Fünfeinhalb Jahre ist die nukleare Katastrophe von Fukushima, Japan, her. Was den #pazifik angeht, geht es steil bergab. Ich bin Filmemacherin, Dokumentarfilmerin.

Seit 5 Jahren bin ich regelmässig in Kalifornien. Das erste Mal vor 17 Jahren. Da lag ich morgens im Pazifik auf einem Surfbrett und genoss die leichten Wellen, als eine Delfinfamilie mich besuchte und in einem Kreis um mich herum schwamm. Das sind Erinnerungen, die im Gedächtnis bleiben. Momente in denen Du Dich mit allem verbunden fühlst, Deine Einsamkeit vergisst und der Glaube an etwas Grösseres sich auftut. Zumindest bei mir.

Kein anderer Ozean, wie der Pazifik, hat mich so bewegt und tut es immer noch. Heute stehe ich am Strand von Malibu und sehe keine Delfine, nur eine tote Möwe...hmm, nicht das erste Mal in diesem Jahr. Als ich vor einem halben Jahr in Los Angeles war, kam mein AirBnb Host, Dianne, abends aufgewühlt nach Hause und meinte, vor ihr hätte ein Seelöwe versucht den PCH (pacific coastal highway) zu überqueren und wäre vor ihren Augen gestorben.

Die Surfer sind nach wie vor reichlich in den Wellen unterwegs. Ich traue mich nur noch mit den Füssen ins Wasser.

Was sind nun die Fakten im November 2016 mit Fukushima und dem Pazifik. Mal sehen, was ich bei Google finde...

Die erste Meldung, die aufpopt, geht mal wieder um Geld. Letzten Monat meldet die (dpa) Tokio:" - Die Stilllegung der japanischen Atomruine #fukushima wird noch viel teurer als bislang angenommen..."

Aha, darüber hat sich natürlich vorher niemand Gedanken gemacht... Erschaffungskosten sind egal, erneuerbare Energien zu teuer, Tepco baut sogar ein neues Atomkraftwerk? Wird diese Stilllegung dann vielleicht...unbezahlbar?

In der "Zeit Online" finde ich folgenden Artikel vom 8.März 2016:

"Tepco hat Arbeiter ausgebeutet, Strahlenwerte verfälscht, Gefahren kleingeredet. Trotz allem bekommt der AKW-Betreiber Fukushimas Reaktor-Ruinen langsam unter Kontrolle."

Was meinen die damit, "langsam unter Kontrolle"? Dass nur noch 300 Tonnen radioaktives Wasser täglich in meinen geliebten Pazifik laufen, dass Wale mit grossen Tumorgeschwüren gesichtet werden, Fische nicht mehr verzehrt werden sollen...

Ich betrachte meinen geliebten Ozean mit Mitgefühl, fühle mich ohnmächtig, aber dennoch verbunden. Vielleicht spiegelt der Zustand des Meeres, den Zustand in uns Menschen wieder. Eine Gesellschaft, die so kraftvoll sein könnte, wenn sie die Schönheit im Einfachen und die Verbundenheit mit Allem erkennen könnte. #radioaktiv