Terror in Deutschland

In den letzten Monaten beschäftigen uns schreckliche Terrorattacken auch in Deutschland.

Häufig hören wir in diesem Zusammenhang von Flüchtlingen, die hier Sicherheit suchen.

Gebetsmühlenartig beschuldigen und diskriminieren dann sogenannte Wut-Bürger und die Verfechter des Christlichen Abendlandes alle Flüchtlinge. Wäre es doch gerade unsere Pflicht, im Sinne des Christlichen Abendlandes, hier sehr sorgfältig zu differenzieren und da, wo es möglich ist, zu unterstützen.

Terror durch Flüchtlinge

Leider gibt es derzeit starke Kräfte in Deutschland, die pauschal Flüchtlinge ausschließlich mit Gewalttaten und #Terror in Verbindung bringen.

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„Die Flüchtlinge sind schuld am Terror in Deutschland“. Diese und ähnliche Äußerungen gewinnen die Lufthoheit über deutschen Stammtischen. „Das sind die Toten von #Angela Merkel“ sind dann schnell formulierte Sätze; oder noch kürzer „Merkels Tote“.

Nach einer Statistik von „Statista.com“ wurden 723.027 Anträge auf Asyl im Jahr 2016 gestellt. Die Zahl erscheint zunächst sehr hoch, doch gemessen an der Bevölkerungszahl in Deutschland, die Ende 2015 bei 81,2 Millionen lag, sind das gerade mal ca. 0,9%.

Anzahl der Terror-Toten in Deutschland

Durch terroristische Anschläge hatten wir im gleichen Jahr in Deutschland 21 Tote zu beklagen, 78 Menschen wurden verletzt, manche davon auch schwer. Die zehn beim Amoklauf in München ermordeten Menschen können wir noch hinzuzählen. Sie gehören aber in eine andere Kategorie und sind nicht vergessen.

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Das sind schlimme Zahlen, Zahlen, die die Einzelschicksale nicht wirklich beschreiben können.

Warum reagieren die Medien und die Bevölkerung so ganz anders bei der Bedrohung durch Terrorismus als bei viel größeren, uns seit langen bekannten Bedrohungen? Warum wächst die Angst mit jedem neuen Ereignis?

Es ist die absolute Unberechenbarkeit, die Attacke aus dem Hinterhalt. Jederzeit kann jedem etwas passieren. Es ist die Rücksichtslosigkeit, die ihr Ziel, eine völlige Verunsicherung der Bevölkerung zu erzeugen, erreicht. Es ist auch die Medienwirksamkeit.

Bedrohungen im Krankenhaus durch Keime

Wer in ein Krankenhaus eingeliefert wird, weiß oder ahnt zumindest, was auf ihn zukommen kann. Ungefähr 400.000 und mehr Patienten stecken sich jährlich in deutschen Krankenhäusern mit den sogenannten Krankenhaus-Keimen an. Je nach Interessenlage schwankt diese Zahl nach oben oder unten. Der Anteil der Menschen, die nach Infizierungen mit diesen Keimen, in der Fachsprache „nosokomiale Infektion“, sterben, liegt nach Schätzungen von Fachleuten bei etwa 40.000 jährlich.

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Diese Zahl wurde zwar vom Bundesgesundheitsministerium als überhöht bezeichnet und auf ca. „15.000“ Personen geschätzt; solche offiziellen Verlautbarungen gehören sicher zur Pflichtübung eines Ministeriums. Ganz gleich, wer da nun Recht hat. Auch 15.000 Tote jährlich durch Ansteckung in einem Krankenhaus ist eine Horrorzahl. Leben wir in einem Entwicklungsland?

Bisher habe ich noch nicht gehört, dass in diesem Zusammenhang der zuständige Minister und seine Vorgänger beschuldigt wurden. Wurde schon mal von „Hermann Gröhes Toten“ gesprochen? Im Jahr 2016 starben durch Krankenhaus-Keime 714 mal so viele Menschen wie durch den Terrorismus. Wo bleibt da der Aufschrei?

Rhetorik-Übungen

Verglichen mit den Rhetorik-Übungen nach Terroranschlägen müssten nach jedem Toten durch z.B. MRSA, VRE oder MRGN, die diversen Parteisprecher und Regierungspolitiker vor die Presse treten und sofortige Gesetzesänderungen fordern. Auch von Pegida, der AfD und der CSU, deren Vorsitzender Horst Seehofer einst selbst Bundesgesundheitsminister war, ist dazu nichts zu vernehmen.

Im Umkehrschluss heißt das aber, dass unsere Politiker doch nur den Populisten nachlaufen, wenn sie bei Terror permanente neue Maßnahmen fordern. Offenbar haben sie Angst, dass ihnen die Wähler davonlaufen. Bei vielen Wählern führt das aber dazu, dass sie wegen dieses Verhaltens nicht mehr wissen, wen oder was sie noch wählen sollen. #Krankenhaus Keime