Rittersport sorgt für Furore

Die Firma Rittersport gilt als eines der ältesten deutschen Familienunternehmen und entstand 1912 durch die Gründung der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik von Alfred Eugen Ritter und seiner Frau Clara Ritter. Die quadratische Anordnung der Tafel war von Anfang an geplant und sorgte dafür, dass diese gut in die Jacken- bzw. Hosentasche passten. So auch in Sportjackentaschen, wie einst von dem Ehepaar beabsichtigt, und dies trotz des Gewichtes einer Langtafel.

Mit der Zeit wurden den ursprünglichen 25 Standardsorten viele neue Variationen hinzugefügt. Darunter inzwischen auch laktosefreie Schokolade und seit Kurzem auch vegane Sorten.

Am 1. November 2016 kam eine neue, jedoch streng limitierte Sorte in den Onlineshop des beliebten Schokoladenherstellers. Die Stunde der Einhornschokolade war geboren und äußerte sich sogleich mit einem heftigen Server-Crash. Durch massive Facebook-Werbung hatte der Anbieter für mächtig Heißhunger auf das dreischichtige Wunderwerk aus weißer #Schokolade, Himbeere und Schwarzer Johannisbeere, gesorgt. Die starke Verknappung des Produktes und der wackelige Zugang zum Webshop ließ die User nur noch mehr durchdrehen. Jeder wollte sie haben, nur wenige haben sie bekommen. Aufgrund der starken Nachfrage wurde der Ebay-Handel angekurbelt, was zur Folge hatte, dass die 1,99€ teuren Tafeln zu Wucherpreisen zwischen 15 und 30€ gehandelt wurden. -Pro Tafel!

Der Ebay-Handel klang erst ein wenig ab, als Rittersport unter seiner Kampagne #Glittersport eine Nachproduktion der beliebten Sorte ankündigte und damit eine neue Chance bot, an diese zu gelangen. Auch die Serverkapazitäten wurden vorsorglich aufgestockt, was jedoch nicht genügte. Auch wurde die Zahl der bestellbaren Tafeln pro Person auf die Zahl 11 begrenzt, damit noch mehr Menschen Freude an der Schokolade haben konnten. Letztlich war der Shop auch dieses Mal schnell ausverkauft und das bei einer Nachproduktion von 150.000 Tafeln.

DM zieht nach

Nur kurze Zeit nach der #Einhorn-Eskapade von Ritter Sport zog die Drogeriemarke DM nach und warb, auch verstärkt auf Facebook, mit einem neuen Duschgel der Eigenmarke Balea: Regenbogendusche. „Duftet nach Sternchen und Wölkchen“, verspricht die Verpackung. Neben einem großen Regenbogen ist natürlich auch ein Einhorn darauf abgedruckt, welches auf diesem tanzt. Auch hierbei handelte es sich um eine limitierte Auflage des Herstellers. Inzwischen ist das Duschgel nicht einmal mehr über den Onlineshop verfügbar und vermutlich auch längst in den Filialen ausverkauft. Und auch hier herrscht Unverfrorenheit bei den Ebay-Händlern, die sich offensichtlich gleich mit einem Jahresvorrat an Regenbogenduschen eingedeckt haben.

Die Invasion nimmt ihren Lauf

Inzwischen wurde auch die Kondommarke „Einhorn“ geboren, die Selbiges als Logo verwendet und über den Hersteller DM vertrieben wird. Des Weiteren erfreut sich auch die Firma iProtect an regen Verkaufszahlen seiner beliebten Einhorn-Powerbank, die im Vergleich zu gleichwertigen Produkten mit einer Leistung von 200mAH beinahe das Vierfache kostet. Allem Anschein nach lässt sich schlussfolgern, dass alles, was derzeit auch nur im Entferntesten mit Einhörnern zu tun hat, zum Kassenschlager wird. Dabei sind die Käuferstrukturen sehr durchwachsen und längst nicht nur auf Kinder beschränkt, die der Niedlichkeit des Tierchens einfach nicht widerstehen können.

Woher kommt die Faszination?

In der Mystik gilt das Einhorn als eines der schönsten und reinsten Fabeltiere. Oft wird es als kostbares, seltenes und überaus spirituelles Wesen empfunden. Woher kommt nun diese unstillbare Sehnsucht nach Einhörnern? Forschern zufolge suchen Menschen gerade in den ungemütlichen und kalten Jahreszeiten nach einer Zuflucht in Fantasiewelten. Dies können Bücher, Filme, Games aber auch einfache fröhliche Wesen sein, die eine Art kindliche Naivität und Hoffnung verkörpern. Ein kleiner Ausgleichmoment zu all den Schrecken in der Welt, die uns täglich durch die Medien erreichen. #Hype