Eigentlich gilt ein Mensch mit eigener Meinung ja etwas, viele zollen dem ausdrücklich Respekt:

Der/die/das hat wenigstens eine eigene Meinung!

Dieser Respekt kommt wohl noch aus Zeiten, als es gefährlich werden konnte, wenn man eine eigene Meinung hatte und diese auch noch kundtat. So brachte eine Sendung über die bedeutendsten Frauen Deutschlands die große Überraschung:

Anne Frank und Sophie Scholl

ganz weit vorne - und das ausgerechnet im Duckmäuserland, das mit wehenden Fahnen einer #DDR 2.0 entgegen strebt. Denn das kommt heute gar nicht mehr gut, wenn man nicht linientreu ist. Da meine ich jetzt nicht direkt all die bunten Vögel, bei der CSD-Demo, wo ja grau und farblos wirkende Politiker ganz vorne mit marschieren, um ein wenig "Farbe" zu bekommen.

Wenn jemand Spass hat, sich an der Hundeleine führen zu lassen - aber gerne - Hauptsache man kommt dabei der Elite nicht in die Quere! Dann stehen Eltern mit ihren Kindern am Straßenrand und staunen, wenn Opa im Lederkostüm an der Hundeleine vorbei kommt - das ist schön, da freuen wir uns - Bürgermeister und Abgeordnete marschieren mit!

Man staunt dann wieder, wie der "besorgte Bürger" dafür an den Pranger gestellt wird - eine Gefahr, #Mob und #Pack wird vermutet.

Ein neuer Berufszweig tut sich auf: nicht Meinungsforscher sind heute gefragt, sondern

Meinungsprüfer

Es werden entsprechende Kennzeichnungen eingeführt, wie "geprüfte Meinung" per Faktencheck. Soziologen und Philosophen weisen aber darauf hin, dass eine einzelne Meinung gar keinen "Wert" an sich habe, jedoch durch die Multiplikation im Web sehr wohl.

Faktencheck durch Korrektive

Das war gerade schön zu sehen, wie ausgerechnet ein Faktencheck Correcitiv die Machenschaften der Politiker aufdeckte, die Pensionsgelder in unmweltschädliche Aktien investierten - so kann das nach hinten losgehen.

Im Web gibt es ein Forum für das

Aufdecken von "Verschwörungstheorien"

mit fast 100000 Mitgliedern, die sogar gemeinnützig anerkannt sind, weil sie "Aussteigern" helfen möchten. Weil man mit der "falschen Meinung" anderer offensichtlich schön Geld verdienen kann, wird aus den Tiefen des Web noch der letzte Blödsinn gezogen, um ihn ordentlich aufzuschwurbeln.

Dann kann man Veranstaltungen dazu verkaufen und lustige Produkte verticken. Außerdem bekommt man selbst ein linientreues Gefühl, weil man seine Meinung als die allein selig machende darstellen kann. Die Schlauesten sind dort aber nicht vertreten, denn die Kommentare auf diesen Foren wirken sehr kindlich bis dümmlich.

Wenn also Meinungen derart bekämpft werden, dass man selbst den 70jährigen Honigmann als Gefahr sieht, dann müssen einige ordentlich Dreck am Stecken haben, vergleicht man die Artikel vom Honigmann mit den kriminellen Vorgängen am Kottbusser Tor. DA finden wirkliche Verbrechen statt.

So verbergen sich tausende Staatsbedienstete auch lieber hinter dicken Mauern, um ihre Meinungen dort abgeschirmt auszutauschen bzw. umzusetzen. Evtl. müsste man das eine oder andere Geheimdienstgebäude eher als Großloge sehen, denn als Dienstgebäude? Sich im Web in "geheimen geschlossenen Foren" bilderbergermäßig" die Meinung zu sagen - das wäre es doch? Aber nein - auch dort dringt man ein, um gefährliche Meinungen aufzuspüren.

Gut, wenn man überhaupt keine Meinung hat.

laus stultitiae!

Obwohl: Alleine das Zeigen von Symbolen ist natürlich auch eine Meinungsäußerung - auch wenn diese nur verbotenen Symbolen "ähnlich" sind. Das macht Angst, denn wenn jetzt die biometrische Gesichtserkennung kommt und man sieht einem Terroristen "ähnlich" - dann hat man eben Pech gehabt.

Wenn sie heute als Kollateralschaden unserer Umweltpolitik vorzeitig an verdreckter Luft sterben, dann haben sie halt auch "Pech gehabt" - in Bad Dobrindt.

Übrigens: die in der HeuteShow vom 10.3.2017 genannten 10000 Toten bezogen sich nur auf Dieselabgase. Insgesamt sterben offiziell 47000 VORZEITIG an verdreckter Luft - gut, wenn sie dazu lieber keine Meinung haben, denn sonst wird es ungemütlich.

Gedanken sind wenigstens frei!