#Angela Merkel ist angeschlagen. Vielleicht sogar medizinisch krank? Ihre Flüchtlingspolitik ist ein Desaster und ihre eigene Partei hält nur still, weil bald wichtige Landtags- und Bundestagswahlen anstehen. Dass #Bundespräsident Joachim Gaucks Amtszeit bald ausläuft, kam für sie daher zu einem mehr als ungünstigen Zeitpunkt. Nun wird der Bundespräsident in Deutschland nicht vom Volk direkt gewählt, wie etwa in Österreich, sondern über Wahlmänner, die sich in der Bundesversammlung treffen. Diese bildet die Kräfteverhältnisse der Parteien im Bundestag und in allen sechzehn Landtagen ab. So wählen die Deutschen also durchaus auch den Bundespräsidenten, allerdings sehr indirekt. In der Bundesversammlung gäbe es zum Beispiel für einen Kandidaten von CDU, CSU und Grünen eine Mehrheit. Auch andere Konstellationen wären denkbar gewesen.

Und dann kam einfach so Frank-Walter?

Doch Angela Merkel scheute wieder einmal das Risiko und setzte auf ein Wahlbündnis, das ihrer Regierung entspricht. Also musste ein Kandidat gefunden werden, der bei CDU, CSU und SPD akzeptabel erscheint. Vergegenwärtigt man sich, dass die CDU derzeit mit rund 42% im Bundestag sitzt und die SPD mit rund 23%, dann hätte die #Bundeskanzlerin ohne weiteres auf einen Kandidaten aus ihren Reihen bestehen können. Ein Horst Seehofer wäre sicher ein interessanter Kandidat gewesen, oder ein Roland Koch. Der ehemalige hessische Ministerpräsident ist nach einem kurzen und etwas unerquicklich verlaufenen Ausflug in die Wirtschaft verfügbar und wäre ein konservatives Gegengewicht zur „Alles ist möglich“-Politik à la Merkel gewesen. Gefragt hat ihn keiner, stattdessen hat sich Angela Merkel vom halb so großen Koalitionspartner so schnell über den Tisch ziehen lassen, dass sie die Reibungshitze mit Nestwärme verwechselt hat.

Eine bizarre Wahl?

Bei allem Respekt vor Herrn Steinmeier, aber er ist eine etwas merkwürdige Besetzung für das Amt des Bundespräsidenten. Denn der Bundespräsident hat in Deutschland harte, exekutive Macht nur in Krisenzeiten, wenn das politische System taumelt. Ansonsten lebt das Amt von der Klarheit der Ansagen, der persönlichen Dominanz des Amtsinhabers, dem einen oder anderen mit dem Grundgesetz (Verfassung) begründeten Veto gegen eine Gesetzesvorlage und durch wohl dosierte Symbole und Worte. Was davon bringt Frank-Walter Steinmeier mit? Wie sind seine Positionen? Denken Sie einmal zehn Sekunden darüber nach, aber ohne zu googeln. Und? Genau. Fehlanzeige! Frank-Walter Steinmeier ist ein Mensch gewordenes Sowohl-als-auch. Er ist der geborene Superstar der zweiten Reihe, ein prima Chorsänger aber kein Mann für ein fünfjähriges Bühnensolo. Also genau das Gegenteil dessen, was ein Bundespräsident sein müsste. Er wird eine schreckliche Fehlbesetzung in diesem so wichtigen Amt sein. Schade für ihn, schade für Deutschland.