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"Es gibt einen emotionalen Aufruhr in der Welt. Fakten zählen nicht mehr. #Fake News können wichtiger als die Realität werden." Solche Worte entstammen dem Munde eines Mannes, der wie kein zweiter das Bild dieser Welt geprägt hat. Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab, vielen besser bekannt als Initiator des später als World Economic Forum bekannten Treffens der einflussreichsten und mächtigsten Menschen unserer Welt.

Wie bilden wir uns unsere Meinungen?

Machen wir uns nichts vor, wir alle wurden schon einmal belogen und haben es nicht sofort bemerkt. Vielleicht haben wir dem Sender der Information vertraut, weil wir insgeheim seiner Meinung waren, er die gleichen Ansichten zur Politik hatte, er uns aus der Seele sprach.

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Vielleicht waren wir nicht ganz bei der Sache, weil uns im Hintergrund Probleme im Job, in der Familie oder im Freundeskreis beschäftigten. Oder wir waren einfach gedankenlos, unaufmerksam, unkonzentriert. Weil unsere globalisierte Welt seichte Unterhaltung und Ablenkung an jeder Ecke bietet. Und mal ehrlich: Wirklich kennen tun wir alle unsere Welt nur von den Bildschirmen der Kommunikationsgeräte und den bedruckten Blättern von Zeitungen und Magazinen. Nahezu unsere gesamte Weltsicht bezieht sich auf Informationen aus zweiter, dritter, vierter und fünfter Hand. Bietet das nicht unendlich viel Raum und unbegrenzte Möglichkeiten für die Manipulation? Solche Vormachtstellung schafft Privilegien.

Gemeinschaft bestärkt uns

Gemeinhin kann man davon ausgehen, dass Menschen mehr auf der Suche nach Gemeinsamkeiten sind, als sie versuchen, ihre Welt durch unbequeme Dinge und andere Sichtweisen zu erweitern.

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Wir alle bilden lieber Rudel aus Gleichgesinnten, um dann gemeinsam die anzubellen, die eben die Anderen sind. Das sind die, die nicht im selben politischen Lager zu Hause sind, die anderen Einkommensschichten angehören, die einfach anders denken und andere Dinge thematisieren. Parteienbildung, Blockbildung soll ja eigentlich eine gute Sache sein, weil aus dem Widerstreit der Lager der demokratische Konsens entsteht. Soweit die Theorie. Leider sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Denn wer sich wohl fühlt, wenn die eigene Schulter von Gleichgesinnten gehätschelt wird, wird Kritik nur am Lager der anderen üben. Und dabei gern übersehen, dass bei den Anderen auch schlaue Leute sind, die Sachen sagen, die wahr, durchdacht und stimmig sind.

Raus aus der Bequemlichkeit

Nicht ohne Grund wird in der aktuellen Debatte um Fake News gern der Begriff der Blase benutzt. Innerhalb einer sich selbst bestätigenden Komfortzone aus Gleichdenkenden und Gleichgeschalteten findet eine inhaltliche Auseinandersetzung auf Faktenbasis nicht mehr statt.

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Alles, was die Blase bestätigt ist gut, alle unbequemen, unliebsamen Informationen sind feindlich. Dabei kochen dann schnell mal die Emotionen hoch, was das Ende jeder vernünftigen Debatte bedeutet. Grund ist schlichtweg der reptilische Überbleibsel in unserem Gehirn, der nur zwei Möglichkeiten kennt: Angriff oder Verteidigung. Ergreifender Höhepunkt auf dem nicht vorhandenen Niveau dieser Auseinandersetzung, die keine ist, sind dann Wortschöpfungen wie "alternativlos". Und wenn dieser Punkt erst einmal erreicht ist, gibt es keine Vernunft mehr, kein demokratischer Konsens wird auf dem Grund dieses Kaffeesatzes gefunden werden.

Verantwortung übernehmen

Helfen kann uns als Gesellschaft dann auch kein Wahrheitsministerium, das als Correctiv eingreift und zensiert. Keine Brücke wird errichtet, wenn das eine Lager ohne demokratische Grundsätze und Einspruchsmöglichkeiten löschen darf, andere Meinungen und Meldungen im Nirgendwo verschwinden. Oder wie es die Macher von #Correctiv ausdrücken: "Ohne unabhängige und kritische Medien kann die Demokratie, die unsere Vorfahren erkämpft haben, auf Dauer nicht überleben." #Globalisierung