#Berlin kommt nicht zur Ruhe, in ganz Deutschland ist die Spannung zu spüren: Anis Amri. 24 Jahre alt. Tunesier. Er ist dringend tatverdächtig, den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin verübt zu haben. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt fahnden fieberhaft nach ihm, auch Europol.

Was ist noch sicher?

Es ist noch unsicher, ob Amri der Täter ist - auch wenn vieles für ihn als Terroristen spricht. Was sich im Lastwagen in den letzten Minuten dieser Irrfahrt durch den Weihnachtsmarkt ganz genau abgespielt hat, wissen wir auch nicht. Unsicher sind auch die Berlinerinnen und Berliner, weil der Verdächtige hochgefährlich ist und immer noch frei herumläuft.

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Vielleicht befindet er sich nicht einmal in der Bundeshauptstadt. Ein Alarmsignal für die Bevölkerung in anderen deutschen Städten. Und was ist sicher in diesen unsicheren Tagen? Sicher war es falsch, die Grenzen unkontrolliert zu öffnen, denn nur ein Staat mit sicheren Grenzen kann offen sein für Fremde, Flüchtlinge und Asylbewerber. Sicher ist, dass die freizügige Grenzpolitik der Bundeskanzlerin auch die Schleuse für die Terroristen geöffnet hat und nun hat Deutschland das tragische Nachsehen. Sicher ist, dass Terroristen, seien sie verkappte Flüchtlinge oder normale Asylbewerber, den echten Flüchtlingen schweren Schaden zufügen, all jenen Ehrlichen, die Schutz suchen und Schutz verdienen. Sicher ist auch, dass Flüchtlinge jetzt zum Zankapfel zwischen den Parteien geworden sind. Auf diese Steilvorlage haben viele Politiker gewartet, die der Kanzlerin nicht wohlgesonnen sind und je näher die Bundestagswahl rückt, desto heikler wird es.

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Ein fahler, ja bitterer Geschmack liegt auf den Aussagen des einen oder anderen Parteipolitikers,

Stille Nacht, heilige Nacht?

Rechtsgerichtete Gruppen demonstrieren vor dem Kanzleramt gegen Angela Merkel; der #AfD-Vormann Marcus Pretzell twittert "Merkels Tote" und empört die politisch korrekte Klasse, die sich nur allzu gerne empören lässt. Horst #Seehofer pocht, sicher nicht ohne Grund, auf eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr und reizt die Geduld der Schwesterpartei CDU - derweil trauern die Hinterbliebenen der Opfer im Stillen um ihre Toten und die Angehörigen um die Verletzten. An Weihnachten, am Fest der Liebe, ist nichts von Frieden zu spüren. Auch nicht bei den Parteien, die den Buchstaben "C" tragen. Aber Einkehr ist in diesen Tagen mehr als je notwendig, um beherzte Aktionen nicht mit politischem Schaugeschäft zu verwechseln. Die Lage ist viel zu Ernst.