Ein Fakt, der mir früher ganz normal erschien, irritiert mich seit meiner Rückkehr aus den Staaten. Wieso gibt es in Deutschland #Religionsunterricht an staatlichen Schulen? Ist das keine unglückliche Vermischung in einer modernen und weltoffenen Demokratie? Natürlich sollen meine Kinder fest im Glauben erzogen werden. Wir sind das, was man als fromm bezeichnen kann. Doch möchte ich, dass Kinder nicht halb auf dem Staatsweg an öffentlichen Schulen mit einem Glauben indoktriniert werden, der gar nicht der unsere ist. Wir sind Baptisten, aber auch wenn wir als Familie Mitglied einer lutherischen Kirche wären, würden wir dann nicht gerne wissen, welche Interpretation des Glaubens den jungen Menschen nahegebracht wird?

Raus geht es immer?

In vielen deutschen Ländern kann man als Eltern die Kinder aus dem Religionsunterricht herausholen.

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Immerhin. Es wäre schließlich auch für Andersgläubige und Atheisten eine Unzumutbarkeit, gäbe es diese Ausnahmemöglichkeit nicht. Dennoch bleibt es eine Ausnahme. Man muss oft noch die Freistellung vom Religionsunterricht beantragen. Es ist also keine echte Wahlfreiheit, sondern eine Entscheidung auf Antrag hin. Das muss einem in einer Gesellschaft Kummer bereiten, die jedem seinen Raum geben soll, dem Hindu ebenso wie dem Atheisten.

Was wird gelehrt?

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist kein Monolith. Die einzelnen Landeskirchen unterscheiden sich deutlich voneinander und die Gemeinden selbst weisen oft divergierende theologische Ansichten auf. Wie passt das zusammen mit einem "evangelischen" Religionsunterricht an einer staatlichen #Schule. Gar nicht, genau! #Religion und Frömmigkeit gehören zu den intimsten Erlebnissen des Menschen und sollte ihre Heimat in der eigenen Gemeinde haben, wo gelehrt wird, was dem eigenen Glauben entspricht.

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Deshalb ist auch ein Ethikunterricht an staatlichen Schulen nicht gut. Ethik ist ebenso wie Religion Privatsache. Daher plädieren wir als bibeltreue Christen für die Abschaffung des Religionsunterrichts an öffentlichen Lehreinrichtungen. Stattdessen könnte kann man ein Fach "Staatbürgerkunde" einführen, wo Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gelehrt werden.