Dampfer sind lebensbejahend

Ein Kommentarbeitrag von Daniel Schmahl

Genuss ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft und versüßt das Leben. Genuss huldigt das Dasein, ist beglückend, ist Balsam für die Seele und ist absolut lebensbejahend.

Etwas zu genießen, Dinge oder Verhaltensweisen, auch wenn sie augenscheinlich nicht gesund sind, ist typisch menschlich und gehört zum Leben dazu. Wenn es aber zu einer Sucht wird, wenn ich also mein Verhalten zu bestimmten Substanzen, Dingen oder Handlungsweisen die mich offensichtlich und tatsächlich schädigen nicht mehr steuern kann, dann kann die staatliche Fürsorge durchaus ihre Berechtigung haben, mir den oder die Wege aus diesem Verhaltens- oder Konsummuster aufzuzeigen, so ich es denn möchte.

Die Fürsorge verliert aber dann ihre Berechtigung, wenn das was ich genieße, mir und meiner Umwelt keinen Schaden zufügt, selbst wenn es sich um eine „Sucht“ im weitesten oder auch engeren Sinne handelt, weil sie fundamental in meine Lebensführung eingreift.

Demnach wäre auch ein Verbot eines Großteils von Aromen für E-Zigaretten, wie geplant, eine massive Einschränkung des Genusses und auch unmenschlich, da sie die Lebensführung massiv einschränkt. Sie wäre mit nichts zu begründen und entspränge einer ideologisch motivierten und genussfeindlichen Weltanschauung. Es geht dabei vorrangig um Macht und Kontrolle und trägt eindeutig pathologische Züge, dissozialer Persönlichkeitsstörungen, gewisser Verbotsforderer. In einer Demokratie darf sich die Politik nicht dem Diktat einer ideologischen und lebensfeindlichen Weltanschauung, unterwerfen. Die Politik hat die Freiheit des Individuums im Rahmen der rechtsstaatlichen Gewalt zu schützen!

Art 2 (1) des Grundgesetzes: Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“

Mit der E-Zigarette entfalte ich meine Persönlichkeit und ich schütze mich vor dem nachweislich schädlichen Tun des Rauchens, dem ich Jahrzehnte lang unkontrolliert gefrönt habe, bis hin, das mir durch diesen Konsum ein körperlicher Schaden entstanden ist. Ich dampfe zur eigenen Schadensabwehr und zum Genuss und entfalte meine Persönlichkeit in dem ich z. B. Aromen durch den Dampf meiner E-Zigarette genieße.

Ein Verbot von fruchtigen oder süßen Aromen in der E-Zigarette käme einer massiven Einschränkung der freien Entfaltung meiner Persönlichkeit gleich, egal, mit welcher Argumentation man dies zu begründen sucht. Der Schutz der Jugend ist im Jugendschutzgesetz verankert und kann keine Anwendung im Erwachsenenrecht finden, ansonsten würde das Jugendschutzgesetz seine Berechtigung verlieren und Alkohol müsste in den Giftschrank.

Bei der Gesetzgebung ist auch das Prinzip der Verhältnismäßigkeit geboten. Meine im Grundgesetz verankerten Rechte verbieten es mir auch nicht, mich als erwachsene Person selber zu schädigen. Es gibt keinen Straftatbestand der Selbstschädigung oder der Körperverletzung an der eigenen Person, wenn es denn mit Aromen so wäre! Somit würde ein Aromenverbot für E-Zigaretten mich persönlich in meiner Handlungsfreiheit massiv beschränken, obwohl ich auch nachweislich niemanden durch mein Tun schädige. Dies haben wohl auch die EU Politiker bei der TPD2 erkannt und auf ein Verbot von bestimmten Aromen verzichtet. Sie haben sich also nicht weiter einem ideologisch motivierten Diktat unterworfen und zumindest hier die Verhältnismäßigkeit gewahrt.

Ein Aromenverbot, egal ob auf Grundlage möglich schädigender Eigenschaften, oder aus ideologisch motivierten Prinzipien heraus, sollte von jedem Einzelnem widersprochen werden. Zur Not auch vor Gericht. Letztendlich sind wir es selber, die wir unsere Rechte als mündige Verbraucher wahrnehmen können und diesem ideologischen Verbotswahn Einhalt gebieten oder nicht. Sollte es denn tatsächlich in Deutschland zu einem weitreichenden Verkaufsverbot für Aromen in E-Zigaretten kommen. DS #Gesundheit