Ich bin inzwischen in einem Alter in dem einem immer häufiger ein Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln angeboten wird. Und er wird einem auch heute noch angeboten. Es gibt viele junge Menschen die sehr freundlich sind.

Viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs - wie sieht es dort aus?

Mir gegenüber (liegt wohl am zwischenzeitlichen Alter) verhalten sich viele Menschen freundlicher als in jüngeren Jahren. In meiner Zeit in München habe ich sehr viele hilfsbereite Menschen kennen gelernt - auch ohne ihren Namen zu kennen. Es wurde mir beim Tragen des Gepäcks geholfen, bei den Schließfächern am Bahnhof als ich mal 1 Euro zu wenig hatte schenkte ihn mir jemand.

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Ich erhielt spontan einen kostenlosen Schlafplatz als ich nicht wusste wohin. Mir wurde unkompliziert Geld geliehen. Völlig fremde Menschen waren da und halfen.

Hier in NRW sieht es auch nicht anders aus: sehr viele hilfsbereite, junge gerade ausländische Männer die sehr freundlich halfen das Gepäck ein und auszuladen, Treppen rauf und runter zu tragen. Sie sahen dass ich Probleme hatte und sie halfen spontan und unkompliziert - ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.

Hin und wieder bleibe ich bei Atemnot leicht nach vorne übergebeugt stehen und stelle auch die Tasche ab. Fast ständig fragt man mich ob alles in Ordnung sei oder ob ich #Hilfe benötige.

Man sieht wie älteren Mitbürgern geholfen wird den Rollator in den Bus zu heben, beim Kinderwagen wird geholfen. Per Telefon ruft jemand für einen unbekannten anderen Menschen ein Taxi.

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in einer Firma wurde Insolvenz angemeldet. Die Mitarbeiter bildeten Fahr- und Wohngemeinschaften und arbeiteten weiter. Sie bildeten eine spezielle Hilfsorganisation: Die Kollegen mit genügend finanziellen Mitteln stellten Lebensmittel für die Anderen zur Verfügung. Jeder der konnte brachte Brot, Wurst, Käse und so mit und es wurde gemeinsam gefrühstückt - jeder konnte nehmen.

Wieso entsteht der Eindruck dass die Gesellschaft verroht?

Das Ereignis: älterer Mann liegt am Boden der Bank und stirbt. Es hört sich hart an, aber es war ein Einzelfall. Die Menschen die nicht geholfen haben, hatten wohl verschiedensten Beweggründe. Auch ich bin der Meinung man hätte zumindest den Rettungsdienst oder die Polizei rufen können. Aber darf man deshalb eine ganze Gesellschaft verurteilen?

Die Übergriffe auf Flüchtlinge gibt es auch noch. Es gab auch schon früher Brandanschläge verschiedener Arten. Heute wird jedoch Statistik geführt. Auch ist die Bevölkerung nicht fremdenfeindlicher oder rechtsradikaler geworden.

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Sondern es liegt daran, dass die Bevölkerung verärgert ist über die Ungerechtigkeit zugunsten der Flüchtlinge und Asylanten. Ich kann es ganz gut nachvollziehen, warum einige Menschen so reagieren.

Bitte beachten: Nachvollziehen können bedeutet nicht Befürwortung!

Frau wird auf offener Straße angegriffen und keiner hilft - woran liegt es?

Ich bin selber #Opfer von körperlicher Gewalt und wünschte mir auch so manches Mal mehr Hilfe von außen.

Allerdings berichten einige Menschen (meist Männer) dass sie bereit waren zu helfen, jedoch dann sogar vom vermeidlichen Opfer selber sogar übel angemacht worden seien. Nicht nur Zivilisten, sonder auch zur Hilfe gerufene Polizisten würden übelst beschimpft vom "Opfer" mit dem Hinweis sie hätten sich daraus zu halten oder was ihnen einfallen würde gegen ihren "Freund" vorzugehen.

Hier liegt ein großes Problem. Eigentlich ist die Bereitschaft da - jedoch haben leider viele #Helfer sehr negative Erfahrungen machen müssen und festgestellt, dass Hilfe nicht immer willkommen ist.

Ich bin nicht der Meinung, dass unsere Gesellschaft verroht. Es gibt viele Menschen die gerne bereit sind zu helfen, allerdings gibt es Randgruppen hierzu gehören zum Beispiel Tierschänder. Durch die modernen Medien kommt viel mehr an die Öffentlichkeit und sehr viel mehr Menschen können ihre Meinung dazu äußern.

Hierdurch entsteht der Eindruck die Gewalt und Verhärtung hätte zugenommen - dieses ist jedoch ein Trugschluss.