Für hunderte von Frauen in #Köln war die #Silvesternacht 2015/6 ein entsetzlicher Albtraum, um so bitterer dürfte für die Opfer nun der #Abschlussbericht des NRW-Landtags sein. Der Express zitiert aus einem Entwurf für diesen Bericht. Demnach hätten die meisten Übergriffe verhindert werden können, wenn schon bei den ersten Straftaten „frühzeitig und entschlossen“ durchgegriffen worden wäre. Jedoch hätten für ein solches Vorgehen der Überblick und die ausreichenden Kräfte gefehlt. Der Express zitiert aus dem Bericht: „Als die Tätergruppen in Köln merkten, dass die Polizei nicht eingriff, entstand ein fataler Sogeffekt.“ Dieser Effekt habe eine kriminelle Dynamik, Gruppenverhalten und sexuelle Gewalttaten nach sich gezogen.

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Der Bericht sei das Ergebnis von 14 Monaten, in denen in 60 Sitzungen 180 Zeugen gehört worden seinen. Zudem habe der kriminologische Gutachter Prof. Rudolf Egg alle 1200 Anzeigen gesichtet. Unter dem Strich sei es für das Gremium völlig unverständlich, dass trotz einschlägiger Erfahrungen aus den Vorjahren zwischen der Stadt Köln, der Landes- und Bundespolizei keine angemessene Einsatzplanung sicher gestellt worden sei. Die Reduzierung der angeforderten Kräfte durch das Land sei ein „grober Fehler“ mit „fatalen Folgen“ gewesen. Für die Öffentlichkeit und besonders die Opfer und deren Angehörige soll die „falsche und irreführende“ Kommunikation der Behörden und der Politik in den ersten Tagen besonders belastend gewesen sein.

Silvesternacht ohne Konsequenzen

Ich meine, die Kommunikation der Politik danach ist für mich als Frau ganz besonders enttäuschend, schließlich wurden dort vollmundig Konsequenzen angekündigt, sogar auch für die umstehenden Männer, die „nur“ die Frauen durch Einkesseln an der Flucht hinderten.

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Aber die Wahrheit ist eine ganz andere: So gut wie kein Täter wurde bestraft, die meisten Verfahren wurden schon vorher von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Konsequenzen hat der Vorfall aber für die Frauen: Viele überlegen sich jetzt genau, wann sie wohin gehen, fühlen sich unwohl und haben Angst. Bei Großveranstaltungen machen sich Frauen auffällig rar. Frauen verschwinden aus der Öffentlichkeit.

Die Frauen nicht über die Klinge springen lassen

Von unseren Politikern fordere ich, dass sie uns Frauen schützen: Jedem einreisenden Mann muss ein Dolmetscher erklären, dass Frauen in diesem Land die gleichen Rechte haben. Und Männer die das nicht akzeptieren wollen, die müssen als Asylbewerber abgelehnt werden. Ich will, dass Deutschland seinen humanitären Verpflichtungen nachkommt, aber ich will auch in einer freien und friedlichen Gesellschaft leben.

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