos für die Hersteller relevant werden.

Aber auch die klassischen BMWs sind nicht so schlimme Klima-Hooligans, wie Umweltschützer meinen. Wenn man sich einmal die Mühe macht und tatsächlich die Verbrauchswerte der BMWs mit Konkurrenz anderer Autohersteller vergleicht, dann sieht man sehr schnell, dass BMWs überaus verantwortungsbewusst mit Benzin umgehen. Der immer kritisch betrachtete X1 von BMW hat zwar einen relativ schlechten Ruf - er ist allerdings mit 5,3 Litern auf 100 Kilometern durchschittlichem Verbrauch wesentlich umweltfreundlicher als etwa ein Ford Mondeo, der 6,4 Liter für 100 Kilometer verbraucht. Einem SUV von BMW vorzuwerfen, dass er der Umwelt schade, ist, als wenn man Greenpeace vorwirft, den Weltmeeren zu schaden, weil sie große Schiffe benutzen.

Und das Google-Auto lassen wir an dieser Stelle mal wohlwollend unkommentiert. Ich möchte nur den Menschen treffen, der sich lieber in einen hässlichen grauen Wasauchimmer setzt anstatt in einen 3er BMW.

Abschließend bleibt es mir also nur, BMW zum 100. Geburtstag alles Gute zu wünschen. Und für die nächsten 100 Jahre: Verändert euch nicht so viel, wie andere es von euch wollen. Ich will auch in Zukunft noch ein Auto kaufen können, dass sich bei 200 km/h auf der Überholspur richtig wohl fühlt. Und ich hoffe, viele andere mit mir. #Jeremy Clarkson #BBC