Man kann den "Durchschnittstürken", der die AKP-Regierung unter Präsident #Erdogan irgendwie gut findet, durchaus verstehen. Das Land in Vorderasien hat im vergangenen Jahrzehnt einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, dass es einem nur so schwindlig wird. Den meisten Türken geht es heute sozial so gut wie nie zuvor seit der Gründung der Republik auf den Trümmern des Osmanischen Reiches. Doch damit hört die Einfachheit der Dinge auch schon auf. Ein guter Teil dieses Aufschwungs geht auf Umstände zurück, die erst verwoben ein Bild ergeben.

Durch den erklärten Willen, der EU beitreten zu wollen, unterstützte diese Erdogan und seine islamistische AKP dabei, das Militär aus der Politik zu entfernen.

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Die naive EU sah darin Fortschritte auf dem Weg zu westeuropäischen Verhältnissen - Erdogan und seine Regierung nutzten dagegen nur die Gunst der Stunde, sich eben jener Militärs zu entledigen, welche die weltliche #Türkei bewachten, vor Leuten wie Erdogan und seiner AKP Partei. Man redete sich diese Partei im Westen schön als islamische Variante der CSU, ein Vorbild und Bollwerk gegen den Islamismus. Dabei waren die AKP und ihre verbotenen Vorläuferorganisationen noch nie etwas anderes als islamistische Parteien. Erdogan war einfach nur so schlau, ein doppeltes Spiel zu spielen.

Die Masken fallen!

Seit dem angeblichen Putsch vom Sommer 2016 spielt Erdogan nun Deutschland 1933. Damals brannte der Reichstag, in der Türkei wurde das Parlament während des Putsch-Theaters bombardiert. In der Folge gab es Sonderermächtigungen für den Präsidenten, der jetzt per Dekret regieren kann und das auf Dauer auch so handhaben will.

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Deshalb soll eine komplett neue Verfassung her, deshalb werden alle verfolgt und eingesperrt, die das nicht gut finden und deshalb touren derzeit türkische Minister, um bei den in Deutschland lebenden Türken Stimmung zu machen für den geplanten Führerstaat.

Beleidigt?

Die Flüchtlingskrise als menschenverachtendes Druckmittel in der Hand, fühlt sich die türkische Regierung so stark wie nie und benimmt sich gegenüber Deutschland wie ein alter Sultan im Größenwahn. Deutschland solle "lernen sich zu benehmen" gehört noch zu den harmloseren Tiraden des Wahnsinns gegenüber der größten Macht Europas. Dass auch Deutsche beleidigt sein können, das vergessen die Berufsbeleidigten in Ankara dieser Tage gerne. Und das wird Folgen haben.

Es wird kalt in Konstantinopel!

Wenn Deutschland eines noch nie war, dann erpressbar. Das ist eine Grundkonstante der deutschen Geschichte, so arm diese auch an Grundkonstanten ist. Der deutsche Staat und das deutsche Volk reagieren auf Erpressungen eiskalt. Das durften die Terroristen der RAF erleben, die Bundeskanzler Helmut Schmidt wahlweise hat einsperren (Stammheim) oder erschießen (Mogadischu) lassen.

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Sogar seinen Freund, Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer hat Schmidt geopfert, um den Terroristen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und gerade vor ein paar Tagen hat Deutschland kein Lösegeld an Moslems gezahlt, die auf den Philippinen einen Deutschen als Geisel hatten. Das Geld blieb aus, der Mann wurde geköpft - möge er in Frieden ruhen. Nein, mit Deutschland spaßt man nicht und vor allem erpresst man es nicht.

Die Zukunft!

Man muss kein Orakel sein, um die Zukunft vorhersagen zu können. Natürlich wird Herr Erdogan seine neue Verfassung bekommen - wie auch immer. Wenn er dann nicht lernt, Deutschland respektvoll zu begegnen, wird Berlin auf seine "Flüchtlingswaffe" andere Antworten finden. Die EU-Zahlungen werden austrocknen, Investoren sich zurückziehen, deutsche Fördergelder versiegen, die Ein- und Ausreise für türkische Staatsbürger in die EU zum Albtraum, die türkischen Touristenorte verrotten und das Land schlicht und einfach verarmen. Außerdem wird sich kein deutscher Politiker, der an seinem Mandat hängt pro doppelte Staatsbürgerschaft für Türken einsetzen. Auch Linke haben ihre Schmerzgrenze. Es wird Nacht in Ankara und in Berlin wird man kühl dabei zusehen und ein kühles Blondes trinken. #benehmen