Das Konzept der #Demokratie entstand in der Antike, hatte aber bei den Philosophen keinen guten Ruf. Das liegt zum Teil daran, dass die Demokraten keine Schriften verfasst haben. Sie waren zu sehr im politischen Tagesgesschäft eingebunden. Wir kennen die Demokratie also nur aus dem Munde der Kritiker. Kein guter Beginn. Denker wie Aristoteles und Platon hatten nämlich ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie. Platon nahm der Demokratie übel, dass sie seinen Lehrer Sokrates zum Tode verurteilte. Und Aristoteles war Platons Schüler. Insofern gibt es nur kritische Stimmen zur Demokratie. Darin liegt wohl zum Teil begründet, warum dieses politische System lange Zeit kaum Chancen hatte, eine echte Erfolgsgeschichte zu werden.

Doch das reicht nicht aus, um zu erklären, warum die Demokratie längste Zeit nicht in Betracht kam. Die Kritiker der Demokratie zeigten nämlich bereits in der Antike, warum dieses System manchmal so gefährlich sein kann. Platon und Aristoteles suchten nach Wahrheit und wenn sie demokratische Debatten beobachteten, sahen sie überwiegend Täuschung, Opportunismus und Lügen.

Gerade in unserer Zeit wird dieses Problem akut. Natürlich soll in einer Demokratie das Volk der Souvären sein; doch was tun wir, wenn dieses Volk von Demagogen angestachelt wird, Wahrheiten zu akzeptieren, die eigentlich Lügen sind?

Sowohl die #AfD wie auch #Donald Trump perfektionieren gerade diese Masche. Generell scheint derzeit ein Trend zur Radikalisierung durch viele Gesellschaften zu gehen. Dabei werden Teile der Realität herausgegriffen und medienwirksam zu großen Problemen stilisiert.

Trump rühmt sich, der Einzige zu sein, der die Dinge beim Namen nennt. Dass er dabei permanent übertreibt und manchmal einfach lügt, scheint viele Bürger nicht zu stören. Warum? Weil er gekonnt den Frust und die Ängste der Bürger anspricht und dramatisiert.

Das gleiche finden wir in der AfD. Obwohl eine große Anzahl der Bürger kaum negative Erfahrungen mit Flüchtlingen hat, geht eine Angst durch Deutschland vor diesen Flüchtlingen. Und die AfD dramatisiert diese Angst. Es gibt dem Volk Recht und bestärkt es in der eigenen Wahrnehmung. Deshalb ist die AfD auch so erfolgreich. "Endlich spricht jemand aus, was ich denke."

Das Problem dabei?! Angst ist kein objektives Kriterium. Angst ist ein gutes Kriterium, um über Politik an Stammtischen zu plaudern. Und bis vor Kurzem war es tatsächlich der Platz für solche politischen Debatten. Nun kommen aber Politiker auf den Plan, die den Stammtisch in die breite Öffentlichkeit tragen.

Das ist demagogische Politik, die Aristoteles und Platon ablehnten. Doch wie reagieren wir darauf, ohne die Demokratie zu gefährden? Derzeit haben die Medien und die etablierten Parteien zwei Ansätze, die beide wenig effektiv sind.

Zum einen greift man die Demagogen einfach an und versucht sie mit Übertreibungen zu diffamieren. Wenig effektiv, weil man die Anhänger noch weiter in die Arme der Demagogen treibt. Den Teile der Bevölkerung sehen sich nun darin bestärkt, dass man der Politik nicht trauen kann.

„Schaut, wie sie darauf reagieren, wenn man endlich die Wahrheit sagt.“

Der zweite Ansatz ist etwas effektiver. Parteien und Medien bemühen sich derzeit, die vermeintlichen Wahrheiten mit Fakten zu entkräften. Statistiken à la „Kriminalität unter Ausländern“ werden angeführt, um die Themen ins rechte Licht zu rücken. Prinzipiell ein guter Ansatz, sofern die Statistiken nicht geschönt werden. Aber Statistiken sprechen keine Emotionen an; sie sind erstmal kalt. Und das Problem liegt derzeit in den Emotionen des Volkes.

Wie also den Demagogen begegnen? In meinen Augen müssen Politiker wieder emotionaler und emphatischer werden. Politiker täten gut daran, die Menschen emotional anzusprechen, statt ständig die Gegner zu diffamieren oder rational zu argumentieren. Denn Demagogen kann man nur so den Wind aus den Segeln nehmen.