Liebe Leser, dies ist mein erster Artikel bei "Blasting News". Ich will hier keine Meinung servieren, sondern euch zum Nachdenken anregen.

In den letzten Jahren hören wir andauernd, wir sollen uns Elektroautos mit Lithium-Ionen-Akkumulatoren anschaffen und die Welt wird sauberer. Stimmt das? Wer möchte, kann bei den üblichen Suchmaschinen unter dem Stichwort "Wirkungsgrad" bei Verbrennungsmotoren, Kraftwerken, Akkumulatoren sowie Brennstoffzellen sich ansehen, was ich dort gefunden habe.

Was ist ein Wirkungsgrad?

Damit umschreibt man den Unterschied zwischen der eingesetzten Primärenergie (Öl, Gas, Kernenergie, etc.) und der daraus entstandenen Sekundärenergie (Strom, Bewegung, Wärme, etc.). Der Begriff sagt uns also etwas über die Effizienz einer Technologie. Ein üblicher Verbrennungsmotor im PKW erreicht zwischen 35 und 40% Wirkungsgrad im Sinne von Bewegungsenergie. Der Rest geht als Wärme verloren. Ein Atomkraftwerk erreicht 33% Wirkungsgrad, ein Kohlekraftwerk 42-47%, ein Wasserkraftwerk immerhin 80-90%.

Nachdem der Strom erzeugt wurde, muss er transportiert werden. Im Stromnetz bedeutet das einen Verlust von 5,7%. Kommt der Strom aus der Steckdose, lädt er ein Elektroauto auf. Ein Lithium-Ionen-Akku zeigt einen Ladefaktor von 1,4, ich muss also 1.400 Watt Strom zuführen, damit ich 1.000 Watt an Leistung entnehmen kann. Die Reichweite ist bei Kälte deutlich geringer als bei sommerlichen Temperaturen. Doch schon bei Idealbedingungen geht ungefähr ein Drittel der eingespeisten elektrischen Energie verloren.

Mit der Brennstoffzellentechnik, kann man bei intelligenter Nutzung einen Wirkungsgrad bei Autos von 40-50% erreichen, was nicht besonders viel scheint, aber in der Gesamtsicht trotzdem ökologischen Sinn ergibt.

Flächendeckende Energiebereitstellung

Wenn in einer Straße 20-50 Elektroautos über Nacht geladen werden sollen, könnte es das Stromnetz überlasten. Greenpeace hat deshalb die Genossenschaft "Windgas" gegründet, und stellt aus Ökostrom Wasserstoffgas her und speist diesen in das Gasrohrnetz. Sollte die Menge an Wasserstoffgas eine gewisse Konzentration überschreiten, müsste man es methylieren um Schäden am Rohrnetz zu vermeiden. Es wäre also sinnvoll, zunächst Brennstoffzellenautos herzustellen, die sowohl mit Wasserstoff- als auch mit Erdgas betrieben werden könnten.

Luftbelastung in Ballungsgebieten

Die großen Probleme in Großstädten entstehen durch Mikrostaubpartikel und Stickoxide. Die Kohlendioxidbelastung (CO2) ist weniger problematisch. wenn wir also über die Zukunft der Elektromobilität diskutieren, dürfen wir uns nicht auf die Lithium-Ionen-Akkus festlegen.

Sehen wir uns die Ökobilanz an: jeder Akku der 1 Kilowattstunde bereitstellen kann, erzeugt bei der Herstellung 54 Kilogramm Kohlendioxid (CO2). Die Abgasersparnis reicht nicht um eine bessere Gesamtökobilanz im Vergleich zu einem rein von einem Verbrennungsmotor betriebenen zu zeigen. Elektroautos mit Akkumulatoren ersparen so in der Gesamtsicht also keinen Kohlendioxidausstoß, sie verlagern ihn nur aus den Städten zu den Kraftwerken und den Akkuherstellern, was der Treibhausgasbildung weltweit aber völlig egal ist.

Das psychologische Moment

Autos, die mehr oder weniger lang an die Steckdose angeschlossen werden müssen, um eine sehr begrenzte Zeit Fahrspaß zu bieten, erinnern eher an Kindergeburtstag als an Urlaubsreisen quer durch den Kontinent.

Das Auto ist ein Stück Freiheit und alle 500 Kilometer zu tanken fühlt sich anders an als alle 200 Kilometer eine ausgiebige Kaffeepause machen zu müssen. Natürlich müssen wir uns auf lange Sicht von den fossilen Brennstoffen verabschieden und der Elektroantrieb bei Autos muss kommen; aber ob die Lithium-Ionen-Technologie mehr Probleme löst, als erzeugt ist noch nicht zu entscheiden. Es wäre daher sinnvoller, in die Weiterentwicklung der Brennstoffzellen-Technologie zu investieren. Damit könnten wir sehr schnell die Elektromobilität erhöhen. #Tesla #Umwelt #Verkehr