Die Welt hat einen irreversiblen Wandel in den letzten Jahrzehnten erlebt, der die Vision und die Aussichten der Menschheit entscheidend verändert hat. Mit dem Ende des Kalten Kriegs erblühte die Hoffnung auf eine neue Zeitära. Eine Ära der Freiheit, der demokratischen Werte sowie des Weltfriedens. Stattdessen berichten uns Nachrichten über Krieg und Terrorismus, die die „freie Welt“ bedrohen. Doch auch der Westen, der als Vorreiter jener liberalen Bewegung galt, läuft auf eine Radikalisierung zu. Was ist schlussendlich mit diesem Ideal passiert?

Noch bevor die Jahrtausendwende anbrach, erlebten die einzelnen europäischen Staaten eine EU-Metamorphose des multikulturellen Wohlstands. Doch der Traum einer „Weltmacht EU“, wurde in den letzten Jahren auf die Probe gestellt. Ist die EU, geplagt von Wirtschaftskrisen, Brexit/Nationalgefühle, Flüchtlingen und Populisten, tatsächlich den Anforderungen dieser turbulenten Zeiten gewachsen. Oder ist dieses Staatenbündnis, schlicht eine Illusion von Denker die unsere Zeit weit voraus waren?

In den USA, vorangetrieben durch die neuen Möglichkeiten, die uns die Netzwerke boten, begeisterte eine neue Bewegung, die nach dem Schock und der Verwirrung des 11. Septembers die Schwelle zwischen Arm und Reich, schwarz und weiß, Furcht und Weltoffenheit, gradebiegen sollte. Für viele US Amerikaner war Obama, trotz Mediatischen Großgebots, den neuen Anforderungen nicht gewachsen. Die wahre Revolution vollzog sich in den letzten Präsidentschaftswahlen. Zum einen stand eine zwar erfahrene, aber wenig vertrauenwürdige Clinton, die als das bessere übel gegenüber einem egozentrisch radikalen Trump wirkte. Zum anderen galt ein erfolgreicher Milliardär, der unkonventionell diejenigen Sachen äußerte, die viele dachten, aber nie sagten. Trump ist kein Mann der großen Ideen oder der eloquenten Reden. Für viele seiner Wähler ist er der Mann der Taten, die in diesen Zeiten dringend benötigt wird. Doch vor allem ist Trump der Mann, der die gegenwärtige Medienlandschaft zu nutzen weiß.

Hat sich der naive Hinterwäldler, überfordern durch eine weltgewandte Gegenwart, durch den Charme jener Populisten in den USA und Europa überführen lassen?

Oder hat sich der elitäre Kosmopolit in Großstädten wie New York, London oder Paris, bestätigt durch Gleichdenkende in anderen Teile der Welt, die Realität seiner Umgebung selbstgefällig außer Augen gelassen, währen eine „majoritäre Minderheit“, jene vergessene Masse, übertönt durch jene Eliten, einen Schrei auf Anerkennung ersuchte?

Weder noch. Tatsache ist, dass es eine gesellschaftliche Spaltung gibt, in der Weltbilder aufeinandertreffen. Doch ist dies nicht Teil einer Demokratie?

Der Unterschied ist, dass diese Spaltung nicht mehr auf Staaten bezogen ist. Durch die Globalisierung und des Internets ist die Welt viel komplexer um sie schlicht regional zu betrachten. Das ende der Nationalstaaten, und der Beginn einer globalen Demokratie. Eine Demokratie, die tollpatschig und ohne Richtlinien umherschleift.

Hat uns die Mediatische Revolution überrollt, so wie jene französische oder industrielle Revolution zu ihrer Anfangs- und der darauffolgenden Zeit?

Ist dies der Beginn einer Diktatur der Massen, also eine anarchische Demokratie, wovor uns Aristoteles warnte?

Doch Anarchie muss nicht unbedingt was Schlechtes bedeuten. Anarchie ist laut Kant das zwanglose und ungeschriebene Gesetz der Verständigung, also der Kategorische Imperativ der Freiheit. Doch Anarchie verbirgt auch eine dunkle Seite des Ungehorsams, des Chaos, der Selbstzerstörung.

Eine pubertierende Weltordnung sucht seine Identität. Es liegt an uns, ob wir letztere anarchische Zustände annehmen, indem die zwischenmenschliche Kommunikation versagt, und wir von Radikalen, Populisten -eben Anarchisten - bevormundet werden wollen; Oder entwickeln wir eine globale Sprache der Verständigung, die eine freie und globale anarchische Demokratie des Friedens hervorruft. Die technischen Mittel sind uns gegeben. Zeit wir es, dass wir entscheiden. #Donald Trump #Europäische Union