Am 01. Juni ist es soweit und eine der am freudigsten erwarteten Komödien dieses Jahres kommt endlich in die Kinos: das Remake der weltberühmten, gleichnamigen TV-Serie mit #David Hasselhoff: #Baywatch. Von der Vorlage ist jedoch nicht allzu viel übrig geblieben und wer sich erhofft hatte, ein Revival der späten 1980er, frühen 1990er erleben zu dürfen, wird wahrscheinlich bitter enttäuscht. Was geblieben ist, ist der Name und eine sehr, sehr grobe Fahrtrichtung. Abseits davon hat in Seth Gordons Verfilmung nicht viel Originalität überlebt und neue dazu gekommen ist leider auch keine.

Der Waldpfad der hier eingeschlagen wird ist den ansässigen Dorfbewohnern als sichere Nummer bekannt.

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Ein Weg, den man nur auswählt, wenn es an eigenen Ideen und Mut fehlt, etwas wirklich neues und vielleicht auch einzigartiges auf die Beine zu stellen. Man begibt sich nicht in Gefahr, droht nicht, in die Schlucht der nie wieder angeheurten Drehbuchautoren gestürzt zu werden, vermeidet das jämmerliche Tal der Regisseure, die sich weltweit mit ihrem Werk lächerlich gemacht haben und umschifft jegliche Verantwortung, da der Käse ja schließlich keinen Funken eigener Ideen in sich trägt.

Baywatch ist mehr wie ein Best-Of der letzten zwanzig Jahre Sommerkomödien, einzelne Szenen, Gags und Sequenzen, die hier und dort zusammengeklaubt und dann lieblos aneinander genäht wurden. Ein Feuerwerk aus lockeren Sprüchen, viel nackter Haut, Scherzen unter der Gürtellinie und völliger Over-The-Top-Action.

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Das ist natürlich nicht schlecht per se - um ehrlich zu sein, kann man sogar hin und wieder herzlich über diesen Schwachsinn und die mit eingebrachte Selbstironie lachen - doch braucht es dafür den richtigen Moment - die richtige Stimmung. Und vor allem viel guten Willen.

Eine solche Aufeinanderhäufung geliehener Ideen verträgt sich zudem schlecht mit Dauergästen des örtlichen Kinos und Verschlingern jeglicher Abendunterhaltung auf dem heimischen Fernseher. Alles schon gesehen, alles schon gehört. Und in vielen Fällen sogar besser. Es ist in erster Linie die seelenlose Art, mit welcher hier alle einzelnen Punkte zu einem Gesamtwerk verwurschtet wurden, die auf die Magengrube drückt. Die einzelnen Szenen stehen selten oder besser gesagt kaum im Verhältnis zueinander, wirken eher so, als seien sie alle einzeln und ohne Zusammenhang erdacht/abgeguckt worden.

Lust- und Ideenlos

So kann dieser cineastische Ausflug zwar durchaus und immer mal wieder die Lachmuskeln reizen, hat aber auf lange Sicht gesehen keinerlei Daseinsberechtigung und Selbststellungsmerkmal.

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Die Figuren, Wendungen, einzelne Gags und Actionsequenzen kommen aus dem Klonlabor. Eigene Ideen sucht man an jeder Ecke vergebens und wenn eine Szene doch mal funktioniert, liegt das eher an dem Überraschungsfaktor oder der bloßen Dreistigkeit des Seins und nicht am Genie des Drehbuchautors oder der Technik des Regisseurs.

Was ihr also erwarten dürft ist in erster Linie das Plagiat von vielen anderen Plagiaten. Keine eigenen Ideen im Kopf und keinen Funken Individualität am Leib. #Dwayne Johnson, Zac Efron und ihre Co-Stars spielen auf Sparflamme und konnten dieser Zimmertemperatur an Aufwand nicht einmal dann entkommen, wenn sie überhaupt gewollt hätten. Das Drehbuch und die Charaktertiefe ihrer Figuren gibt das schon gar nicht her. Warum also die Mühe machen? Das merkt man den Akteuren in jeder Sekunde an. Sie spielen, aber nicht mit Herz. Mimik, Gestik, Glaubwürdigkeit im Allgemeinen. Alles passend zum Film, aber wie ihr vielleicht bereits bemerkt hat, bedeutet das hier herzlich wenig.

Seid also gewarnt oder auch angespornt - wie immer ihr den Text halt aufgenommen habt. Erwartet aber einfach nicht allzu viel. Man kann mit Baywatch durchaus seinen Spaß haben und für einen lustigen Abend mit Freunden reicht der Inhalt dieses Werks auf jeden Fall aus. Schon während man der Handlung folgt, beginnt das Gehirn nichtsdestoweniger, alles Gesehene bereits wieder zu vergessen. Ein Film für den Moment, nicht für das Filmregal.

Baywatch erscheint am 1. Juni 2017 in den deutschen Kinos.