Monatelang hat #Donald Trump alles daran gesetzt, um vom Volk nicht gewählt zu werden.

Er beleidigte aufs übelste behinderte Menschen, Frauen, Homosexuelle und Latinos. Er pöbelte, war obszön, ordinär, vulgär und äußerst chauvinistisch. Donald Trump, ein Geschäftsmann, ein Mann der Wirtschaft, kein Mann der Politik und schon gar nicht ein Mann des einfachen Volkes. Trump interessiert sich nur für Trump und sonst für nichts.

Alles, aber auch wirklich alles, erinnerte an eine gut durchdachte Werbekampagne für das Wirtschaftsimperium “DONALD TRUMP“. Doch nun hat er den Salat und muss den Staatsmann mimen, eine Aufgabe, die ihm, dem Wirtschaftsmogul, so gar nicht liegt.

Seine Strategie schien zunächst auch aufzugehen. Ständig lag er in den Wahlprognosen deutlich hinter Clinton. Holte er an Stimmen wieder auf, kam der nächste Fettnapf, die nächste Beleidigung, der nächste Eklat. Zum Schluss wurde der Wahlkampf so richtig schmutzig und Clinton “brillierte“, ganz Staatsfrau eben. Wieder sah es nach einem deutlichen Vorsprung Hillary Clintons aus, der sich aber in den letzten Wochen vor der Wahl wieder deutlich verringerte. Spätestens als Trump in den Umfrageergebnissen wieder aufgeholt hatte, äußerte ich mich im kleinen Kreis, dass wohl am Ende Trump das Rennen machen wird. So kam es dann auch. Wie beim Berxit auch, hatte ich da eine Vorahnung, ein Gefühl, dass es so kommen würde, dass sich die Unzufriedenen, jene mit der Wut im Bauch und die Verängstigten, die sonst nie zur Wahl gehen, diesmal ihr Votum einreichen und somit das Zünglein an der Waage spielen werden.

Was bedeutet Trumps Wahlsieg nun für die USA, Amerika und die Welt?

Erstens: Trump ist wie gesagt in erster Linie Milliardär und Geschäftsmann, aber kein Politiker.

Als Mann der Wirtschaft ist er mit den Finessen des Kapitalismus bestens betraut, und das dürfte sein größter Vorteil sein. Denn anders als Berufspolitiker wird er nicht so anfällig für die Art von Zuwendungen sein, die sein Leben nach der Politik versüßen könnten, um es einmal vornehm auszudrücken.

Zweitens: Trump interessiert sich nur für Trump und ist zudem ein großer Bewunderer von sich selbst und von Putin.

Die politischen Spannungen zwischen Russland und den USA dürften nachlassen, im besten Fall sogar ganz verschwinden, sollten sich Putin und Trump auch nach einem ersten Treffen persönlich gut verstehen. Entspannung wäre beim Sieg von H. Clinton in weite Ferne gerückt und der Ost-West-Konflikt wäre aller Voraussicht nach weiter eskaliert. Zudem hat Trump auch nach seiner Amtszeit weiterhin ein reges Interesse daran, mit und in Russland Geschäfte zu machen.

Drittens: Pech und Chance für die EU

Trump hat kein Interesse daran, sich als der große Beschützer für eine in sich zerstrittene und egoistische Union missbrauchen zu lassen. Sollte die EU in sich zusammenfallen und wieder in Kleinstaaterei enden, sähe das für Europa bitter aus, denn auf Beistand von den USA in den nächsten vier bis acht Jahren braucht es bei einer Bedrohung von innen und außen dann nicht zu hoffen. Die EU hat nun die große Chance, sich endlich von den USA zu emanzipieren. Vor allen Dingen geopolitisch und wirtschaftlich zu einem Machtfaktor zu werden.

Alles in allem wird Trump sich jetzt zusammenreißen und den Politiker spielen müssen, ob er das nun wollte oder nicht. Die Menschen aber, die ihn gewählt haben, weil sie meinten, er würde für sie ins Feld ziehen, um ihren Lebensstandard zu verbessern, wird er eine herbe Enttäuschung sein. Die Abgehängten, die Verzweifelten, die mit der Wut im Bauch, werden nach vier oder acht Jahren auch noch abgehängt, verzweifelt und wütend sein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Denn niemanden interessiert es, ob es Jimy und Nataly Patterman aus Nashville an nichts fehlt, Clinton nicht, die Wirtschaft und das Kapital nicht und erst recht nicht Trump. #Wahlen #Wladimir Putin