Stellen Sie sich vor, in Deutschland gäbe es keinen Kanzler und der Präsident wäre eine Art mächtiger Ersatzmonarch, der manchmal sogar am Parlament vorbei mit Dekreten regieren kann. Dann stellen Sie sich weiter vor, die Kandidaten für dieses Amt würden nicht von den Parteien ausgekungelt, sondern vom Volk gewählt: Willkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika!

Und dann kam Trump!

Jetzt stellen Sie sich weiter vor, es gäbe nur zwei relevante Parteien, sagen wir die CDU/CSU und die SPD. In den USA wären das die Republikaner und die Demokraten, zumindest so ungefähr. Und jetzt spaziert ein Außenseiter daher, sagen wir Herr Wolfang Grupp aus Burladingen.

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Das ist der Mann mit dem Affen vor der Tagesschau, der Chef des Kleidungsherstellers Trigema. Und der kündigt plötzlich an, er wolle im Namen der CDU/CSU für das höchste Staatsamt kandidieren. Da würden erst einmal alle herzlich lachen. So war das mit Donald #Trump.

Meint er das ernst?

Doch nach und nach wird immer mehr etablierten Politikern klar, Mist, der meint das ernst. Dazu ist er finanziell komplett unabhängig, keinem etwas schuldig und sagt, was er denkt. Na gut, beruhigen sich die Etablierten, der Neuling mit dem Herz auf der Zunge wird sich schon um Kopf und Kragen reden - und die Presse den Rest erledigen.

Panik kommt auf!

Doch je länger die Vorwahlen gehen, desto mehr etablierte Parteigrößen kickt unser Herr Grupp aus dem Rennen, bis er plötzlich als Sieger und Galionsfigur der CDU/CSU dasteht.

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Ein unabhängiger Geist, nicht käuflich und ohne Rücksichtnahmen auf die verkrusteten Konventionen. So war das bei Donald Trump. Sein Sieg bei den Vorwahlen war ein Armageddon für die Republikanische Partei in den USA. Denn deren Chefs hatten für die Wahl 2016 geplant, einen Ultrakonservativen ins Rennen zu schicken - und keinen liberalen Populisten à la Trump.

Wer stoppt ihn?

Ab diesem Punkt begann das Spiel "Wer stoppt Trump?". Anfangs bekämpften ihn Republikaner und Demokraten sogar gemeinsam, den niemand wollte ihn, aus verschiedenen Gründen. Noch im Spätsommer gab es laut CNN, FOX, CBS und anderen geheime Treffen, bei denen Spitzenpolitiker der Republikaner überlegten, wie sie Trump noch vor der Wahl stürzen könnten.

Man schmollt!

Der Wind drehte sich auf republikanischer Seite nach der Wahl, als der "Trump-Effekt" vielen Republikanern einen Sitz bei den zeitgleich stattfindenden Wahlen zum Kongress sicherte, die nicht damit gerechnet hatten. Plötzlich war er gemocht. Außer bei Senator John McCain, der hasst ihn immer noch.

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Und natürlich bei den Demokraten, die ihn in die Hölle wünschen, weil er Clinton erledigt hat. Seitdem wird Trump durchleuchtet, wie niemals ein Präsident zuvor.

Nichts zu finden!

Man will zwanghaft etwas finden, um ihn so schnell es geht zu stürzen. Doch alles Suchen hat keinen Erfolg. Nach großen Ankündigungen kommen keine Skandale ans Licht, sondern nur halbgare #Gerüchte. Es hat zumindest derzeit den Anschein, als habe der schillerndste Präsident seit Ronald Reagan tatsächlich eine halbwegs weiße Weste und ist auch nicht #erpressbar. So unvorstellbar intensiv wie Presse und Feinde in seinem Dreck wühlen - und nicht fündig werden - muss Trump seine angreifbaren Punkte entweder sehr gut versteckt haben, oder aber er ist tatsächlich ehrlich.

Kann das sein?

Die Zeit wird es zeigen, aber jetzt verstehen Sie die Hexenjagd auf Donald Trump vielleicht etwas besser. Der Mann ist einfach ein neuer Besen, der tatsächlich fegen will. Und den will man loswerden, um gemütlich und ungestört vom Volkswillen so weiterzumachen wie bisher. So einfach ist das. Kennen Sie das nicht auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz?