Ein Positionspapier, welches heute durch den Fraktionsvorsitzenden der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, vorgelegt wurde, befeuert derzeit wieder die öffentliche Diskussion: Es geht um den Aspekt der „sexuellen Vielfalt“ im Rahmen des schulischen Aufklärungsunterrichts. In der sogenannten „Magdeburger Erklärung zur Frühsexualisierung“ wird die Form der Ehe zwischen Mann und Frau als die eigentliche und gültige Lebensform dargestellt. Dem kann man eigentlich nicht widersprechen. Für die Allermeisten trifft das ja auch zu und es macht Sinn, denn rein biologisch ist diese Konstellation auch die einzige, die neues Leben hervorbringen kann. Der Aspekt der „sexuellen Vielfalt“ solle dagegen auf keinen Fall im Unterricht behandelt werden oder darin vorkommen. Nur so ließe sich eine „Frühsexualisierung“ vermeiden.

Frühsexualisierung oder Lebenswirklichkeit?

Um aber eine zu frühe „Sexualisierung“ wirklich vermeiden zu können, müsste bereits im frühen Schulalter mehr getan werden: Man sollte das Kind vor jeglichen sexuellen Reizen bewahren, indem man einen Haushalt ohne TV, Internet oder Magazinen jeglicher Art schafft. Sobald jedoch das arme Kind dieses häusliche Vakuum verlässt, und Freunde besucht oder sich auf den Weg zur #Schule macht, droht die Gefahr, unsittlich bekleidete Menschen zu erblicken. Selbst auf der Straße prangern Werbeplakate, die freizügige Einblicke gewähren und das arme Kind vermutlich viel mehr „sexualisieren“ als die bloße Info darüber, dass nicht 100 % der Menschen heterosexuell sind und man sie deswegen trotzdem nicht umbringen sollte. Und letztendlich besteht der Mensch nicht nur aus seinem Körper und dem „lästigen“ Trieb, sondern nicht unwesentlich kennzeichnend für den Menschen ist auch Geist und Emotion. Das unterscheidet einen Menschen ganz wesentlich von einer Fliege, deren einzige Bestimmung und Option es ist, sich so erfolgreich wie möglich fortzupflanzen. Weder unterliegen wir Menschen unbedingt diesem Zwang, noch funktionieren wir etwa wie ein Werkzeug alle gleichartig. Solange dadurch aber niemand zu Schaden kommt, stellt sich die unverschämte Frage, worin also die Gefährdung unserer Kinder bestehen sollte: Vermutlich erfahren - durch „einschlägige“ visuelle Eindrücke und „Geschichten“ aus dem Umfeld älterer Geschwister oder Freunde - wird der Versuch der Lehrerin oder des Lehrers, Lebenswirklichkeit darzustellen, wohl kaum noch Neues bieten und wohl maximal ein Schmunzeln hervorrufen. #Sexualunterricht