In Großbritannien zum Beispiel sterben jeden Winter Zehntausende (im Durchschnitt Fünfundzwanzigtausend, in kalten Wintern wesentlich mehr) alte Menschen an „fuel poverty“, was schlicht und ergreifend heißt, dass sie bis zu einem solchen Grad an Kosten für Heizung sparen, dass sie wegen der verschiedenen damit verbundenen Probleme, wie schweren Erkältungen und Kältegrippe sterben.

Den FSB, Wladimir Putin und die „Diktatur?“ des Despoten Putin stellen wir mal prinzipiell beiseite. Die Diffamierung ist zu offensichtlich. Wenn man sich aber den Rest anschaut, dann ist erstens: das Niveau der Freiheit eine sehr subjektive Frage.

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Und zweitens: selbst wenn #Russland den FSB hat, dann hat der Westen immerhin die NSA, den „Patriot Act“ und die Polizisten haben da so ein Hobby, in putativer Notwehr oder reflexartig unbewaffnete Schwarze zu erschießen.

Und dann wurde klar, dass die Medien, die in den vergangenen Jahrzehnten auf die Arbeit im Format „der Westen ist das Paradies auf Erden, Russland ist die Verkörperung des Schreckens“ ausgerichtet waren, nicht mehr konkurrieren können, wenn es um Arbeit im Format „vergleichen wir besser im Detail“ geht.

Russland entspricht nicht (mehr) dem üblichen Raster, mit dem die westlichen Medien sich immer noch beschäftigen.

Die westliche Darstellung des Auftretens der russischen Fans bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 führt, genauso wie seine aktuelle Fortsetzung in Form des neuen britischen Films, anschaulich die Falle vor, in die die westlichen Medien rannten, sich verrannten.

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In Russland wurde diese ganze Unterstellungs- und Tatsachenverdrehungsgeschichte mit den Unruhen bei der jüngsten Fußball-Europa-Meisterschaft von Anfang an in erster Linie als weiterer Beweis dafür wahrgenommen, dass in Europa etwas sehr falsch läuft.

Die Hauptwahrnehmung der russischen Gesellschaft war: „Gut, dass wir in einem normalen Land leben und das bei uns unmöglich wäre. Russland ist ein Staat und der Staat hat seine Polizei, die eine solche Schande nie zulassen würden“.

Alle Exzesse bei Sportveranstaltungen in Russland werden wahrgenommen als ein Versagen der Organisatoren und der Strafverfolgungsbehörden, die Schlussfolgerungen daraus für das Verhindern von Wiederholungen in der Zukunft ziehen.

Und wenn eine Veranstaltung sich gar auf einem solchen Niveau befindet, wo der Status wichtig ist, wie bei außergewöhnlich groß angelegten Veranstaltungen, werden solche Exzesse überhaupt nicht toleriert und die Gesellschaft erwartet ganz nachdrücklich, dass Ordnung und Sicherheit hundertprozentig gewährleistet werden.

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Wie die Olympischen Spiele in Sotschi gezeigt haben, tut der Staat sein Bestes, um die öffentlichen Erwartungen zu erfüllen.

Zur gleichen Zeit wurde insgesamt in Russland positiv wahrgenommen, wie sich die russischen Fans in Frankreich verhielten. Bei einer insgesamt jedoch negativen Bewertung gegenüber der Fan-Bewegung/-Haltung, als einer solchen destruktiven Kraft, die ihren Platz kennen sollte und die durch Polizeibeamte in Schach gehalten werden muss.

Die Logik war einfach: Wenn ein Staat und seine Regierung nicht fähig sind, ihre Funktion zu erfüllen, dann gilt sich selbst verwirklichend halt das Recht des Stärkeren. Und die eben Nicht Couch Potatoes Russen zeigten, wer stärker ist.

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