Haben wir bereits den Journalismus 4.0?

Durch die heraufdämmernde Industrie 4.0 wird sich unsere Welt entscheidend verändern. Neue Arbeitsplätze sollen entstehen – für Spezialisten. Gut, wenn man dann mit einem #Studium aufwarten kann.

Ist das die Wahrheit oder bereits #Journalismus, so frotzelten wir früher! 

 

Zahlreiche Studiengänge werden in Deutschland angeboten. Diese lassen sich in neun Studienrichtungen einteilen:

  • Journalistik,
  • Publizistik
  • Kommunikationswissenschaft,
  • Medienwissenschaft,
  • Medienwirtschaft,
  • PR/Öffentlichkeitsarbeit,
  • Medientechnik,
  • Multimedia und
  • Medieninformatik,
  • Medienkultur und schließlich
  • Mediendesign.

 

Das waren noch Zeiten

Ich kann mich gut erinnern, als ich vor über 50 Jahren bei meinem Vater auf dem Arm saß und mir die Bilder im Aushang einer kleinen oberfränkischen Regionalzeitung ansah, während er Nachrichten las. Ein Abonnement konnten wir uns nicht leisten, die Wohlstandsjahre waren noch nicht ausgerufen, Arbeiter verdienten sehr schlecht.

Später forderte mich mein Lehrer auf,  in der Schülerzeitung TROMMEL mitzumachen. Schnell war ich stellvertretender „Chefredakteur“. Das ging nicht lange gut, weil wir in einem Artikel die Beziehung „Lehrer-Schüler“ unvorsichtig als „Freund-Feind-Beziehung“ benannt hatten. Der „Chefredakteur“ mußte die Schule verlassen, ich durfte bleiben, weil ich dummerweise gerade einen Buchpreis für meine schulischen Leistungen bekommen hatte.

Eigentlich wollte ich in Berlin studieren, was damals mit Lehre und Fachoberschulereife noch ging. In der Wartezeit fing ich eine Schriftsetzerlehre an – quasi das Handwerk von der Pike auf lernen. Die Regional-Redakteure rieten mir aber ab, Journalismus zu studieren. Lieber sollte man in einer Redaktion das Handwerk lernen. Denn da würde man das Verkaufen besser lernen, als an der Uni. Hier galt damals schon: Die Artikel müssen auch „Käufer“ finden, sonst ist man schnell bei brotloser Kunst.

Jedenfalls verkaufte ich prompt einen kleinen  80 -Zeiler an eine ultralinke Zeitschrift, die von einem gewissen Meinhof herausgegeben wurde, was ich aber nicht wußte. Fünfundsechzig Pfennig gab es pro Zeile und ich hatte mit einem kleinen Artikel mehr verdient, als ich im Monat als Lehrling bekam.

Weil das Thema aber kritisch zu F.-J- Strauß geschrieben war, der Eigentümer der Zeitung ausgerechnet ein bekannter CSU-Politiker, emigrierte ich nach Berlin! 

So lernte ich früh, was kritischer Journalismus auslösen kann. 

Journalismus 4.0? Wer bezahlt ihn?

Der Umbruch im Journalismus ist voll im Gange. Soll man also noch studieren, wo doch heute jeder Mitteilungsbedürftige seinen eigenen Blog schreiben kann? Seriöser Journalismus sei das aber nicht, die ganze Bloggerei. Die schreiben doch nach dem Oettinger-Prinzip "frisch from the liver, as we germans say"

 

Weil die Leser im Web kaum ein paar Cent für einen Artikel bezahlen möchten, bei der Flut an Informationen, geht man die Kostenfrage überwiegend per Werbeeinblendungen an. Das hat den Nachteil, dass seriöser Journalismus, der oft zeit- und nervenaufreibend ist, sich mit den Clickzahlen der leichten populären Boulevard-News messen lassen muß. Und auf lange Sicht ziemlich einsam dasteht?

Der Königsweg wurde hier noch nicht gefunden. Große Plattformen haben häufig einen oder mehrere Sponsoren und arbeiten entsprechend tendenziell. Auch Parteien, Wirtschaft und diverse Interessengruppen betreiben heute, teilweise gut getarnt, Foren und Newsportale.

Wie sich seriöser Journalismus als Journalismus 4.0 in Zeiten von Industrie 4.0 darstellen wird, bleibt spannend. Schafft es im Internet ein Blog oder Portal unabhängig auf gewisse Leserzahlen zu kommen, dann sind die Anfeindungen entsprechend. Jede von der eigenen abweichende Meinung ist derzeit ohnehin #Lügenpresse – notfalls zieht man auch die Nazikeule, falls man nicht im gerade geltenden #Nudging Rahmen schreibt! #Medien

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