"Bühnennebel auf dem Prüfstand"

So titelte unlängst der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik VPLT in seinem jüngsten Artikel auf seine Homepage. Der Verband beklagt darin, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen Antrag an die European Chemicals Agency (ECHA) gestellt hat, dass zukünftig die Vernebelungssubstanz 1,2-Propandiol (PG), die hauptsächlich auch bei der E-Zigarette als Trägersubstanz für die Dampferzeugung eingesetzt wird, eine Kennzeichnungspflicht erteilt werden soll. Laut BAuA habe auch schon bei einem einmaligen Kontakt mit dieser Trägersubstanz, eine Reizung der Atemwege und somit eine eindeutige Auswirkung auf die #Gesundheit stattgefunden.

Somit würde die gesamte Theaterbranche in Mitleidenschaft gezogen, da die einzelnen Firmen die Bühnennebel herstellen, eine Unbedenklichkeitsstudie für ihr Vernebelungsmaterial erbringen müssten. Richtigerweise vermutet der VPLT, dass der Versuch einer toxischen Einstufung von 1,2-Propandiol, auf den Kampf gegen die E-Zigarette zurückzuführen ist.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Da PG seit über 40 Jahre weltweit schon als harmlos eingestuft wird, gehe ich hier von einem kausalen Zusammenhang zwischen dem Antrag der BAuA an die ECHA und dem Versuch Frau Pötschken-Langers aus, das Dampfen auf lange Sicht weitestgehend für umsteigewillige Raucher unattraktiv zu machen, um so das Dogma einer Genuss- und total risikofreien Welt durchzusetzen. Warum gerade jetzt dieser heimliche und seltsame Vorstoß der BAuA?

Für meine Vermutung, dass dieser Antrag auf Druck des DKFZ unter Federführung von Pötschke-Langer zustande gekommen sein könnte, spricht auch die räumliche Nähe der "AGFJ Familienhilfe Stiftung" in Heidelberg zum DKFZ. Die Vorsitzende dieser Familienstiftung ist keine Geringere als die Präsidentin der BAuA, Frau Isabel Rothe. Beide Stiftungen liegen keine 1,5 Kilometer Luftlinie voneinander getrennt - beinahe schon nebeneinander. Bedenklich beim Zustandekommen des Antrags ist nicht nur eine mögliche persönliche Nähe der Vorsitzenden Isabel Rothe zu Frau Dr. Pötschke-Langer, sondern auch zur pharmazeutischen Industrie.

Laut ihrer Vita auf "BAuA.de" war Frau Rothe von 1992 – 2004 Referentin für Organisationsentwicklung im Konzernstab bei Schering und Leiterin der Funktion Business Coordination Pharmaceutical Production. Später war sie als kaufmännische Leiterin des Supply Center Berlin bei der Schering AG, die in 2006 vom Bayer Konzern übernommen wurde, tätig. Von 2004 – 2007 agierte sie dann als Geschäftsführerin der Jenapharm GmbH & Co. KG in Jena. Die Jenapharm soll zu DDR Zeiten am Doping von DDR Sportler beteiligt und gehört mittlerweile auch zum Bayer Konzern. 

Nur mal so zur Info: In 2014 verließ der bis dahin amtierende Chef der DKFZ Stiftung, Professor Dr. Otmar D. Wiestler seinen Posten und wurde ein neues Mitglied im Aufsichtsrat der Bayer AG. Ein Narr, der nichts arges dabei denkt, arbeiten doch beide, also das DKFZ und die Bayer Pharma, seit Jahren schon gut und eng zusammen. Nachzulesen auf "biotechnologie.de" unter dem Titel "Überraschend erfolgreich: DKFZ und Bayer verlängern Krebskooperation" vom 19.01.2011. 

Deutliche Worte zu Frau Pötchke-Langer findet übrigens auch der Branchenprimus SAFEX-Nebelsystem. Zitat: "... im Zusammenhang mit der WHO-Tagung zum Thema „Rauchen“ ... am 21. März 2015 verlässt Frau Pötschke-Langer jedoch endgültig den Bereich des menschlichen und wissenschaftlichen Anstands." 

Es darf also spekuliert werden, wie die Entscheidung des European Chemicals Agency (ECHA) ausgehen wird. Sollte man dem Antrag der BAuA folgen, würde dies nicht nur eine mittlere Katastrophe für die E-Zigarette bedeuten, sondern gleich einen zweiten Zweig hart treffen - nämlich auch die gesamte Bühnen- und Theaterbranche.

Hoffen wir, das es nicht dazu kommen wird. 

Lesen Sie auch: 

E-ZIGARETTE: SIND DIE E-DAMPFER DAS ZÜNGLEIN AN DER WAAGE BEI EINEM BREXIT?  #Europäische Union