Jedes Jahr verlassen viele Deutsche ihre #Kirche. Manche haben ernsthafte theologische Gründe dafür, andere hadern mit einer gewissen Altbackenheit der traditionellen Großkirchen und manche Leute wollen einfach keine #Kirchensteuer mehr zahlen. Jeder ist seines Glückes Schmied und wer ohne Gemeinde zufriedener lebt, der möge glücklich werden. In der Tat ist das sehr deutsche Konstrukt, dass die Kirchen ihre Gebühren als Steuern durch den Staat eintreiben lassen, eine sehr unglückliche Verquickung zweier Ebenen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollten.

So kommt es, dass in Deutschland weniger die Taufe - gefühlt - darüber entscheidet, wer Christ ist und nicht die Jahressteuererklärung.

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Das allerdings ist unbiblisch, oder um es ganz scharf zu sagen, eine Sünde.

Ist die Kirchensteuer eine Sünde?

Christ wird man durch die Taufe, "Nichtchrist" durch eine innere Abwendung vom biblischen Glauben. Beides ist das gute Recht eines freien Menschen. Von einer Steuerbescheinigung, die das Christsein definiert, ist allerdings weder in der Heiligen Schrift etwas zu lesen, noch ist diese Handhabung auch nur ansatzweise christlich:

So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

(Die Bibel, Neues Testament, Matthäus 22:21)

Die völlige Trennung von Staat und Religion ist keine neue Erfindung, sie stammt aus dem Munde Jesu Christi. Staatskirchen in anderen Ländern sind deshalb genauso unchristlich wie die Eintreibung der Kirchensteuer in Deutschland durch das Finanzamt.

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"Biblisch in Ordnung" wäre es, würden die Kirchen ihre Mitgliedsbeiträge den Gemeindemitgliedern direkt in Rechnung stellen.

Andere Modelle...

Dass es auch anders geht, zeigen Modelle in anderen Staaten, in denen der Staat und die Kirchen weniger Angst vor der Freiheit des Menschen haben. Dabei muss nicht jede Kirche gleich so radikal vorgehen, wie die Christian Universal Life Church, die ausschließlich auf das Ehrenamt setzt. Andere haben feste Beiträge, leben von Spenden oder aus einer Mischung von diesen Ansätzen. Nur der Staat hat im Kirchenleben nichts verloren. So sollten sich auch die Kirchen um das Seelenheil ihrer Gläubigen kümmern, statt mit dem Staat zu kungeln.

Das klappt doch nie?

Als die Christian Universal Life Church aus einer lokalen amerikanischen Freikirchengemeinde zu einer der größten Social Media Churches der Welt wurde - mit Hausgemeinden in inzwischen über 70 Ländern - hat jeder sich an den Kopf gefasst und vorhergesagt, dass ein solch wahnsinniges Unterfangen niemals nur durch Ehrenamt zu stemmen sein würde.

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Immerhin benötigt ein solches Projekt eine straffe Steuerung, Infrastruktur und ein hohes Maß an Professionalität. Doch es klappte, auch und gerade wegen des Enthusiasmus der Pioniere.

Darf man das?

Deutschland ist übrigens das einzige Land, in dem unsere entstehenden Bibelkreise und Hauskirchen gefragt werden, ob "man" das "darf". Als ob man eine Lizenz bei der örtlichen evangelischen oder katholischen Gemeinde einholen müsste, um einen Bibelkreis aufzumachen. Das ist, zumindest für einen Amerikaner, doch eine lustige Vorstellung. Natürlich darf jeder an alles glauben und natürlich darf man einen Bibelkreis in seinem Wohnzimmer veranstalten. Alleine dies in Frage zu stellen, ist irgendwo zwischen putzig und obrigkeitshörig anzusiedeln.

Mutig voran!

Vergesst Eure Kirchensteuer, Ihr Deutschen! Seid mutig und glaubt oder glaubt nicht, was Ihr wollt! Hört auf die Stimme in Euren Herzen, denn sie ist es, die zählt!

Gott segne Euch!

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Von Bishop Jonah Samuelson (Christian Universal Life Church), aus dem Englischen übersetzt von Katrin Müller. #austreten