Fasern hier, Fasern da, aber was ist mit der Quelle?

Diese Frage stellt sich momentan im Indizienprozeß gegen den Ehemann der in Ludwigsburg ermordeten 36-jährigen Nadine E.

Fakt ist laut BILD: An der Leiche fanden sich im Gesichts- und Halsbereich graue Mikrofasern, die auch an seinem Fahrrad und in einer Westentasche von ihm gefunden wurden. (...) Anwältin (...) sagt, (...) auch Nadine habe ... die Weste oft getragen.

Und laut Stuttgarter Zeitung gilt: (...) grauen Mikrofasern (...) am Hals der Leiche, am Leichenfundort, im Auto des Opfers, vor allem aber im Haus der Familie gefunden (...) Die Spuren im Auto stellten die Polizisten am Lenkrad, auf dem Beifahrersitz und an der Heckklappe des VW Caddy sicher.

Die Vermutung der Ermittler: Diese Fasern könnten von Fahrradhandschuhen stammen.

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OK, allerdings gleichen solche #handschuhe auch denen, wie Fitness-Sportler sie beim Gerätetraining tragen. Auf jeden Fall können hier eher Fahrradhandschuhe zum Gerätetraining verwendet werden als umgekehrt.

Gehörten die Handschuhe Nadine?

Fahrradhandschuhe haben gewöhnlich eine Lederinnenseite, Fitnesshandschuhe fürs Sportstudio dagegen sind aus Mikrofaser, trägt man sowas aber beim Sport und wischt sich Schweiß vom Gesicht oder nimmt bei sit-ups die Hände an Hals und Genick, ist die Haut genauso mit Fasern versaut, wie die Gerichtsmedizin es vorfand. Aber mit EIGENEN Fasern, denen der eigenen Handschuhe. Und fand man nichts an ihren Händen, so hat sie die einfach gewaschen nach dem Training.

Und was ist mit den Handydaten?

Die Handydaten würden die Zeugin im Lidl quasi kippen, das passt nicht zusammen, wenn Nadine das Handy dabei hatte.

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Hatte sie es nicht dabei, hätte es, wenn der Ehemann unschuldig wäre, Nadine zuerst vor ihrem Haus verlieren müssen, jemand hätte es bis gegen 20:45 Uhr finden, sich an den Rand der Funkzelle begeben und um genau 20:56 Uhr die Funkzelle ihrer Wohnung Richtung S-Bahn-Haltestelle verlassen müssen, und dort in der Funkzelle der S-Bahn dann das Handy um 21:32 Uhr ausschalten müssen.

So einen Handyfinder anzunehmen ist unwahrscheinlich, dann aber fällt die Lidl-Zeugin den Handydaten zum Opfer und das heißt, wenn der Ehemann unschuldig wäre, hätte Nadine nicht um 20:30 Uhr aufbrechen können, sondern hätte noch irgendwo innerhalb der eigenen Funkzelle getrödelt.

Die eigene Funkzelle um 20:56 Uhr verlassen Richtung Lidl/S-Bahn bedeutet, beim Lidl in der letzten Sekunde vor Ladensschluss noch ankommen können.

Aber eben nicht, wenn man freiwillig 400m vom Lidl entfernt parkt. Hat Nadine das freiwillig gemacht, hätte sie den Lidl damit abgeschrieben.

Dann jedoch ist weiter die Theorie des Autors von der Joggingrunde "zum auslaufen" plausibel.

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Dort dann überfallen werden und Auschalten des Handys durch den Täter um 21:32 würde passen.

Dies wäre also eine "Konstruktion", die alle bekannten Fakten erklärt, ohne dass der Ehemann der Täter sein muss.

Hier geht es also um eine Abwägung von Plausibilitäten, ohne echte Beweise. Geht man vom Ehemann als Täter aus, muss man aber zumindest logisch erklären, wie die Handyaktivität um 21:32 am S-Bahn-Halt Favoritepark erklärt werden soll. Und genau das hat die Anklage laut Medien bis heute nicht getan.

Das ist das Übel, eine nicht plausible Anklage, oder kein Medium hat die Staatsanwaltschaft verstanden. Reporterin Leibbrand von der SWP, hat, wie mir bekannt, als Einzige die wichtigen Handydaten überhaupt bisher berichtet, so dass jeder mit dem Basiswissen der Polizeiberichte aus 2015 die Widersprüche im Prozessbericht selbst erkennen konnte, aber ausdrücklich darauf hingewiesen habe bisher nur...

Ich meine:

Die Anklage geht bisher nicht auf

Sonst muss man sagen, der Ehemann fuhr extra zum Bahnhof, um dort um 21:32 Uhr nur das Handy auszuschalten, ohne dass es dafür Zeugen gibt. Oder er war sogar nachweislich laut Chatprotokollen zu der Zeit in seiner eigenen Funkzelle zu Hause? Dann wäre er damit entlastet.

Das ist nicht das "Ziel" - aber Wahrheitsfindung. #Mord #Nadine E.