Es geht nicht um Sensation, um das hier unmissverständlich noch einmal zu sagen. Gestern haben im Brandenburger Landkreis Oder-Spree drei Menschen (eine Rentnerin und zwei Polizisten) bei einem schrecklichen Verbrechen ihr Leben gelassen. Auf der Pressekonferenz teilte der Innenminister mit, dass es sich um eines der schlimmsten Verbrechen an Polizisten seit 1990 in der Region handle. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Vorbild: Cathrin Böhme

Trotzdem erlaube ich mir zu hinterfragen, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (#RBB) mit diesem Thema umgegangen ist und warum er seine Berliner Zuschauer nicht ausführlich informieren wollte. Gut gelaunt begrüßten die Moderatoren Sascha Hingst und Nadya Luer gestern die Zuschauer. Kein einziges Wort am Anfang der Sendung über das schlimme Verbrechen; nicht mal die Ankündigung, dass man den Dreifachmord von Oegeln noch ansprechen wird. Zum Vergleich: Beim LKW-Attentat vom Breitscheidplatz trug eine andere Abendschau-Moderatorin, Cathrin Böhme, schwarz und lachte nicht einmal.

Kein Wort über die Berliner Polizeikollegen

Fairerweise muss man sagen, dass der RBB um 19:30 Uhr sein Programm splittet und auf einer weiteren Frequenz das Magazin "Brandenburg Aktuell" zeigt. Dort war das Thema an erster Stelle. Außen vor blieben jedoch die rund 300.000 Zuschauer der Abendschau. Und hier frage ich: Warum? Denn die Abendschau hat bei Länder übergreifenden wichtigen Nachrichten bisher stets auch berichtet. "Brandenburg Aktuell" tut das bei relevanten Berliner Ereignissen übrigens schon seit Jahren. Gerade gestern stand die Hauptstadt mit unter Schock; die Berliner fühlten mit den Brandenburgern. Das einige Berliner Polizisten aus Solidarität ebenso Trauerschleifen an ihren Autos haben - kein Wort bei der Abendschau. Nicht eine Silbe am Anfang zu einem 24-Jährigen, der vor der Polizei flüchtete und dabei mutmaßlich zwei Beamte im Alter von 49 und 52 Jahren überfahren und dabei getötet hat. Zuvor soll er seine 79-jährige Oma ermordet haben.

Erst nach 13 Minuten gab es eine Kurzmeldung

Wenn die S-Bahn nicht funktioniert und Brandenburger von Hennigsdorf nicht in die Berliner City kommen, dann ist Kultreporter Uli Zelle von der Berliner Abendschau sofort vor Ort und informiert. Da werden Sondersendungen gefahren. Und gestern? Erst nach 13 Minuten ist dem RBB, einer Anstalt des öffentlichen Rechts, das Verbrechen eine Kurzmeldung in seinem Flagschiff "Abendschau" wert. Die Berliner bekamen ausführliche Informationen zu den Ereignissen am 28.02.2017 erst um 21:45 Uhr in der Spätausgabe. #Fernsehen #Kriminalität