Die Domain ist MEIN!

Wer heute eine simple oder kurze Domain kaufen möchte, guckt oft auf ein "Ausverkauft" oder auf ein "Kaufe ruhig - aber bezahle ordentlich!". Eine Domain ist eigentlich kein teures Geschäft, außer es geht um Namen, die sich Domain-Spekulanten bereits unter den Nagel gerissen haben. In 2013 ging die Domain jobs.ca für 450 000 Euro über den Ladentisch und scheint somit der teuerste Domainverkauf dieses Jahres zu sein.

Der Bestpreis aller Zeiten für eine Domain geht an sex.com. Im Jahr 2010 wurde die Domain für nette 9,6 Millionen Euro verkauft. Nun bleibt einem als Neuling kaum noch etwas übrig vom Domainkuchen. Buchstabenkombinationen im Dreierpack? Pech gehabt! Ansonsten könnt ihr euch von maus.de bis kalender.com oder himmel.org alles abschminken.

Dabei ist es nicht unbedingt schlimm, dass viele solcher Begriffe schon vergriffen sind, aber wer genau auf die Suche geht, wird vielleicht etwas bemerken: Unglaublich viele #domains sind schlicht und ergreifend aufgrund von Spekulationen verschwunden. Sie werden nicht genutzt, sondern als Köder für den Unternehmer mit genug Geld in der Tasche ausgelegt. Eine profitable Idee? Mit Sicherheit! Aber dennoch bleibt kontraproduktiv, weil sie viele Chancen anderen versagt und den Einstieg für neue Ideen erschwert.

Für das Geld gegen Weiterentwicklung

Domainverkäufe und deren gesamte Kulisse sind auch ein Zeichen dafür, wie dominant Geld im #Internet ist und maßgeblich versucht in das Geschehen einzugreifen. Menschen kaufen sich virtuelle Rechte, Werbeplätze, Links und eben auch Domainadressen. Qualität könnte genau hier eigentlich mit der Leistung erreicht werden, etwas Sinnvolles für andere beitragen zu wollen. Gewürdigt könnte sie werden, indem man sie als Quellen mit einbezieht, sprich: Sie verlinkt.

Heute kauft man bzw. müssen manche Unternehmer Links kaufen, weil immer weniger Leute noch einen simplen Link als sinnvolles und anständiges Dankeschön übrig haben. Auch Social-Media profitiert davon natürlich durch Werbeeinnahmen. Wieder zeigt sich, wie auch hier im Internet der Eigentumsgedanke zugeschlagen hat und damit der Weiterentwicklung ein großes Bein gestellt wird. Wodurch entsteht Wissenschaft? Wir forschen, tauschen aus, sammeln Quellen, erschaffen etwas Neues und werden selbst zu einer Quelle für jemand anderen. Im Internet wird das heute kaum noch aus freiem Willen praktiziert - es könnten ja ein paar Euros an einem vorbeiziehen.

Anstatt man Domains den Leuten überlässt, die etwas Sinnvolles damit anzufangen wissen, wird sie lieber blockiert.

Mehr Domainendungen

Man kann es nun auch aus zwei Perspektiven betrachten, dass immer mehr Domainendungen aus dem Boden sprießen. An die 270 Endungen soll es ja mittlerweile geben. Nun, die erste Perspektive ist: Wir geben neue Chancen, sinnvolle und gute Domains zu kaufen. Perspektive zwei: Wir blähen den Markt weiter auf, um den Wahnsinn erneut zu entfachen und die Kasse wieder zum Klingen zu bringen. Schließlich sind die Preise für neuere Endungen teilweise um einiges Höher, als bspw. für eine .de Endung.

Weil es so teuer war, das neue "Endungsgebiet" zu erschließen? Weil die Entwicklung weniger neuer Buchstaben hinter dem Punkt enorme Entwicklungskosten mit sich gebracht hat? Ich bitte euch! Klar gibt es in jeder, wie auch in dieser Hinsicht immer Ausnahmen aber Domainverkauf war, ist und bleibt oft eine lukrative Spekulation auf Kosten der Produktivität von tüchtigen Machern.