Drastische Äußerungen, Widersprüche, offener Sexismus, brutale Metaphorik und eher einfacher Satzbau: Obwohl #Donald Trump aufgrund seiner #rhetorik oftmals nicht als besonders intellektuell wahrgenommen wird, hat er es im Rennen um die US-Präsidentschaft dennoch relativ weit gebracht. Wie kommt das?

Donald Trump möchte "eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen", "Hillary ins Gefängnis stecken" und bezichtigt die Presse der Wahlmanipulation (“The election is rigged!”). Das sind nur einige Beispiele für den häufig extremen Charakter von Trumps Worten. So viel aggressive Hetze hat es auch in den USA selten gegeben. Dafür erntet der Präsidentschaftskandidat regelmäßig Kritik von der Presse.

Politische Souveränität ist nicht Trumps Stärke — so scheint es zumindest. Doch steckt hinter seinen #reden, Tweets und sonstigen Aussagen mehr als sich gemeinhin vermuten lässt. Beim genaueren Hinsehen erschließt sich der Trump-Effekt. Die rhetorische Trickkiste, in die dabei gegriffen wird, existiert bereits seit Aristoteles.

1. Metaphern

Metaphern wurden von politischen Rednern bereits seit Jahrhunderten verwendet, um eine Wirkung beim Zuhörer zu erzielen. Trump nennt Hillary Clinton nur noch “crooked Hillary” (crooked: krumm, betrügerisch, korrupt). Auch wenn es sich dabei um eine unbelegte, zu persönliche und unsachliche Äußerung handelt, sind Metaphern dieser Art sehr einprägsam, da sie beim Hörer ein Bild erwecken, das nicht rational hinterfragt wird.

2. Emotionen

Emotionen zu wecken bedeutet den Hörer für sich zu gewinnen. Das wusste bereits Aristoteles, der seinerzeit Pathos (Gefühl), Ethos (Autorität) und Logos (Argument) als Grundpfeiler der Rhetorik definierte. Ob auf positive oder negative Weise: Trump lässt mit seiner oftmals wütenden Art und entsprechender Redeführung niemanden gleichgültig, hebt sich auf diese Weise von seiner wesentlich weniger kontroversen Konkurrentin Hillary Clinton hervor und sorgt mit seinen Äußerungen für viel Aufmerksamkeit.

3. Wiederholungen

Wenn man etwas oft genug wiederholt, wird die Zuhörerschaft früher oder später daran glauben. Das wusste schon Goebbels, der in seinen Reden ebenfalls zu Wiederholungen tendierte und damit äußerst erfolgreich war. Das Gehirn mag Muster; entsprechend prägen sich Wiederholungen — welcher Art auch immer — schnell ein. So ist es auch für blatante Lügen unschwer, sich in den Köpfen der Anhängerschaft festzusetzen.

4. Einfache Sprache

Der Präsidentschaftskandidat bedient sich zumeist kurzer Sätze. Auch einfaches Vokabular gehört zu seinem Repertoire. Kurzum: Er benutzt eine Sprache, die Linguisten "basic cognition level language" nennen. Damit spricht er zum einen die weniger gebildeten Bevölkerungsschichten an. Zum anderen bewirkt er mit allgemein gültigen Aussagen mehr Potenzial für Zustimmung, denn: Unter Mauer bauen lassen sich unterschiedliche Szenarios vorstellen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Trumps Erfolg Strategien zu verdanken ist, die mit politischen Inhalten an sich nicht viel zu tun haben. Es sind jene Inhalte, die infolge von Kontroversen immer mehr aus dem Bild der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Wenn Trump zum Präsident gewählt wird, dürfte die nächste US-Präsidentschaftsära allein aufgrund der intensiven medialen Auseinandersetzung mit seinem Verhalten interessant werden.