Was geschah im Anschluss an die Handlung von #Prometheus - Dunkle Zeichen? Woher kommt das berüchtigte #Alien wirklich? Was ist aus dem Androiden David (Michael Fassbender) und der Forscherin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) geworden? Fragen über Fragen. Fans der Alien-Reihe haben Antworten verlangt und im neuesten Projekt von Altmeister #Ridley Scott werden diese nun endlich geliefert. Ob zur vollsten Zufriedenheit des Publikums möchte ich jedoch anzweifeln, schwankt Scott schließlich zwischen dem typisch klischeebeladenen Aufbau eines klassischen Horrorfilms und dem zwingenden Versuch, das Alien-Universum auf Gedeih und Verderb zu erweitern hin und her.

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Der klassische Ansatz ist es jedoch, der Alien: Covenant seinen vorläufigen Reiz verleiht. Vom Aufbau und der Atmosphäre her erreicht Scott tatsächlich alte Stärken und erschafft eine bedrohliche, düstere Geschichte, die durchaus für ein beklemmendes Gefühl sorgen kann. Ginge es also rein um den, sagen wir mal ästhetischen Wert dieses Films, gäbe es keine Gründe, die gegen einen Besuch im Kino sprechen. Doch der Horror liegt bekanntlich im Detail; die Kunst, Handlung, Aufbau, Charaktere und Spannung wie Teile eines Beinkleides miteinander zu vernähen und damit etwas gänzlich Neues zu erschaffen.

Hier beginnen aber leider auch schon die Probleme, unter denen dieses Werk zu leiden hat. Scott geht nach Prometheus einige Schritte zurück und orientiert sich wieder an seinen ersten Gehversuchen, anstatt neue Wege zu beschreiten oder bewusst unbekanntes Gelände zu betreten.

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Das merkt man dem Film in jedem Moment, jeder Sekunde an und ist für Liebhaber dieser Klassiker sicherlich ein kleiner Grund zur Freude. Unterm Strich persifliert sich der Altmeister viel zu oft selbst und schafft es selten, typische Klischees zu vermeiden. Das bezieht sich sich sowohl auf die Figuren - vor allem auf Protagonistin Daniels (Katherine Waterston) - den Plot, als auch die Schockmomente.

Was bleibt, ist ein Horrorfilm, der Schwierigkeiten hat, sein Zielpublikum zu finden. Wirklich profitieren können mit einem Kinobesuch nur die harten Fans des Franchise, die endlich Antworten auf so viele Fragen bekommen ... Na, ja. Eigentlich - ganz genau genommen - sind es gar nicht so viele Mysterien, die hier gelüftet werden. Es sind die Kernfragen, die großen Drei (siehe oben), auf denen der Fokus liegt. Lose Enden der Vorlage werden nur an wenigen, für die Geschichte unentbehrlichen Stellen mit der neuen Handlung verflochten. Andere Fäden werden gnadenlos abgeschnitten und verschwinden in der Versenkung der Restekiste.

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Zum Thema Ursprung des Alien erlaube ich mir einfach mal kein Urteil. Grund dafür liegt im Vermeiden irgendwelcher Spoiler, die euch das Kinoerlebnis ruinieren könnten. Doch lasst euch zumindest gesagt sein, dass es sich die Drehbuchautoren John Logan und Dante Harper reichlich einfach gemacht haben. Manch einem mag damit Genüge getan sein, für Bewunderung und Demut in Anbetracht solch genialer Einfälle wird es trotzdem nicht kommen. Alles in allem ist Alien: Covenant kein schlechter Film, nur nicht sonderlich einfallsreich und mit wenig Mut, das Franchise stärker im Horrorbereich zu vertreten und weniger im Versuch, Sci-Fi-Welten der Marke Halo und Dead Space zu kopieren.

Wenigstens in Sachen CGI und Monsterdesign kann kein vergleichbarer Film der letzten Monate mit diesem cineastischen Augenschmaus mithalten. So bleibt uns zumindest noch dieser Aspekt und die fein eingegliederte Musikuntermalung, um von den vielen, vielen Logiklöchern abzulenken. Und als wären diese nicht schon schlimm genug, hat sich in Sachen Intelligenz bei den handlungstragenden Figuren seit Prometheus nichts verbessert. Eine dumme Idee jagt die nächste, ein Denkprozess gestörter als der vorangegangene.

Fazit

Ich weiß, dass klingt alles scheußlich. Lasst euch den Film jedoch nicht allzu madig machen, ist er unterm Strich schließlich immer noch ein mehr als durchschnittlicher, sogar hochwertiger Ausflug in die dunklen Weiten des Alls. Doch sind wir mal ehrlich, so oder so wird Scott dieses Werk mit seinen anderen Schöpfungen vergleichen lassen müssen und ich komme nicht umhin zu bemerken, dass er vielleicht selbst langsam den Überblick und die nötigen Einfälle verloren hat um mit diesen Werken zu konkurrieren. Lasst euch zumindest versichern, dass Alien: Covenant gut unterhalten kann. An alte Stärken reicht Scotts Arbeit jedoch nur in sofern heran, dass er sich auf diese vergangenen Tage stützt, statt sie hinter sich zu lassen.