Wäre Jesus unter uns, es wäre interessant, seine Meinung zu der einen oder anderen Sache zu hören. Etwa zur Atomkraft oder dem Herumpfuschen am Wetter, wie es die Chinesen ganz offen tun. Oder Atomwaffen. Schnell wäre Jesus erneut ans Kreuz genagelt, würde er sich wieder wehrlos geben?

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Ministerin Barbara Hendricks entschuldigte sich

Atomkraftkritiker wurden zu Unrecht als #Staatsfeinde behandelt - so entschuldigte sich die umstrittene Ministerin #Barbara Hendricks bei Kritikern der #Atomkraft.

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Diese mussten seinerzeit Deutschland schon mal verlassen, weil man ihnen klare Ansagen machte:

Wenn du das Maul nicht hältst, dann -

So sind Aktivisten lieber im Ausland abgetaucht, heute jedoch wieder im Lande. Aber was heißt denn das "in die Nähe von Staatsfeinden gerückt"?

Das heißt erst einmal, dass die Presse ihre entsprechenden Artikel zu schreiben hatte und es offensichtlich Hass und Hetze von staats wegen gab.

Hendricks am 29.4.2016 im Bundestag

"Und gerade, weil die Atomkraftgegner über lange Zeit so manches an Schmähungen über sich haben ergehen lassen müssen und sogar in die Ecke von Staatsfeinden gerückt wurden, sage ich heute in diesem hohen Haus: Die Anti-Atomkraftbewegung war keine gegen den Staat gerichtete Bewegung. Ganz im Gegenteil: Es waren Freunde des Staates und der Gesellschaft. Weil sie nicht hinnehmen wollten, dass wir alle den Risiken einer zu gefährlichen Art der Energieerzeugung ausgesetzt sind. Ich danke diesen Menschen heute ganz ausdrücklich - denn sie haben sich um unser Land verdient gemacht.".

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So ist das halt, wenn der Wind sich dreht.

Viel wert ist so eine Erkenntnis nicht, denn auch heute noch ist es höchst ungesund, wenn man sich den Lobbyverbänden und Profiteuren in den Weg stellt. Denn diese haben nicht nur unbegrenzte Mittel zur Verfügung, sondern stehen auch meistens über Recht und Gesetz, weil die Seilschaften nicht nur bei der Politik bis in die obersten Spitzen reichen - sondern auch bei der Justiz.

Nicht umsonst sehen wir gerade in den USA, wie es bei Regierungswechsel auch bei der vermeintlichen unabhängigen Justiz zu erheblichen Veränderungen kommt. Diejenigen, die über Trump so erstaunt sind, haben die letzten Jahrzehnte in einer Höhle verbracht? Denn der Austausch hoher Richter und Staatsanwälte ist doch das Erste, was die entsprechenden Präsidenten jeweils tun.

In der Türkei stehen dann schon mal Hunderttausende auf "der Liste",

weil sie ein anderes Parteibuch haben.

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Schulz stößt ähnliche Töne hervor und nennt die politischen Gegner

"eine Schande für Deutschland"

- der nächste Schritt hin zur Verfolgung ist dann sehr klein, wie uns Erdogan vorführt.

Auch heute darf man Themen, welche staatliches Interesse betreffen, nicht so ohne weiteres kritisieren oder gar den Whistleblower geben. Staatliches- und Lobbyinteresse gehen hier ja fließend ineinander über - gerade im Billiglohnland Deutschland. So sind Flug- und Schiffsverkehr in Deutschland "safe" - trotz hoher Schadstoffwerte, Smog und 47 000 Toten, die vorzeitig am Dreck sterben.

Also: Alles beim alten.