Noch immer ist #Inklusion NICHT in den Lehrplan eines Lehramtsstudenten integriert. In den neuen modularisierten Studiengängen des Lehramtes müssen Studentinnen und Studenten meist 2 aus unzählig angebotenen Lehrveranstaltungen auswählen, um das jeweilige Modul erfolgreich abschließen zu können. Hin und wieder werden da auch Veranstaltungen mit thematischem Schwerpunkt auf Inklusion angeboten-PFLICHT sind sie jedoch nicht.

Was ist Inklusion?

Der Haken an der Sache...

Es besteht nur ein Haken an der ganzen Sache: JEDE Lehrerin und JEDER Lehrer wird früher oder später mit dem Thema im Unterricht konfrontiert werden - ob sie wollen oder nicht! Ausgebildet sind hierbei dann nur wenige. Inklusion betreiben müssen sie bei Durchsetzung der Idee, alle Schüler - unabhängig von bestehenden Körperbehinderungen, Verhaltensstörungen, Sprach-, Lern- und psychischer Behinderungen - an der #Regelschule zu unterrichten, dennoch. Ganz zu schweigen von der Notwendigkeit einer Ausgestaltung der Lern-und Bildungsprozesse, welcher auch immer mehr an den deutschen Schulen durch Migranten- und Flüchtlingskinder mit zumeist nicht hinreichend ausgebildeten Deutschkenntnissen erfahrbar wird. Die Umsetzung, ob und wie Bildungsprozesse in einem solchen sogenannten "heterogenen Klassenzimmer" möglich sind, damit dürfen sich die Lehrer an den Schulen gern selbst oder im Kollegium befassen.

Um Studenten bereits innerhalb der ersten universitären Ausbildungsphase auf die in der Praxis möglichen Anforderungen zumindest teilweise vorzubereiten und sie nicht ohne jegliches Wissen in das kalte Wasser des inklusiven Unterrichts springen zu lassen, reagieren nun die Universitäten teilweise. Angestrebt wird hierbei oftmals das Ziel, die (negative) Haltung der Studenten zu verändern und zu verbessern und diese für das Inklusionsverständnis von Schule zu öffnen. Kurz: Inklusion bedeutet nicht Stress, kann Chancen für alle Kinder offenhalten und gefährdet keineswegs das "Vorankommen" der Klasse im Stoff. - Doch kommt das auch bei den Studenten an?

Bringen Inklusionsveranstaltungen wirklich etwas, wenn man sie besucht? Fühlt man sich dadurch kompetenter und sicherer bezüglich der Anforderungen, die auf einen zukommen werden? Und was lernt man wirklich oder was wäre zumindest möglich, in ihnen bei angemessener Selbstauseinandersetzung des Stundenten mit dem Thema zu lernen? - Eine Reflexion über einen individuellen Lernweg einer betroffenen Lehramtsstudentin.

Lehramtsstudium: Entwicklung der Sichtweise feststellbar

Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine Studentin, deren #Studium sich bereits dem Ende neigt, darum gebeten, ihre Reflexion des individuellen Lernweges zur Verfügung zu stellen, um ihre Entwicklung herauszufinden und diese in diesem Zusammenhang teilweise zitieren zu können. Hierbei stellte sich heraus, dass ihr das Seminar definitiv etwas gebracht hat, jedoch natürlich nur erste Anhaltspunkte bilden konnte. Durch das Seminar wurde ihre das Thema "Behinderung" erst richtig bewusst:

"Sollte ich wie hier meinen Lernweg reflektieren, so kann ich für mich eine enorme Entwicklung hinsichtlich meines Denkens um behinderte Menschen, Behinderung und Beeinträchtigungen während des Semesterverlaufs feststellen. Die Veranstaltung wählte und besuchte ich vor allem aus Interesse, da ich schon dahingehend mein Studium abgeschlossen habe. An meinem Fragebogen, den ich in der ersten Sitzung ausgefüllt habe, sehe ich im Nachhinein, dass ich zu diesem Zeitpunkt vor allem noch negativ auf Behinderung gesehen habe, da ich nur den äußeren Anschein, das öffentlich Ausgelebte der Behinderungen in meinem Alltag gesehen habe und damit konfrontiert wurde, wobei ich mich stark von solchen Verhaltensweisen und Bedürfnissen nach Pflege und Unterstützung als sichtbare „Schwäche“ distanziert habe. Vor allem aber sehe ich auch nun, dass ich Dinge eingetragen habe, die darauf schließen lassen, dass ich noch nicht viel über das Thema wusste."