Lang ist's her, dann man die Songs von #Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims ungehemmt mitsang, sich einfach nur an ihrer Musik erfreute. Seit Mannheims prominentester Sohn Xavier Naidoo rechtspopulistische Äußerungen macht, traut man sich kaum noch, eine ihrer Melodien zu summen. Während viele das Thema Naidoo nur genervt abhaken möchten, ist das für die Rhein-Neckar-Metropole Mannheim nicht so einfach. Dummerweise heißt das neue Album der „Söhne“ auch noch „Mannheim“. Für Aufregung sorgt speziell der Titel „Marionetten“. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz ist alarmiert.

Jetzt muss Mannheims Oberbürgermeister handeln

Jahrelang waren die Beziehungen zwischen den „Söhnen“ und der Stadt in Ordnung, man profitierte beidseitig.

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Doch der Vorzeigesohn Naidoo driftet immer mehr ins Reichsbürger-Milieu ab, was viele bestürzt, können sie die sonderbare Wandlung des Künstlers einfach nicht nachvollziehen. Bürgermeister Kurz traf sich mit der Band, um sich deren „antistaatliche Aussagen“ erklären zu lassen. Sein Statement dazu: „Dass wir über diese Entwicklung nicht glücklich sind, versteht sich von selbst. Welche Konsequenzen sich daraus für uns ergeben, werden wir besprechen.“ (Frankfurter Rundschau/10. 5.2017) Naidoo selbst verteidigt sich, wie bereits in der Vergangenheit häufiger geschehen. Seine Unbelehrbarkeit, ja Sturheit ist bezeichnend.

Das Lied „Marionetten“ zumindest rechtspopulistisch

Kritiker sehen den Song mindestens rechtspopulistisch, wenn nicht sogar staatsgefährdend. Unter anderem heißt es darin: „Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter.“ Alle #Söhne Mannheims wiesen die massiven Anschuldigungen zurück.

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Dabei lassen die Texte nicht viel Interpretationsspielraum zu. Naidoo selbst fällt schon länger politisch negativ auf. 2014 trat er bei einer Kundgebung der Reichsbürger auf und äußerte sich 2011 im ARD-Morgenmagazin entsprechend. Während sich noch vor zwei Jahren Künstlerkollegen auf seine Seite schlugen, wird es jetzt einsam um Naidoo. Man kann davon ausgehen, dass einige „Söhne“ seine Ansichten nicht teilen. Wie einfach haben es dagegen völlig unpolitische Sänger wie Alphonso, der gerade das DSDS-Castingshow gewann.

Naidoo, in welche Richtung segelt dein Schiff?

Mannheims Oberbürgermeister Kunz muss nun die Reißleine ziehen, will er größeren Schaden für Mannheim abwenden. Trotzdem stellte er klar, dass er den Musikern nicht feindselig gegenübersteht: „Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht.“ Gut so, doch dann müssten auch ihre Lieder anderen Inhalts sein.

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Es ist viel Geld im Spiel, und einen fetten Fisch lässt man nicht so schnell von der Angel. In dieser Zwickmühle, in der sich Kunz aktuell befindet, möchte wohl niemand stecken. So geht die mittlerweile überregional bekannte Pop-Akademie Mannheim auf Initiative Xavier Naidoos zurück und hat Mannheims Bild in der Öffentlichkeit aufgewertet. (Gerade erst äußerte sich Professor Tim Renner zum neuen Song von BibisBeautyPalace).

Auch an anderen städtischen Kooperationen war und ist die Band beteiligt, zum Beispiel an Projekten zum 200. Jahrestag der Erfindung des Fahrrads. #Imageschaden