#Libyen, so wie man es früher kannte, existiert heute nicht mehr. Stattdessen ist das Land zerfallen, es hat sich in ein von brutalen Banden umkämpftes Stammesgebiet verwandelt. Die Zukunft Libyens wird diejenige sein, die auch Somalia und andere Staaten erleiden mussten: das komplette Ende der Staatlichkeit. Libyen gehört seit dem Krieg, der euphemistisch "arabischer Frühling" genannt wird, zu diesen Tragödien.

Gaddafi war irre - na und?

Natürlich war Gaddafi ein geisteskranker Diktator. Doch der durchschnittliche Libyer hatte unter seiner Knute ein vernünftiges Leben in einem intakten Staatswesen. Kein Libyer findet sich seit dem Krieg befreit, sondern verarmt und um einige Jahrhunderte zurückgeworfen.

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Der arabische Frühling ist nicht nur zu einem arabischen Winter, sondern zu einer kompletten Katastrophe geworden.

Der Westen träumte!

Die USA, Frankreich und Großbritannien waren zutiefst naiv und glaubten allen Ernstes, eine dünne Schicht Facebook nutzender junger Mittelstandskinder wären das Volk. Dabei wusste man es seit der Revolution 1979 im Iran besser. Auch damals gingen Mittelstandkinder auf die Straße. Am Ende bekamen sie statt Demokratie eine Mullah-Diktatur, die einen modernen Staat ohne Umwege direkt in das Mittelalter zurückkatapultierte. Von derselben unerschütterlichen Naivität getragen, waren auch jene Menschen, die den arabischen Frühling als etwas Positives wahrgenommen hatten. Jene Flüchtlingswelle, die Europa seit 18 Monaten in Atem hält, ist die direkte Folgen dieser unermesslichen Dummheit - ebenso wie macher Terroranschlag.

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Al-Sisi sei Dank!

Man kann von Glück sagen, dass in Ägypten mit General al-Sisi ein mutiger Mann dafür gesorgt hat, dass die islamistische Machtübernahme, die auch noch von der Regierung Barack Obamas unterstützt wurde, beseitigt und durch ein säkulares Militärregime ersetzt wurde. Sonst hätte man in Ägypten heute einen zweiten Iran. Im Grunde gehört General al-Sisi der Friedensnobelpreis zugesprochen, weil er Ägypten vor dem Ausstieg aus der Zivilisation in letzter Sekunde gerettet hat. Bedauerlicherweise war der einzige, der die Riesenchance und das große Glück Ägyptens durch die Machtübernahme al-Sisis erkannt hat der russische Präsident #Putin. Die USA haben es sich selbst zuzuschreiben, dass ihr einstiger Verbündeter heute Richtung Moskau schaut. Denn so irre es war, die USA hatten tatsächlich die Moslembrüder unterstützt.

Totalversagen in der Türkei

Ein weiteres Desaster läuft gerade in der Türkei, wo Präsident Erdogan "Deutschland 1933" nachspielt und die Machtergreifung in seinem Land perfekt machen will, sodass er künftig per Dekret schalten und walten kann, wie er gerade lustig ist.

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Statt dass NATO, EU und USA dagegen irgendetwas unternehmen, lässt man Herrn Erdogan schalten und walten wie er möchte und sich dabei auch noch beschimpfen. Man muss kein Freund Moskaus sein, um zu begreifen, dass die russische Interventionspolitik in Syrien und die Unterstützung für das ägyptische Regime gute Realpolitik in Reinform ist, die trotz aller Schwierigkeiten als Heftpflaster auf den Wunden des arabischen Frühlings dient.

Unerschütterlicher Gutmensch?

Es ist ein Trauerspiel, das sich dort vollzieht, aber es hat einen Initiator und dieser heißt Barack Obama. Tatsächlich ist der intellektuelle Beginn der ganzen Veranstaltung in jener Rede Obamas in Ägypten zu suchen, die er kurz nach seinem Amtsantritt gehalten hat. Obama hat die hauchdünne intellektuelle Mittelschicht dazu animiert zu revoltieren und sich in Abenteuer zu stürzen, für die ihre Gesellschaften noch überhaupt nicht bereit waren. Selbst ein intellektuell überforderter George W. Bush hat es nicht geschafft, ein solches Chaos zu stiften und ein Trump wird es nie können. Weshalb noch niemand Obama seinen Friedensnobelpreis weggenommen hat, ist unerklärlich. Dieser Mann hat durch sein Zaudern mehr Menschen auf dem Gewissen als ein Bush oder Putin mit all ihren Bomben jemals töten könnten. #Nahost