Wenn gar nichts mehr geht, dann muss Jessica eben herhalten. Selbst heute kündigt der Sender in einer Pressemitteilung den nackten Busen von Jessica bei #Promi Big Brother an. Wenn es etwas gibt, was dem Zuschauer bei der 3. Staffel in Erinnerung bleibt, dann die Brüste von Frau Paszka. Irgendwann ist's echt mal gut. Kein Wunder, dass die dritte Staffel von Promi Big Brother im Vergleich zum Vorjahr bis zu 700.000 Zuschauer verloren hat. Die Macher servieren Altbackendes und auch SAT.1 versagt auf ganzer Linie. Mögliche Ursachen.

Produktion ist kreativlos

Endemol hält die Rechte an dem Format und ist seit der ersten Stunde dabei. Man darf also von dieser erfahrenden Produktionsfirma durchaus Kreativität erwarten. Doch was macht man auch in diesem Jahr? Immer den gleichen Unsinn. Die Spiele sind nichts Neues. Warum nicht mal ein fieses Quiz machen. Das Big Brother Radio hatte hierzu schon einige Vorschläge in seinen Sendungen gesponnen. Zum Beispiel "Wie prominent bist du wirklich?" Man hätte hier diese Z-Promis schön auflaufen lassen können. Oder oben im Luxusbereich auch mal die Leute mit dem Essen von der Kanalisation bestrafen. Da würden einige freiwillig runterziehen. Stattdessen immer die selben Regeln und Abläufe. Und wenn keine Bilder zum Versenden da sind, werden Parties mit dämlichen Tierkostümen veranstaltet und dazu Alkohol serviert. Wenn sowas passiert, wissen wir Medienvertreter und immer mehr Stammzuschauer: Die Luft ist schon raus bei Endemol.

Livestream schaltet zu oft weg

Der Livestream sollte den Leuten eigentlich Lust auf mehr Big Brother machen. Doch stattdessen wurde dort in der ersten Woche völlig wild zensiert. Was erzählte Cathy Lugner nach dem Treffen mit ihrem Mann Richard "Mörtel" Lugner - Cut, nichts erfahren. Was war da für ein Streit mit Edona James - Cut, Blende 20 Minuten lang auf Stephen Dürr beim Hose anziehen. Eine Unverschämtheit! Zu groß war die Angst der Macher, man könnte ja schon Bildmaterial der Tageszusammenfassung nicht mehr exklusiv haben. Nicht selten wurde teilweise bis zu 30 Minuten der Rattenkäfig gezeigt. Gääähn!

SAT.1 liefert kaum Erkenntnisse

Die Pressearbeit von SAT.1 kam viel zu spät in die Gänge. Geschichten, die die Show im Gespräch halten, gibt es so gut wie keine. Die Webshow mit Aaron Troschke ist zum Einschlafen und nur für Hartgesottende zu ertragen. Die Schalte zum Troschke in der Show ist reine Werbung für den Hashtag #PromiBigBrother. Die Interviews auf sixx oder im SAT.1 Frühstücksfernsehen mit Ex-Bewohnern sind zäh und liefern kaum Erkenntnisse für den Fan. Selbst die BILD, die auch den Livestream zeigt, verpackt fast immer dasselbe Thema. "Popo-Klatscher für Jessica" oder "Jessica bekommt einen Klaps auf dem Po". Jessica oben ohne oder Jessi mit blanken Brüsten. Wenn schon der BILD die Geschichten ausgehen. Und die Kandidaten? Absolute Memmen! Sie wollen bitte nominiert werden. Und einige Bewohner tun ihnen auch noch den Gefallen. Eine Frechheit am Zuschauer. Wahrscheinlich ist dem Rest im TV-Knast schon zu langweilig geworden, dass man noch vor Freitag da raus will. Verstehen kann man's ja.

Fotos: Yannik Markworth / SAT.1 / SAT.1, Willi Weber #Reality-TV #Sat. 1