Seit nahezu 35 Jahren ist die Prämierung der schönsten Buden ein Höhepunkt des Christkindlesmarkt. Bei der ersten Vergabe des Zwetschgermohs in Gold, Silber und Bronze im Jahr 1981 war das Internet als weltumspannendes Kommunikationsmedium noch nicht einmal erfunden; Begriffe wie Social Media oder Online waren unbekannt.

Doch seitdem hat sich viel verändert. Seit 2014 können die Besucher mit entscheiden, wer den Zwetschgermoh erhält.

In meiner Pubertät hatte ich ich mich prompt in das Grinskindlein verliebt, so süß war es. Christliche Gedanken traten erstmals in den Hintergrund. Gern wäre ich der Knecht Ruprecht gewesen.

Anfangs noch von einer Schauspielerin dargestellt, ging man 1970 dazu über, dass das Amt des Nürnberger Christkinds von einer jungen Nürnbergerin eingenommen werden sollte, die nicht zu Unrecht als die schönsten Frauen Deutschlands gelten.

Die "Christkindlein" müssen seit längerem in Nürnberg wohnen oder sogar möglichst in der Stadt geboren sein. Weitere Anforderungen sind eine Mindestgröße von 1,60 Meter sowie Schwindelfreiheit und Wetterfestigkeit. Neben diesen Kriterien sollte das Christkind herzlich sein, offen und belastbar.

Jedenfalls lohnt der Besuch in Nürnberg ohnehin immer, auch ohne den Christkindlesmarkt, auf dem es manchmal schon eng werden kann.

Mit hochrotem Gesicht echauffieren sich aktuell Freunde der weihnachtlichen Kultur und Tradition, weil der Weihnachtsmarkt vielerorts zum Winter- oder #Lichtermarkt umbenannt wird.

Dabei sind diese Leute bisher gar nicht so als fleißige Kirchgänger in Erscheinung getreten. Glühwein wird doch wohl ohnehin nicht verboten werden?

In Mitteldeutschland hatte man während die DDR-Zeit sowieso andere Begriffe. Und der Zusammenhang von Christi Geburt mit „Markt“ ist an sich schon widersinnig, besonders wenn man an Jesu Vertreibung der Händler aus dem Tempel denkt.

Was wird dann los sein, wenn man aus Rücksicht auf den Islam alkoholische Getränke auf dem Wintermarkt verbietet?

Für bibelfeste Christen ist der Weihnachstrummel schon lange unerträglich. Mit der Botschaft Christi hat das nur noch wenig zu tun, wenn auf dem Hochseil Nikolaus und Grinskindlein über den Markt schweben – eher Zirkus.

Und siehe da, der Papst tobte bereits letztes Jahr. Aber anders als erwartet. Ähnlich wie Kaiser Wilhelm zum Reichstag, hat er bestimmte Auswüchse zu #Weihnachten als „Affentheater“ bezeichnet.

Aber wie schon ähnlich scharfe Äußerungen des Papstes zu den Finanzmärkten oder zur Umweltzerstörung, wird das recht gelassen hingenommen. Den Echauffierten geht es also doch mehr um den Glühwein?

Dabei sollte man den Papst nicht unterschätzen, denn er ist wahrscheinlich der informierteste Mann der Welt und weiß oft mehr als der eine oder andere Geheimdienst. Die Kirche hat Augen und Ohren überall auf der Welt. Gerade zu Weihnachten! "Wurde da nicht Moses geboren?", fragt sich der eine oder andere?

Zeit, mal wieder die Weihnachstgeschichte zu lesen. Obwohl ich im Deutschlandfunk hörte, dass ein protestantischer Amtsträger meinte, man müsse die biblischen Geschichten nicht 1:1 glauben - eher symbolisch und allegorisch betrachten!

Frohe Adventszeit! (Was heißt eigentlich "Advent"?) #Weihnachstmarkt