#Pressefreiheit ist ein heißes Eisen in vielen Ländern der Welt. Wir im Westen können froh sein, dass wir vom Gesetzgeber gut geschützt unsere Arbeit tun können, auch um Dinge anzusprechen, die manchen Leuten nicht schmecken. Eine Arbeit, die für den einen Leser eine Freude und für den anderen ein Gräuel ist. Insgesamt hat sich die Lage der Pressefreiheit weltweit in den letzten zehn Jahren nicht verbessert. Reporter ohne Grenzen berichtet, dass "Journalisten und unabhängige Medien (…) weltweit unter zunehmendem Druck" stehen. "In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen" und in Deutschland ruft man laut "#Lügenpresse".

Soziale Zensur?

Umso mehr muss man dieses wertvolle Gut verteidigen. Gegen Staaten, aber auch gegen politisch motivierte Leser wie, nennen wir ihn "Max". Dieser verwirrte junge Mann glaubt nämlich - und das ist so etwas wie eine neue Mode - dass Journalisten in etwa so berichten müssten, wie Doktoranden ihre Dissertationen anzufertigen haben. Man könnte dies als reine Unwissenheit junger Menschen abtun, würden sich solche Gaga-Beschwerden nicht häufen, und zwar bei sehr vielen Kollegen in den Ressorts Politik und Gesellschaft. Man könnte fast meine, es hat Methode - nicht zuletzt wegen eines sonderbar aggressiven Tons, der im sich greift.

Aufgehetzt?

Angestachelt von der Politik und angefüllt mit linksgrüner Gesinnung werden plötzlich Regeln herbeifantasiert, die es so nicht gibt - ja gar nicht geben darf, weil es sonst vorbei ist mit der Pressefreiheit. Offenbar sind Whistleblower nur so lange Helden, wie sie Snowden heißen und die USA verraten. Sobald aber eine Quelle etwas dazu beiträgt, dass andere Sachverhalte aufgedeckt werden, kommen wütende Lesermails, man möge bitte Fußnoten angeben, Quellen offenlegen oder seinen Job gleich ganz sein lassen. So geht es natürlich nicht. Selbstverständlich haben auch wir Presseleute ethische Standards. In Deutschland gibt es dafür den Pressekodex, andere Länder kennen andere Lösungen. Der Presserat der Schweiz stellt dazu, etwa zum Quellenschutz, fest: "Der Quellen- und Informantenschutz ist nicht ein Privileg der Medienschaffenden, sondern liegt im Interesse des Publikums, da er den Informationsfluss erleichtert und somit ein wichtiges Mittel zur Diskussion von Themen von öffentlichem Interesse darstellt. Der Quellenschutz geht der Pflicht zur Quellennennung vor, wenn die Zusicherung der Vertraulichkeit schützenswerte Interessen wahrt". Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sieht den Schutz journalistischer Quellen sogar als eine essentielle Grundvoraussetzung der Pressefreiheit.

Tipps für Whistleblower!

Es gibt im Internet sogar Tipps, wie sich Whistleblower am besten verhalten sollen: www.whistleblower-net.de – eine gute Sache, denn ohne sie wäre der investigative Journalismus binnen Stunden erledigt. Besonders problematisch wird es, wenn eine junge Generation in den Glauben versetzt wird, es habe etwas mit Zivilcourage zu tun, alle Journalisten, die nicht linksgrün berichten, mit E-Mails, Anrufen oder anderweitig zu behelligen. Das hat nichts mehr mit einer freiheitlichen Demokratie zu tun, sondern das sind Methoden aus Drittweltdiktaturen. Eine wahrhaft freie Presse ist anstrengend, aber heute notwendiger denn je. Die Tatsache, dass investigativer Journalismus ein bißchen etwas von Detektivarbeit und heimlichen Methoden hat, sollte man dann vielleicht doch noch einmal erklären. Dass man als Journalist Kontakte anzapft, seine Nase in fremder Leute Angelegenheiten hängt oder Whistleblower nutzt, ist etwas ganz Natürliches. Wir Journalisten werden uns gegen jeden Versuch - von wem auch immer - wehren müssen, diese Grundvoraussetzungen der freien Presse zu untergraben. Jeder, der sich an einen Menschen der berichtenden Zunft wendet, muss sich sicher sein können, dass seine Informationen ihm nicht auf die Füße fallen. So funktioniert Journalismus. Lebt damit. #Angela Merkel