Der Mensch kann mit dem Unbekannten schlecht umgehen. Umso schneller waren die Medien, aber auch viele Experten für Theorien aller Art zu haben, als Malaysia Airlines Flug MH370 sich in Luft auflöste. Der Druck war enorm, die Öffentlichkeit wollte Resultate sehen. Ein modernes Flugzeug einer guten Fluggesellschaft, das mitten in der Nacht einfach so über der chinesischen See verschwindet, das konnte nicht sein. Verschwörungstheoretiker hatten ihr neues Thema schlechthin und die Behörden kamen schnell an die Grenzen des Machbaren. Jetzt sind es bald drei Jahre, dass #MH370 verschwunden ist. In der Tat sind inzwischen im Bereich des südlichen Afrika einige wenige Wrackfragmente angeschwemmt worden, die mit einiger Wahrscheinlichkeit von Flug MH370 stammen.

Werbung
Werbung

Bei keinem Fundstück sind sich die Experten jedoch zu hundert Prozent sicher. Hinzu kommt, dass erstaunlich wenige Trümmer auftauchen und dass diese zudem relevante neue Fragen aufwerfen, die von der französische Journalistin Florence de Changy sehr detailverliebt auseinandergenommen werden. Eine Lektüre ihrer Artikel dazu oder auch ihr Statement auf der Hong Kong Book Fair (frei auf YouTube) sind sehr zu empfehlen.

Vorsicht vor schnellen Schlüssen!

Wenn wir als Beobachter eines aus MH370 gelernt haben, dann ist es, dass man sehr vorsichtig sein muss mit voreiligen Schlüssen. Derzeit darf man - muss aber nicht - davon ausgehen, dass MH370 in den Indischen Ozean gestürzt ist, weil ein paar Wrackfragmente tausende Meilen entfernt an Land gespült wurden. Doch abgesehen von den Fragen, die diese Wrackteile selbst aufwerfen, ist dadurch noch lange nicht geklärt, was das Flugzeug über dem Indischen Ozean zu suchen hatte, völlig entgegensetzt der Richtung, die es eigentlich nehmen sollte.

Werbung

Daneben stapeln sich weitere offene Fragen, die bis heute nicht einmal im Ansatz erklärbar sind.

Fragen und noch mehr Fragen?

Warum zum Beispiel verschwand das Flugzeug an einem strategisch idealen Ort am Wechselpunkt der Bodenkontrolleure? Wieso wendete es danach um praktisch 180 Grad und ging in einen lebensgefährlichen Steigflug? Wer hat warum und mit welchem Wissen alle Kommunikationsgeräte an Bord so weitgehend ausgeschaltet, wie kaum ein Pilot es kann? Weshalb hat das malaysische Militär keine Abfangjäger aufsteigen lassen, obwohl man auf dem Militärradar sah, dass etwas vor sich ging?

Nicht aufhören zu nachzudenken!

Fragen dieser Art, sehr substantielle offene Punkte, stehen drei Jahre nach dem Verschwinden der Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord weiter völlig ungeklärt im Raum. Ein paar einzelne Flugzeugteile, die "höchstwahrscheinlich" zu MH370 gehören, an irgendeinem Strand in Afrika, beantworten keine dieser Fragen. Was vorliegt ist eine schwache Hypothese zur Flugstrecke, die wahrscheinlich durch einzelne Trümmer gestützt wird. Alle anderen Fragen bleiben unbeantwortet. Die Akte MH370 ist nach wie vor offen und schreit nach Klärung. #Absturzursache #Malaysia Airlines