Ein gigantisches Monster erschüttert die Kinolandschaft. #Godzilla. Ein gigantisches, reptilienartiges Seeungeheuer, das durch Tokyo stampft und alles in Schutt und Asche verwandelt.

Godzilla ist mehr, als ein einfaches Monster.

Godzilla ist eine Naturgewalt, heraufbeschworen durch die verantwortungslose Nutzung von Atomenergie. Es zerstört Tokyo, die Panzer und Kampfjets schmelzen in seinem atomaren Feueratem. Unzählige Menschen sterben, Kinder werden zu Weisen.

10 Jahre nach dem Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, verdeutlicht dieser Film den tief sitzenden Schmerz des japanischen Volkes. Es ist auch eine Warnung: An uns alle.

Werbung
Werbung

Nach 1954 war Godzilla dann nicht mehr der selbe. Er wurde zur Pop-Ikone. Godzilla rettet die Welt. Er kämpft gegen Angreifer aus dem All, hat sogar ein Showdown mit King Kong persönlich. Godzilla taucht in insgesamt 29 Filmen auf, darunter zwei amerikanische Produktionen, Cartoon-Shows und unzählige Videospiele.

2017. Wir leben in einer anderen Zeit, in vielerlei Hinsicht.

Menschen sind #Sozial verwoben, die kulturellen Grenzen verschwimmen. Klar, lässt sich die Netiquette hier und dort anders definieren, aber ein BigMac schmeckt jedem. Starbucks? Fast überall vertreten. Selbst zentralafrikanische Warlords, lassen sich bevorzugt in einem Mercedes kutschieren.

Und Menschen? Networking, Facebook, Instagram, Twitter – wir kleben aneinander, verschmelzen, werden zu einer Union.

Oder nicht?

Eine Vernetzung ist definitiv keine Illusion.

Werbung

Menschen teilen gemeinsam bevorzugte Musik, tauschen Filmzitate aus, erzählen sich Anekdoten, die jeden irgendwo berühren. Wir alle haben mal eine Geschichte verfolgt, von einem sonst fremden Menschen und fühlten – eine Gemeinsamkeit.

Aber die Vernetzung zeigt auch, wie tief sich viele Menschen auseinander gelebt haben. Hass und Verachtung sind einfacher auszudrücken, als je zuvor. Menschen stellen sich quer, brechen ihre Meinung heraus, ohne sie vorher zu filtern.

Lesen und Schreiben wird uns beigebracht, das Denken abgeschafft...

Achja: Godzilla ist zurück

Godzilla. In seiner neusten Inkarnation ist er der Inbegriff der Zerstörung. Natürlich ist er noch ein Quell radioaktiver Verstrahlung, aber er ist dieses Mal mehr. Viel mehr.

Im Laufe des neusten Films “Shing Gojira” (engl: “Godzilla Resurgence”), startet das Ungetüm als bizarre Seekreatur, verändert aber jedes Mal seine Form, um sich neuen Umgebungen anzupassen, bis er letzendlich als groteske Version des vertrauten Godzillas durch die Stadt bricht und alles vernichtet.

Werbung

Godzilla ist pures Chaos. Dynamisch, selbstorganisiert und zerstört jede menschliche Ordnung. Am Ende – bleibt auch nicht mehr viel Hoffnung.

Die Menschen, von denen jede Figur ein Experte in einem Gebiet ist, sind eigentlich ziemlich organisiert. Eigentlich. Was passiert hier?

Die Menschen scheitern an einem Element: Einigkeit.

Die Kommunikation zwischen den Experten, Politikern, Reportern und Militärs ist tadellos. Aber in Angesicht einer neuen Gefahr, fehlt der Plan. Und ohne Plan, reden all die Experten, Meinungsvertreter und – überhaupt jedes Organ – aneinander vorbei.

Menschen neigen gerne dazu, die Kontrolle über die Natur haben zu wollen. Aber wir leben in einer sich bewegenden Welt, die uns ständig neue Probleme und Gefahren vor die Füße wirft. Dabei müssen das keine Monster sein, auch keine Kometen oder Vulkanausbrüche.

Wir können das Problem sein.

Manchmal sind wir das Monster.

Wir Menschen teilen alle viele Merkmale: Kunst, Kultur, Liebe.

Aber uns fehlt die Einigkeit, wir lassen uns trotz unserer größten Errungenschaft, der sozialen Interaktion, in mehrere Gruppen reissen, von denen jede ein eigenes Ziel verfolgen will. Wir haben natürlich auch Pläne und Erfahrungen – aber die Zukunft ist ungewiss und nicht jede Erfahrung greift auf kommende Probleme.

Natürlich finden die Menschen eine Lösung im Film, aber sie erfordert Mut.

Godzilla ist unter uns.

Aber wir können das Monster bezwingen.

Gemeinsam. #Gemeinschaft