Der Westen führt Krieg gegen die arabische Welt

Die Überschrift bringt auf den Punkt, was seit um 1900 stattfindet und diese Bildungslücke kann man schliessen, wenn man die in diesem weiteren Artikel enthaltenen Videos sieht: US-Marine packt aus über Syrien

Diese Chance sollte man nicht vertun. Dann erkennt man auch das der Titel des Artikels keineswegs reißerisch ist, sondern im Gegenteil genau zutreffend.

Ich kritisiere Kapitalismus und Imperialismus, sowie Eliten, auch auf arabischer Seite, auf russischer Seite, auf jeder Seite. Ich zitiere aus meinem Artikel „Die Kunst der Menschenhaltung“: „Ebenso muss man sich auch bewusst sein, dass die selben korrupten verdeckten oder offenen Führer in den arabischen Nationen oder Russland den selben Herren als Vasallen dienen – oder sich selbst, niemals aber dem Volk.

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Diktaturen werden erhalten, Vasallen eingesetzt oder ausgetauscht. Die arabische Welt in einem primitiven Zustand gehalten. Sie belustigen sich darüber, uns gegen einander aufzuhetzen. Die Christen gegen die Muslime, den Westen gegen die Russen. So dünnen sie uns aus, bereichern sich unfassbar am Krieg, indem sie beide Seiten finanzieren, testen ihre neuen Waffen, verschieben Machtbereiche, teilen den Kuchen unter sich auf.“

Selbstverständlich ist der Schwerpunkt dieser Betrachtung aber die westliche Hegemonie und der westliche Imperialismus, sowie dessen Wüten im Besonderen im Nahen Osten. Es geht um die Pläne zur Teilung des arabischen Ostens, das ist Thema des Artikels. Und dieses stetige Ablenken auf die Missstände in anderen Nationen von Manchem, macht Nichts davon besser. Was soll das Argument also überhaupt? Das ist reine Ablenkung.

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Weil es also beim Nachbarn im Garten brennt, soll man das Feuer im eigenen Garten brennen lassen?

Ich bin meiner Herkunft nach sowohl ein europäischer, deutscher Mensch, wie ich auch arabische Wurzeln habe. Und ich schäme mich langsam für die deutsche, westliche Seite meiner Abstammung. Auch wenn ich mich mit ihr identifiziere. Ich bin als Deutscher in Deutschland aufgewachsen. Weder kann ich ein Wort arabisch, noch habe ich arabische Freunde, die ich näher kenne. Ich bin deutsch sozialisiert und habe die selben Interessen und den selben Lebenswandel wie vielleicht der durchschnittliche deutsche Student.

Ich habe auch äusserlich sowohl arabische, als auch europäische Züge. Ich bin römisch-katholisch getauft und Christ. Israelis, wie meine letzte Freundin, lachen nach kurzem Kennenlernen und sagen, ich sei ein Deutscher durch und durch, Araber akzeptieren mich nicht voll als einen der Ihren – ich spreche ja nicht einmal ihre Sprache, kenne ihre Religion oder Bräuche nicht. Mein Vater ist Palästinenser.

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Die Heimat meines Vaters und die Gräber meiner Vorfahren kann ich nicht besuchen. Ein anderes Volk hat seines von dort vertrieben, darauf gesiedelt und einen Staat darauf errichtet, mein Erbe, unser Haus, zerbombt.

Fremd in der Heimat

Ich schreibe dies also aus meiner Perspektive als deutsch sozialisierter Mensch. Jetzt erlebe ich, seit dem mutmaßlichen Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt 2016, wie mich auch die deutsche Hälfte meiner Identität aufgrund von meinem Äußeren, meiner braunen Haut, zunehmend abstößt – ich erhalte in letzter Zeit plötzlich unfassbar hasserfüllte und einfach nur als rassistisch zu bezeichnende Blicke durch Deutsche, die ich wirklich nicht verdient habe. Das ist ein widerwärtiges Gefühl. Ich weiß das es Anderen auch so ergeht. Man spürt, wie das Gegenüber etwas in einem sehen will und einem etwas aufdrängen will, das man schlichtweg nicht ist. Dazu steigt die Anzahl rechtsradikaler und ausländerfeindlicher Straftaten seit Januar 2017 um über 40%.

Seit dem 11. September 2001 konnte ich in den letzten anderthalb Jahrzehnten die plötzlich aufkommende, vorher nicht vorhandene und nun überall anzutreffende, Panikmache und Hetze gegen arabische Mitmenschen in den Medien beobachten. Vorher war es der Russe. Oder die Linken. Jetzt waren es Araber. Der Russe kommt jetzt auch zurück. Nutzniesser dieser Stimmung waren allein westliche Regierungen, wie die USA und Israel, die imperialistische Bestrebungen im Nahen Osten dadurch vorantreiben konnten, Kriege durchsetzen konnten, während sie gleichzeitig an der Heimatfront Überwachung und staatliche Kontrolle dadurch ausdehnen konnten. Dies alles geschah sehr transparent und durchschaubar, in kleinen Schritten, vor unser aller Augen. Daran sollte man sich nicht beteiligen. Nicht am Krieg.

#Jan Böhmermann bringt gemeinsam mit Serdar Somuncu den neuen Rechtsruck in Deutschland, den neuen Hass auf #Flüchtlinge und arabische Mitmenschen, in diesem Video/Song auf den Punkt:

Video: NEO Magazin Royale #AfD